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18. Dezember 2012

Schallgutachen vorgelegt

Grünes Licht für die Hundepension in Gallenweiler.

  1. Das Wohnhaus an der Eschbacher Straße in Gallenweiler kann zur Hundepension umgebaut werden. Foto: Heike Lemm

HEITERSHEIM-GALLENWEILER (hl). Reichlich Bauchweh hatte der Technische Ausschuss des Heitersheimer Gemeinderates vor fast genau einem Jahr, als es um die Pläne für eine Hundepension in der Eschbacher Straße im Gallenweiler ging. Der Antrag zur Umnutzung eines Wohnhauses wurde in Bausch und Bogen zurückgewiesen. Für die Ausschussmitglieder waren damals einfach noch zu viele Fragen offengeblieben. Da fehlten unter anderem Stellungnahmen von Veterinär- und Gewerbeaufsichtsamt. Die Antragstellerin hat inzwischen gründlich nachgebessert, ihr Vorhaben konkretisiert und obendrein ein umfangreiches und von einem anerkannten Gutachter anhand von Messungen erstelltes Schallgutachten vorgelegt. Nun gab es grünes Licht für das Projekt, bei dem maximal bis zu acht Hunde in Kost und Logis genommen werden dürfen.

Artfremd ist Tierhaltung im ländlich geprägten Gallenweiler nun gerade nicht. Und auch das dörfliche Mischgebiet, in dem die Hundepension ihre Pforten öffnen soll, sprach theoretisch für eine Genehmigung. Doch fürchtete die Verwaltung Ungemach, nicht zuletzt wegen allzu viel Lärm durch Gebell, zumal gerade genau auf der anderen Straßenseite ein reines Wohngebiet entsteht. Da müsse es schon passen, begründete Bürgermeister Martin Löffler die inzwischen erfüllte Forderung auf Nachbesserung. Im Schallgutachten sind nun klare Bedingungen festgeschrieben. Unter der Voraussetzung, dass diese konsequent eingehalten werden, stimmten die Mitglieder des Ausschusses dem Bauantrag zu. Hätten sie es nicht getan, dann hätte das Landratsamt das Einvernehmen erteilt, hatte Löffler zu verstehen gegeben.

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Stadtbaumeister Martin Gekeler lieferte die mit der Baurechtsbehörde besprochenen Details. So soll zwischen dem Gebäude und dem bestehenden Schuppen eine 1,80 Meter hohe Sicht- und Schallschutzmauer entstehen. Im Freigelände dahinter dürfen sich nie mehr als zwei Vierbeiner gleichzeitig tollen. Und das auch nur zwischen 7 und 20 Uhr. Zudem müssen um der Nachtruhe willen im Erdgeschoss des Hauses einige Fenster zwischen 20 und 7 Uhr generell geschlossen bleiben. Auch darf die Außentür zum Freigelände nur zum Durchgang geöffnet werden.

Rechtlich zulässig sei die Hundepension zwar, doch glücklich sei er nicht, bekannte Stadtrat Harald Höfler (SPD). Recht kurios mutete ihn die im Schallgutachten formulierte Auflage an, dass eine Aufsicht führende Person sicherstellen muss, dass intensives Gebell im Freigelände auf fünf Minuten pro Stunde begrenzt bleibt. "Wie soll denn das gehen? Was passiert, wenn sechs Minuten gebellt wird", fragte er. Diese Auflage schaffe einen Rechtsanspruch, für den Fall, dass sich jemand gestört fühlt und dagegen vorgehen will, klärte Löffler auf. Na, wenn das mal keine schlafenden Hunde weckt...

Autor: hl