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21. März 2017

Mehrheit für die Innenverdichtung

Für den Bebauungsplan Toracker III an der Schnurrgasse in Heitersheim gab es das Okay des Gemeinderats.

  1. Auf diesem Areal an der Schnurrgasse in Heitersheim sollen 15 neue Wohnungen entstehen. Foto: Martin Pfefferle

HEITERSHEIM. Innenverdichtung gilt als eine maßgebliche Variante, um Wohnraum zu schaffen. Im Fall des Falles sorgt das aber auch für Konflikte – so wie am Beispiel des Gebiets Toracker III in Heitersheim, wo viele Anwohner wenig begeistert sind über den Bau von insgesamt 15 Wohnungen. Der Gemeinderat beschloss den Bebauungsplan bei fünf Gegenstimmen als Satzung.

Das Gebiet liegt an der Schnurrgasse. Hier sollen zwei Grundstücke zusammengeführt werden. Potenzial ergibt sich aus einer rückwärtig gelegenen Grünfläche (Schnurrgasse 5) und dem Abriss und Neubau eines Gebäudes (Schnurrgasse 3). Für die Entwicklung dieses Standorts spreche auch, so die Verwaltungsvorlage, dass er "durch seine zentrale Lage im Stadtgefüge als insgesamt gut erschlossen angesehen werden kann". Dies gelte sowohl für die Verkehrserschließung als auch für die (Nah-)Versorgungsmöglichkeiten und die Infrastrukturausstattung.

Für den Bereich hatte bislang kein Bebauungsplan vorgelegen. Die planungsrechtliche Zulässigkeit wurde nach Paragraph 34 des Baugesetzbuchs beurteilt und der Bebauungsplan als Maßnahme der Innenentwicklung im beschleunigten Verfahren aufgestellt. Ziele des Bebauungsplans Toracker III sind die Sicherung kompakter Siedlungsstrukturen ("Stadt der kurzen Wege"), die Definition gestalterischer Leitlinien für eine qualitätsvolle Innenentwicklung, die maßvolle Innenentwicklung zur Stärkung der Wohnfunktion, die Schaffung von Wohnraum für Familien sowie die ortsansässige Bevölkerung und schließlich die kostensparende und intensive Ausnutzung vorhandener Erschließungsanlagen. Das Bebauungskonzept sieht den Erhalt des Gebäudes an der Schnurrgasse 5 und den Abriss des Gebäude Schnurrgasse 3 vor. Letzteres soll anschließend durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt werden. Dazu kommen zwei weitere Mehrfamilienhäuser im rückwärtigen Bereich. So entstehen insgesamt 15 neue Wohnungen. Der Nachweis der geforderten Stellplätze erfolgt auf dem privaten Grundstück. Die Schnurrgasse, so heißt es in der Vorlage, sei aus diesem Grund "ausreichend dimensioniert, um die Verkehre aufzunehmen". Geplant sind eine Tiefgarage mit 24 Stellplätzen und sechs oberirdische Stellplätze. Dazu kommen die Garagen, die in das Gebäude Schnurrgasse 5 integriert sind sowie ein angrenzender Stellplatz in einer Garage.

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Bürgermeister Martin Löffler sagte, die Stelle befinde sich mitten in der Stadt und er halte die Planungen aus diesem Grund städtebaulich für verträglich. Als Planerin stellte Stefanie Burg von fsp-Stadtplanung die eingegangenen Stellungnahmen vor. So wurde vorgebracht, dass die Fläche ein merowingerzeitlicher Friedhof sei. Deshalb seien Sondagen nötig. Vorgebracht wurde auch die Kritik daran, dass es keine frühzeitliche Bürgerbeteiligung gegeben habe, was in diesem Verfahren auch nicht nötig ist. Stattdessen habe es eine informelle Kontaktaufnahme durch die Stadt gegeben, sagte Burg.

Kritik gab es auch an den vorgesehenen Solaranlagen, die zu einer größeren Höhe beitragen würden. Fritz Lampp (SPD) schlug vor, diese nur auf der Südseite zuzulassen. Ralf Bürgelin (CDU) hingegen argumentierte, regenerative Energien seien zu unterstützen und sollten keinen Einschränkungen unterliegen.

Joachim Nozulak (BLHG) sprach sich gegen eine mögliche Dachterrasse auf dem Attikageschoss aus. Ansonsten sprach er von der Zumutbarkeit der Sicht. Rudolf Epp sprach sich für das Projekt aus: "Wir müssen innerstädtisch verdichten." Dagegen argumentierte Daniela Fünfgeld (FWH). Innenstadtverdichtung solle es nicht um jeden Preis geben. "Der Verkehr wird zu Problemen führen." Und: "Der Bebauungsplan ist mir einfach zu dürftig." Gegen diese Kritik wandte sich Edmund Weiß (BLHG) mit scharfen Worten. Das Gremium tue sich schwer, Baugebiete auszuweisen. Mehr Wohnraum zu wollen, gleichzeitig aber keine Innenverdichtung zuzulassen, passe nicht zusammen.

Bei fünf Gegenstimmen wurde der Bebauungsplan von der Mehrheit des Gremiums als Satzung verabschiedet. Darin enthalten ist der Verzicht auf Dachterrassen auf den Gebäuden. Gegenstimmen kamen von Ursula Schlegel-Pauli, Thomas Keller (beide CDU) und Peter Brendle, Daniela Fünfgeld und Angelika Rupp (alle FWH).

Autor: Martin Pfefferle