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03. Februar 2012
Verbunden mit viel Arbeit
Der Verein Dreieckland-Museum bereitet weitere interessante Sonderausstellungen vor.
HEITERSHEIM. Dem im Jahr 2001 aus der Taufe gehobenen Verein Dreieckland-Museum haben sich bis heute 50 historisch interessierte Mitglieder aus der Schweiz, dem Elsass und Deutschland angeschlossen. Vereinsziel ist die trinationale Aufarbeitung und Darstellung der Geschichte am Oberrhein. Zunächst geschah das in der Firma des Vorsitzenden Johannes Heiss. Seit 2010 gibt es in Heitersheim das Dreieckland-Museum mit Restaurierungs-Werkstatt für die wehrgeschichtlichen Exponate. Wie sich das Museum künftig ausrichten will, war Thema bei der Jahresversammlung.
Ende 2011 eröffnete im Museum eine Sonderausstellung mit Reservistika unter dem Titel "Kunst oder Kitsch?", die auf große Resonanz stoße, berichtete Johannes Heiss. Für 2012 werde eine Erinnerungsausstellung vorbereitet zum 200. Jahrestag des napoleonischen Russlandfeldzuges 1812, der bekanntlich in einer Katastrophe endete. Seit Wochen und Monaten durchforstete man daraufhin die Bestände an Büchern und Chroniken. Unterstützt wird der deutsche Vorsitzende Johannes Heiss vor allem von dem französischen Vorsitzenden Bernard Burger, den deutschen und französischen Schriftführern Klaus Zipsin und Thierry Ehret, dem Archivar Heinz Merkel und dem Kassierer Heinz Rebhan. Alle stellten sich wieder zur Wahl und wurden einstimmig im Amt bestätigt. Der Rechner verwies darauf, dass die Rücklagen 2011 durch die Eröffnungsveranstaltung des Museums, durch Ausstellungen, Vitrinen, Versicherungen, Telefon- und Alarmanlage schrumpften. Allerdings seien die Eintrittsgelder mit den Besucherzahlen deutlich gestiegen. Eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrags ab 2013 könne nicht ausgeschlossen werden, kündigte er an.Werbung
Geld wird auch benötigt für Sonderausstellungen, zum Beispiel für Teile aus dem deutschen Kilian-Stollen. Bei Bauarbeiten für die Umgehungsstraße von Carspach (Haut Rhin) wurde er entdeckt. Er war 1918 durch Artillerie zerstört worden. In dem gut erhaltenen Stollen aus dem Ersten Weltkrieg wurden nach 93 Jahren die sterblichen Reste von 21 verschütteten Soldaten geborgen. Die Schutzanlage für bis zu 500 Soldaten ist mit Treppen, Holzöfen und Strom sowie mit Betten, Tischen, Bänken, Schränken und Regalen ausgestattet. Der Dreieckland-Museums-Verein bewarb sich darum, Teile rekonstruieren und als einziges Museum präsentieren zu dürfen. Man bekam den Zuschlag und ist darauf sehr stolz. Das zeige, sagte Heiss, wie wichtig es ist, wehrgeschichtliche Exponate aufzuarbeiten, zumal der Oberrhein vor nicht allzu langer Zeit Frontgebiet war. Das wiederum veranlasste einen Teilnehmer zu der Anregung, das Museum auch im Elsass bekannter zu machen.
Der Museumsauftrag ist stets mit viel Arbeit verbunden. Heiss dankte in diesem Zusammenhang für jegliche Unterstützung und die ehrenamtliche Mithilfe an den Restaurierungssamstagen. Seit Januar ist für die Restaurierungswerkstatt der Industriemeister und technische Betriebswirt Vladimir Suppes eingestellt, um den künftigen Betrieb für die Ausbildung von Lehrlingen ab September vorzubereiten. Noch nicht so erfolgreich sei bis dato die Suche nach einem Pächter für das angegliederte Restaurant gelaufen, ließ Heiss wissen. Seminare, Versammlungen und Gäste werden derzeit über Catering versorgt.
Autor: Sabine Model
