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04. Februar 2012

"Jetzt geht es erst los"

Reaktionen aufs grüne Licht vom Bund für die Bürgertrasse.

MARKGRÄFLERLAND (hl/gb). Frohe Kunde für die Gemeinden entlang der Rheintalbahn hatte die Bürgerinitiative MUT am Freitagmorgen: Der Bund als Auftraggeber gibt grünes Licht für den von der Region geforderten Bau der sogenannten Bürgertrasse von Mengen nach Hügelheim. Laut einer Pressemitteilung der MUT hatte Klaus-Dieter Scheurle, Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums, die MUT-Vorstände Roland Diehl und Gerhard Kaiser bereits am Mittwoch in Bonn davon unterrichtet. Für die MUT ist das der Durchbruch bei ihrem Einsatz für einen lärm- und landschaftsverträglichen Bau des dritten und vierten Gleises im Planungsabschnitt 8.3. Die Antragstrasse der Bahn ist damit vom Tisch.

Viele Jahre des hartnäckigen und beharrlichen Einsatzes der rund 7000 Mitglieder für eine zukunftstaugliche Trassenführung machten sich jetzt bezahlt, wird Roland Diehl in der Pressemitteilung zitiert. So sieht das auch Buggingens Bürgermeister Johannes Ackermann. Seine Gemeinde wäre als neuralgischer Punkt von der Antragstrasse der Bahn besonders betroffen gewesen. Vor allem für Seefelden und die Kali-Siedlung sei das ein Segen, so Ackermann. "Die Umfahrung muss kommen. Wenn sie nun so gebaut wird, wie von uns gefordert, dann ist das eine super Lösung und für die Region die einzig richtige." Zwar sei das ein Durchbruch, sagt Ackermann weiter, vorbei sei es damit aber noch nicht. Vielmehr gehe es jetzt erst los mit einer vernünftigen Planung für die Region.

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Die Antragstrasse der Bahn sollte auf einem Damm mit hohen Lärmschutzwänden verlaufen. Bad Krozingen, Schallstadt, Hartheim, Eschbach, Heitersheim und Buggingen hatten in enger Zusammenarbeit mit der MUT die Bürgertrasse in weitgehender Tieflage als Alternative ausgearbeitet und in das Planfeststellungsverfahren eingebracht.

Das weitere Vorgehen zur Realisierung der Bürgertrasse wird bei der nächsten Sitzung des Projektbeirats Rheintalbahn am 5. März in Berlin festgelegt. Zur Vorbereitung wird, wie Ackermann berichtet, bereits Ende Februar eine Arbeitsgruppe im Landratsamt zusammenkommen. Mit dabei: Bürgermeister, Vertreter der Bahn, der Bürgerinitiativen, der Landwirtschaft, des Landratsamtes und des Regierungspräsidiums.

An den Zusatzkosten der Bürgertrasse von 150 Millionen Euro wird sich das Land bis zur Hälfte beteiligen. Diese Kosten verteilen sich auf eine Bauzeit von fünf bis sechs Jahren. Diese Finanzierungszusage sei das Entscheidende, sagt Bürgermeister Martin Löffler aus Heitersheim. Er gratuliert der MUT zum Erfolg: "Das könnte tatsächlich der Durchbruch sein", so Löffler. Aus Heitersheimer Sicht bringe die Bürgertrasse optimale Lärmschutzmaßnahmen, einen ausgelagerten Güterverkehr und auch eine für die Landwirtschaft erträgliche Lösung.

Im Müllheimer Ortsteil Hügelheim fällt die Reaktion verhaltener aus. Man wolle auf jeden Fall die neue Planung vorgestellt und die Möglichkeit des Einspruchs haben, betont Ortsvorsteherin Monika Eitel. Eine Verschlechterung für Hügelheim dürfe es auf keinen Fall geben, so die Ortsvorsteherin, "sonst gehen wir auf die Barrikaden". Die Bahntrasse in der jetzigen Form sieht die Zusammenführung der Personenverkehrs- und Gütergleise südlich von Buggingen vor. Die Bündelung rückt also näher an Hügelheim heran als in der Bahnvariante.

Eher zurückhaltend ist auch die Reaktion aus dem Eschbacher Rathaus. "Ich freue mich natürlich", sagt Bürgermeister Harald Kraus. Aber die Erfahrungen mit der Bahn AG, dem Bund und dem Land stimmten ihn vorsichtig: "Deshalb will ich das erst mal alles schriftlich auf dem Schreibtisch."

Autor: hl, gb