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24. August 2011

Im Fokus stehen die Frauen der ganzen Welt

Tag der offenen Tür und Projektreihe in der Villa artis in Heitersheim / Iranische Künstlerin Feri Tabrisi ist dabei.

  1. „Marken-Frauen“ lautet der Titel eines Bildes, bei dem sich die Künstlerin Feri Tabrisi (rechts) mit dem Design von Frauen beschäftigt. Mit Sabina Scheliga hat sie die Ausstellung in der Villa artis arrangiert. Foto: Model

HEITERSHEIM. Im Franz-Köberle-Kunst- und Kulturzentrum der Villa artis wird es ernst. Mit einem Tag der offenen Tür geht am Samstag, 3. September, von 11 bis 18 Uhr für Menschen mit und ohne Behinderung darum, kulturelle Vielfalt zu erleben und neue künstlerische Wege zu entdecken. Die begleitenden Bilder hat die international bekannte iranische Künstlerin Feri Tabrisi bereits ausgestellt. Ihr Thema: Frauen.

Feri Tabrisi ist eine couragierte Frau, die in ihrem Leben steinige Wege gehen musste, aber nie die Hoffnung aufgab. Mit ihren Werken will sie anderen Mut machen. "Ich lasse mich nicht beschränken. Ich genieße meine Freiheiten", betont sie. Sie malt, gestaltet Objekte, arrangiert Installationen und organisiert künstlerische Aktionen. Am liebsten benutzt sie Recyclingmaterialien: Stoffe, Holz, Metall, Plastik, Acrylglas.

Geboren wurde die Künstlerin im Iran in eine wohlhabende Familie. Als sie mit sieben Jahren Wände im Haus rot anmalte, bekam sie Malunterricht. Sie studierte Kunst und zudem physische Geografie. Darin wollte sie in London promovieren. Alles war vorbereitet. Dann lernte sie 1973 ihren späteren Mann kennen und tauschte ihr Flugticket nach England in eines nach Deutschland. Ihr Mann studierte in Freiburg Ernährungswissenschaften. Sechs Jahre später wollte die junge Familie mit zwei Kindern zurück in die Heimat. All ihre Habe war bereits vorausgeschickt. Doch dann schnitt ihnen die Revolution im Iran alle Wege ab. Asyl und Sozialhilfe kam für Feri Tabrisi nicht in Frage. Weil man für Kunst in Deutschland keine Arbeitserlaubnis braucht, ernährte sie ihre Familie damit. Sie warteten 17 Jahre auf eine Arbeitserlaubnis für ihren Mann, der noch Jahre als Pharmareferent arbeitete. Die Künstlerin ist stolz: Ohne staatliche Hilfe leben sie seit 38 Jahren hier und haben ihren Kindern eine gute Ausbildung geben können. Seit 28 Jahren sind sie in Gundelfingen beheimatet.

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Für die Stadt Freiburg hat sie in der japanischen Partnerstadt eine erfolgreiche Kunstaktion gestartet – und auch im Iran. In Mexiko war sie als Juror der Uno eingeladen, in der Schweiz zu Ausstellungen. Demnächst nimmt sie als Zweite Vorsitzende des Deutschen Akademikerinnen Bundes (DAB) in Freiburg an der Jahresversammlung des amerikanischen Frauenverbandes in Minnesota teil. Ihre Pflicht als Künstlerin sieht sie darin, kritisch-politisch, aber auch humorvoll-tiefsinnig ihr Empfinden und Beobachten sichtbar zu machen. Im Fokus stehen die Frauen der ganzen Welt. "Einiges ist noch nicht so, wie es sein sollte", meint sie. "Männer und Frauen müssen das Leben gleichberechtigt und miteinander, aber nicht gegeneinander gestalten."

Über den DAB hat Sabina Scheliga, künstlerische Leiterin des Kunst- und Kulturzentrums, die Künstlerin kennengelernt und die Idee entwickelt als Auftaktveranstaltung am 3. September mit ihr die Kennenlernaktion "Kunst ist, was ich bin" anzubieten. "Kunst ist Leben und Leben ist Kunst", so die Künstlerin Feri Tabrisi. Nur Bilder und Plastiken reichen nicht aus. Der Betrachter soll zum Teilnehmer werden und sich selbst – diesmal mit Papier – in ein Kunstwerk verwandeln. Zusammengearbeitet wird auch mit der Jugendreferentin Jana Ibscher.

Projektreihe: Am Mittwoch, 7. September, beginnt Feri Tabrisi ihre erste Projektreihe "Kunst- und Cappuccino", die sich mit "Frauen hier und dort" beschäftigt. Sie besteht aus drei Kursen: einem für Frauen und einem für Männer mit und ohne Behinderung sowie einem für Menschen mit Sehbehinderung. Die Zahl der Teilnehmer ist jeweils auf 20 begrenzt und eine Anmeldung erforderlich.

TAG DER OFFENEN TÜR

Der Tag der offenen Tür am Samstag, 3. September, im Kunst- und Kulturzentrum der Villa artis beginnt um 11 Uhr mit DJ Steffen aus Heitersheim und seiner "Minimal Musik". Von 11.30 bis 13.30 Uhr bietet der Freiburger Künstler Waldemar Kebleris eine Patchwork-Malaktion an, bei der gemeinschaftlich "Panoramabilder für das Café artis" entstehen sollen. Von 14 bis 14.30 Uhr kann man die Künstlerin Feri Tabrisi bei einer iranischen Teezeremonie kennen lernen. Von 15 Uhr an führt sie in die Aktion "Kunst ist, was ich bin" ein. Mit Kunsthistorikerin Sabina Scheliga verwandelt sie die Teilnehmer in lebendige Gesamtkunstwerke. Bei gutem Wetter findet die Aktion im Römerpark, bei schlechtem im Atelier statt. Von 17.15 Uhr an findet ein Austausch statt. Anmeldungen bei Sabina Scheliga,

Tel. 07634/6949896, Mail kulturzentrum@caritas-freiburg.de.  

Autor: mod

Autor: Sabine Model