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25. Januar 2012

Gute Rahmenbedingungen schaffen

Löffler erörtert bei Neujahrsempfang des Gewerbevereins die Gemeinde- und Gewerbepolitik.

  1. Während die „großen“ Gewerbevereinsmitglieder beim Neujahrsempfang den Ausführungen von Bürgermeister Martin Löffler (rechts) lauschten, ergriffen auch die jüngsten Nachwuchsunternehmer vertrauensvoll seine Hand. Nicht nur die Vereinsvorsitzende Manuela Walz (Mitte) beobachtete das schmunzelnd. Foto: Sabine Model

HEITERSHEIM (mod). Zwischen barocken Möbeln, gotischen Tafelbildern und afrikanischen Masken begann der Heitersheimer Gewerbeverein das neue Jahr mit seinem traditionellen Empfang. Die Privatsammlung von Johannes Berger in der "Alten Post" umfasst Antiquitäten, moderne Bilder und Skulpturen sowie afrikanische Stammes- und Maskenkunst in Form einer Galerie, die im Frühjahr als Kommunikationsforum eröffnet werden soll. Die Gewerbetreibenden machten die Probe aufs Exempel.

Das vergangene Jahr habe tiefe Spuren hinterlassen, in Atem gehalten mit Trauer, Jubel und Katastrophen, sagte die Vorsitzende Manuela Walz. Und das neue Jahr habe schon wieder Negativschlagzeilen gemacht. Dennoch sei 2011 für die meisten Mitglieder des Gewerbevereins ein erfolgreiches gewesen, in dem mit Investitionen die Wirtschaft angekurbelt wurde, auch wenn die Eurokrise nicht ohne Auswirkungen blieb. Im Verein sei alles vergleichsweise ruhig gelaufen. Mit der geringen "Man-Power", die zur Verfügung stehe, versuche man, das 150-jährige Bestehen im Jahr 2014 vorzubereiten, so Walz. Der historische Fundus erweise sich als umfangreich und soll in eine Jubiläumsausgabe gebunden werden.

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Bürgermeister Martin Löffler beleuchtete die Gemeinde- und Gewerbepolitik. Die hohe Bevölkerungsdichte von 514 Einwohnern pro Quadratmeter zusammen mit einem prosperierenden Gewerbe auf vergleichsweise geringen elf Quadratkilometern Gemarkungsfläche erzeuge hohen Siedlungsdruck. Hinzu komme die hochwertige Qualität der Ackerböden für Sonderkulturen, die sorgfältiges Haushalten mit Flächen erfordere. Dennoch benötigten Betriebe für die Existenzsicherung Erweiterungsmöglichkeiten. Deshalb, sagte Löffler, sei die Entscheidung, mit dem Flächennutzungsplan bis an die Gemarkungsgrenze Seefelden zu gehen, wichtig und richtig gewesen. Der Fokus liege auf Erhalt und Förderung bestehender Unternehmen. Für Neuansiedlungen bleibe wenig Spielraum, stark flächenverbrauchende Firmen müssten die Ressourcen im Gewerbepark nutzen.

Nicht nur die Landespolitik beeinflusse den Schulstandort Heitersheim, so Löffler. Neben dem Wegfall der Grundschulempfehlung werde die Elektrifizierung der Münstertalbahn 220 Realschüler aus Staufen und Münstertal veranlassen, sich umzuorientieren. Da 220 Gymnasiasten aus Heitersheim auspendeln, biete es sich an, eben diese Größenordnung ins Johanniter-Schulzentrum zu holen.

Auch für die Nordumfahrung habe die Landespolitik die Rahmenbedingungen geändert und trotz bereits erfolgter Aufnahme in das Zuschuss-Programm bis 2014 jede Förderung abgelehnt, berichtete Löffler. Das werfe die Frage auf, ob die Nordumfahrung in dieser Form gebaut werden könne. Die Pro- und Kontra-Initiativen hätten beide gute Argumente. Er hoffe, mit dem Bürgerforum bis Ende 2012 eine Planung zu finden, um die neuen Gebäude bei der Malteserhalle ordentlich zu erschließen – ohne Rechtsstreit.

Die Kommune könne keine Arbeitsplätze schaffen, aber gute Rahmenbedingungen für den Mittelstand, der in hohem Maß Mitarbeiter einstellt, erklärte Löffler. Deshalb wolle er die Wirtschaftsförderung so ernst nehmen wie sein Vorgänger und sich daran messen lassen. Heitersheim habe eine gute Infrastruktur und sei auch in Sachen Breitband nicht schlecht aufgestellt. Aber es gehe bezüglich der Internetgeschwindigkeit noch besser. Mit den Mobilfunkanbietern wurde vereinbart, dass D1 auf dem Schilzberg UMTS installiere und Vodafone über LTE nachdenke. Die Verwaltung habe ein Auge auf den Service mit Notar und Grundbuch, solange es möglich sei. Um weibliche Fachkräfte rekrutieren zu können, werde die Kinderbetreuung bedarfsgerecht ausgebaut. Die Steuern und Abgaben seien in Heitersheim attraktiv niedrig, erklärte Löffler. Er sei zuversichtlich, dass dies auch so bleibe.

Autor: mod