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15. Juli 2008
Sangeskunst dient Kulturprojekt
Gelungenes Benefizkonzert zugunsten des Projektes "Villa artis – Kunst- und Kultur für behinderte und nicht behinderte Menschen"
HEITERSHEIM Es war nicht nur ein gelungenes musikalisches Ereignis. Das Benefizkonzert am Samstag zugunsten des ehrgeizigen Projektes "Villa artis – Kunst- und Kultur für behinderte und nicht behinderte Menschen" war auch gewinnbringend: Aus Kartenverkauf, Getränken und Spenden kamen 3500 Euro zusammen, wobei weitere Firmen ihr Sponsoring zusagten.
Dem "großen sozialen und kulturellen Herzen" des Heitersheimer Unternehmers und Bass-Sängers Johannes Heiss schrieb Bürgermeister Jürgen Ehret dankbar "den wunderbaren Jubiläums-Benefiz-Konzertabend" im Römermuseum "Villa urbana" zu. Die Resonanz auf die inzwischen fünfte konzertante Benefizaktion von Johannes Heiss übertraf alle Erwartungen.Der "harte Kern" von Künstlerinnen und Künstlern um den Initiator steigerte sich zu musikalischen Höchstleistungen und erntete frenetischen Applaus, der einige Zugaben nach sich zog. Dabei liegt den Sängerkarrieren zwar durchweg ein Studium oder eine professionelle Ausbildung zugrunde, beruflich sind die Akteure jedoch teilweise in völlig anderen Branchen tätig. Das Repertoire von mehr als zwanzig Melodien aus Oper und Operette war erstaunlich breit gestreut: von Mozart bis Wagner, von Smetana bis Humperdinck.
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Anspruchsvolles wie das bekannte "Ombra mai fu" aus "Xerxes" oder "Mon Coeur s'ouvre à ta voix" aus "Samson et Delila" ließen beispielsweise die Gesangspädagogin Frauke Hofmann mit ihrem Mezzosopran brillieren. Ihr Mann, der Unternehmer Michael Hofmann, investierte das ganze Spektrum seiner Tenorstimme in den lebendigen Disput "Komm, mein Söhnchen, auf ein Wort" aus "Die verkaufte Braut" mit dem sonoren Bass von Johannes Heiss als Gegenpart. Heiss verstand es aber auch mit der Bänkerin und Sopranistin Ursula Gilbert bei "Wenn der weiße Flieder blüht" frühlingsverliebt zu flirten.
In die Herzen der Zuhörer sang sich als "Neuzugang" in diesem Zirkel das Freiburger Hotelier-Ehepaar Franziska und Werner Baumgartner unter anderem mit einem Zauberflöten-Duett und dem werbenden "Lippen schweigen" aus "Die lustige Witwe". Im Walzerschritt und unterstützt vom trällernden Publikum turtelten sie mit Sopran und Bariton über die Bühne.
Schauspielerische Qualitäten bewies Werner Baumgartner ebenso als Zigeunerbaron mit seinem "idealen Lebenszweck", in dessen Refrain er das Publikum als "gemischten Chor Heitersheim" mit einbezog. Gleichermaßen harmonisch ergänzten sich die Stimmen von Frauke Hofmann und Franziska Baumgartner. Die sehnsuchtsvolle "Bacarole" gewann dabei zusätzlich an Zartheit und Glanz durch den filigranen Einsatz der Musikpädagogin Inge Böck an der Harfe, von deren Spiel auch andere Darbietungen profitierten.
Der Pianist Zsolt Lendvai bewies an diesem Abend einmal mehr seine unvergleichlich einfühlsame Begleitung am Flügel und den ungebremsten Enthusiasmus, mit dem er sich der Musik verschrieben hat. Den Wechsel von Leidenschaft und Scherz, Liebe und Leid, Lebensfreude und Hass meisterte er tragend und zugleich betonend, ohne die Gesangsinterpreten in ihrer Entfaltung zu begrenzen.
Autor: Sabine Model
