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28. Oktober 2015

"Zukunft geht nur mit Vergangenheit"

Der ehemalige Bürgermeister von Heitersheim Jürgen Ehret übernimmt den Vorsitz beim Förderkreis Archäologie in Baden.

  1. Jürgen Ehret tritt die Nachfolge von Bianca Lang als Vorsitzender des Förderkreises Archäologie in Baden an. Foto: privat

FREIBURG/HEITERSHEIM (BZ). Der Förderkreis Archäologie in Baden e.V. mit Sitz in Freiburg hat auf seiner jüngsten Mitgliederversammlung in Buchen (Odenwald) einen neuen Vorstand gewählt. Der frühere Heitersheimer Bürgermeister Jürgen Ehret führt künftig den Vorsitz. Damit tritt er die Nachfolge von Bianca Lang, Juristin bei der Oberfinanzdirektion Karlsruhe, an. Stellvertretender Vorsitzender ist Jörg Heiligmann, Direktor des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg, Konstanz.

Die Geschäftsführerin des über 1000 Mitglieder zählenden Interessensverbands der Archäologen im badischen Landesteil, Renate Ludwig, Leiterin von Archäologie und Denkmalschutz am Kurpfälzischen Museum Heidelberg, dankte ihm für die Übernahme der verantwortungsvollen Aufgaben. Die Universität Freiburg stellt überdies die beiden Schriftleiter Gabriele Seitz, Akademische Oberrätin in der Abteilung Provinzialrömische Archäologie, sowie Professor Heiko Steuer, ehemaliger Ordinarius für die Archäologie der Frühgeschichte und des Mittelalters.

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Zusammen mit Professor Hans-Ulrich Nuber und Gabriele Seitz gelang Jürgen Ehret von 1989 bis 2010 die Erforschung und Präsentation der römischen Geschichte in der Malteserstadt Heitersheim. Dafür erhielt er im Jahr 2000 den Archäologie-Preis des Landes Baden-Württemberg. Die Auszeichnung wird seit 1998 alle zwei Jahre an Personen und Einrichtungen verliehen, die sich um die Landesarchäologie verdient gemacht haben. Als Bürgermeister hatte sich Jürgen Ehret leidenschaftlich für die Ausgrabungen der rechts-rheinisch einzigartigen römischen Villa urbana in seiner Gemeinde eingesetzt und diese sowie deren museale und kulturelle Nutzung zum wichtigsten Ziel örtlicher Kulturpolitik erklärt. Zur Finanzierung fand er unter großem persönlichem Einsatz und mit viel Phantasie Sponsoren, organisierte Benefizkonzerte mit dem Süddeutschen Rundfunk und dem Südwestfunk und kreierte einen Römerwein. Selbst Toto-Lotto und das Strukturprogramm Ländlicher Raum ließen sich für seine Idee begeistern. Damit, zeigte er für die Archäo-logische Denkmalpflege Möglichkeiten auf, wie kulturpolitische Aufgaben auch bei begrenzter staatlicher Förderung realisiert und die Öffentlichkeit begeistert werden können.
Diesem Engagement fühlt sich Ehret noch immer verpflichtet. Die Denkmalpflege hat für ihn einen hohen Stellenwert. Die Chance, an dieser neuen Stelle und in diesem Amt die Archäologie auf vielfältige Weise zu fördern, ist sein erklärtes Ziel. Deshalb nahm er die Wahl gerne an. "Wer die Geschichte und Vergangenheit nicht kennt, kann die Zukunft nicht gestalten", so sein Credo.

In diesem Sinne, so Ehret, wolle er die Ziele des Vereins, die seit mehr als vier Jahrzehnten bestehen, bestmöglich vertreten. Dabei gehe es um die Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie den Erhalt und die Sicherung von Kulturdenkmalen im Bereich des Landesteils Baden. Es gelte ferner, Ausgrabungen, Ausstellungen und Publikationen zu unterstützen und Exkursionen, Führungen und Vortragsveranstaltungen mit anerkannten Fachleuten zu organisieren.

Der Förderkreis ist überdies Herausgeber der Archäologischen Nachrichten und veröffentlicht zusammen mit dem Landesamt für Denkmalpflege das Archäologische Jahrbuch. Durch seine Wahl zum Vorsitzenden ist Ehret gleichzeitig Mitglied des Vorstandes der Förderstiftung Archäologie und teilt sich den Sitz im Denkmalrat des Landes Baden-Württemberg mit dem Vorsitzenden des württembergischen Förderkreises.

Autor: bz