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25. Januar 2012

Fasziniert vom Kampf mit Köpfchen

Der 13-jährige Christoph Grunau ist erfolgreicher Schachspieler – aber auch bei "Jugend musiziert" holte er sich schon vordere Plätze.

  1. Christoph Grunau bei einer seiner Lieblingsbeschäftigungen: Schach. Foto: Jens Klein

NEUENBURG AM RHEIN. Sein Vater ist für ihn schon lange kein Gegner mehr. Zumindest dann nicht, wenn es ums Schachspielen geht: Der 13-jährige Christoph Grunau aus Neuenburg fährt derzeit einen Schacherfolg nach dem anderen ein: Anfang des Jahres holte er bei der Badischen Jugendeinzelmeisterschaft 2012 in der Gruppe der unter 14-Jährigen unter 23 Startern den dritten Platz.

Erst kurze Zeit zuvor hatte Christoph mit der U16-Mannschaft des Schachclubs Heitersheim den fünften Platz bei der Deutschen Vereinsmeisterschaft im thüringischen Triptis belegt. Und in den Herbstferien war Christoph von einem internationalen Schachturnier in Luzern als Sieger der Kategorie B zurückgekommen.

Angefangen hat Christoph mit dem Schachspielen schon, als er sechs Jahre alt war. Die Regeln brachte ihm sein Vater bei – und begeisterte den Sprössling damit offenbar nachhaltig für das strategische Brettspiel. Inzwischen gehört Christoph sogar zum Landeskader Baden-Württemberg. Das wird in spielerisch sicher weiter voranbringen. Denn der Kader trifft sich laut Christoph mehrmals im Jahr zu Trainingswochenenden.

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Doch was fasziniert einen 13-Jährigen am Schachspiel? Ihm gefalle das Spiel an sich, der Drang zu gewinnen und der Kampf mit dem Gegner, beschreibt Christoph Grunau seine Faszination. Er schätzt die Vielseitigkeit des Spiels und hat offenbar ein Faible dafür, sich Zahlenkombinationen und damit auch Eröffnungsstrategien beim Schach einzuprägen.

Einige Jahre lang spielte Christoph in der Schach-Arbeitsgemeinschaft seiner Schule, die sich jedoch auflöste, als deren Leiter das Abitur in der Tasche hatten. Christoph wollte weitermachen und hatte Lust, auch mal an einem Schachturnier teilzunehmen. Vor zwei Jahren spielte er zunächst bei einem Turnier in Müllheim mit und war dann in Heitersheim mit von der Partie. Dort sprach ihn auch prompt der Vorsitzende des Schachclubs an und begeisterte Christoph für den Verein.

Spaß bereitete ihm Schach schon immer; doch mit den Turnieren und dem Vereinsspiel wurde daraus richtige Begeisterung. Nun misst er sich jeden Freitag beim Vereinsabend mit den anderen Spielern des Heitersheimer Schachclubs und arbeitet außerdem alle zwei Wochen mit einem Trainer an seiner Spielstärke.

An Schach kommt der Schüler aber auch im Alltag nicht vorbei: Jeden Tag trainiert er mindestens eine halbe Stunde lang mit einem Schachprogramm am Computer und beschäftigt sich auch darüber hinaus noch einige Zeit mit dem Spiel, indem er beispielsweise Taktikaufgaben löst.

In Christophs Freizeitleben spielt Schach derzeit zwar vielleicht die wichtigste, keinesfalls jedoch die einzige Rolle: Der 13-Jährige ist auch im Fußballverein aktiv und spielt gleich drei Instrumente: Trompete, Klavier und Gitarre. Und auch das durchaus mit Erfolg: Er hat schon zweimal am Landeswettbewerb "Jugend musiziert" teilgenommen und im vergangenen Jahr in der Gruppe der Blechbläser den dritten Preis gewonnen.

In der Schule mag der Achtklässler des Neuenburger Kreisgymnasiums vor allem den Physik- und den Sportunterricht. Zahlen, Mathematik und Logik sollen auch in Zukunft seinen Alltag bestimmen. Wenn er erst einmal das Abitur hat, möchte Christoph Grunau gerne Betriebswirtschaftslehre oder einen Studiengang im Bereich Naturwissenschaft und Technik studieren. Da er bis dahin noch ein bisschen Zeit hat, konzentriert sich Christoph erst einmal auf die unmittelbare Zukunft und benennt klipp und klar seine Ziele: "Ich will weitere Turniere gewinnen und im Baden-Württemberg-Kader bleiben." Wer weiß; vielleicht geht’s mit der Schachkarriere ja auch so gut voran, dass Christoph Bekanntschaft mit Schach-Weltmeister Viswanathan Anand macht. Die beiden trennen derzeit allerdings noch rund 1000 Wertungspunkte – zumindest, wenn man allein Zahlen zum Maßstab der Spielstärke macht.

Autor: Jens Klein