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28. Januar 2012

...wenn man plötzlich mit einer olympischen Bronzemedaille heimkommt?

Wie ist es eigentlich: "Das fühlt sich richtig gut an"

  1. Theresia Hoppe Foto: Sabine Model

HEITERSHEIM. Das Jahr 2012 hat für Theresia Hoppe aus Heitersheim super angefangen. Das 17-jährige Eishockey-Nachwuchstalent vom EHC Freiburg wurde als einzige Spielerin aus Baden-Württemberg für die 1. Olympischen Jugendwinterspiele vom 13. bis 22. Januar in Innsbruck nominiert. Dort holte die angehende Industriemechanikerin mit der weiblichen U-18-Auswahl des Deutschen Eishockeybundes Bronze.

"Das fühlt sich richtig gut an. Aber es war alles wahnsinnig kurzfristig. Natürlich wird man immer gesichtet. Bei Spielen oder in Eishockey-Camps. Dann kam Ende Dezember die Einladung nach Füssen zum Trainingslager für den Olympiakader. Es sollten 17 Mädels Jahrgang 1994 nominiert werden. Zwei auf Abruf. Da gibt man alles, um dabei zu sein. Danach bin ich mit Freunden zum Snowboarden ins Montafon. Dann kam die Nachricht: Ich bin dabei. Meinem Ausbildungsleiter bei der Auma in Müllheim hatte ich schon angekündigt, dass ich im Januar vielleicht 13 Tage fehle wegen Olympia. Das ging in Ordnung. ,Komm mit einer Medaille wieder, Thea’, wünschten alle. Im Audi-Werk Ingolstadt bekamen wir zunächst eine Tasche mit der Olympia-Ausstattung, damit wir als Mannschaft immer einheitlich auftreten. Die Teammitglieder mussten sich allerdings erst kennen lernen und auf dem Eis eine Mannschaft werden. In Innsbruck hatten wir unser erstes gemeinsames Training. Da wir uns noch nicht genug aufeinander eingestellt hatten, fiel der Auftakt gegen das eingespielte Favoritenteam aus Schweden mit 0 : 11 enttäuschend aus. Aber dann wurden wir mit jedem Spiel besser. Beim 8 : 0 gegen die Slowakei habe ich die Vorlage zum Tor gegeben. Auf diesen Score-Punkt* bei Olympia bin ich sehr stolz. An einem Tag reiste meine Familie an mit zwei Freundinnen vom ESC Hügelsheim**, wo ich bei den Baden-Ladys in der Landesliga spiele. Die hielten eine Deutschlandfahne mit meinem Namen und meiner Nummer 4 hoch. Das hat mich sehr gefreut. Meine Fans. Ein tolles Gefühl. Unsere Medaillenverleihung fand auf dem Eis statt. 17 Mädels passen eben nicht aufs Treppchen. Schade eigentlich. Wir bekamen das Maskottchen, den Yoggl, als Stofftier und zwei Urkunden. Eine für Bronze und eine für die Olympia-Teilnahme. Die werden noch richtig fett gerahmt. Es kamen schließlich von mehr als 1000 Teilnehmern nur 57 aus Deutschland. Das ist schon was Besonderes. Ich habe viele Sportler aus unterschiedlichen Ländern kennengelernt und mit einigen am Schluss Daten, Mütze, Jacke oder den Deutschland-Pin ausgetauscht. Zu Hause brachten die Nachbarn Blumen und Glückwunschkarten. Alle haben sich mit mir gefreut. Am Sonntag trete ich mit den Baden Ladys vom ESC Hügelsheim gegen Schwenningen an. Als Stürmerin setze ich auf Schnelligkeit, Zocken und Schießen. Ich brauche das Adrenalin und das Auspowern. Mein Traum wäre, in der deutschen Damennationalmannschaft und dann noch mal bei Olympia oder einer Weltmeisterschaft dabei zu sein. Das wär das Größte. Und vielleicht irgendwann einen Sponsor. Die Ausrüstung ist teuer und hält nicht ewig."

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*Score-Punkt zählt leistungsmäßig wie ein Tor, ** Eis-Sport-Club Hügelsheim, Landkreis Rastatt.

Autor: aufgezeichnet von Sabine Model