Zwischen Benzin, Zigaretten und Zukunftsvisionen

Martin Pfefferle

Von Martin Pfefferle

Mi, 05. September 2018

Heitersheim

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Christoph Hoffmann absolvierte bei der Tankstelle Mayer in Heitersheim ein Kurzpraktikum.

HEITERSHEIM. "Ein Päckchen Zigaretten, bitte." Der FDP-Bundestagsabgeordnete Christoph Hoffmann greift ins Regal hinter sich, reicht dem Kunden, was dieser wünscht und kassiert ab. Kurzpraktikum bei der Tankstelle Mayer in Heitersheim, nennt Hoffmann diese Station seiner Sommertour. Den größten Teil des Umsatzes macht die Tankstelle Mayer tatsächlich mit Rauchwaren. Bei dem Termin geht es aber dennoch mehr um Mobilität und Kraftstoffe.

Die Tankstelle Mayer, die direkt neben der gleichnamigen BMW- und Mini-Vertragswerkstatt sitzt, ist ein Traditionsbetrieb. Seit 1978 wird dort Sprit verkauft im BFT, dem Bundesverband freier Tankstellen. 1997 wurde die heutige Tankstelle gebaut. Seit Anfang der 1980er-Jahre gibt es eine Waschhalle. Immer wieder wurde umgebaut, und 1991 wurde etwa ein flüssigkeitsfester Belag verlegt.

Das ganz große Geschäft mache man mit einer Tankstelle nicht, betont Inhaber Josef Mayer, an die Preise der Großen müsse man sich anpassen. Nur vom Benzinverkauf könnte man den Laden nicht aufrecht erhalten, sagt sein Sohn Martin Mayer. "Wenn sich es nicht lohnen würde, würden wir es nicht machen."

Allerdings würden TÜV, strengere Bestimmungen und viele Vorschriften die laufenden Kosten erhöhen. "Vor dem E-Auto haben wir keine Angst, weil Verbrennungsmotoren wahrscheinlich noch in den nächsten 20 Jahren eine Rolle spielen", so Martin Mayer. Denn: Das Stromnetz sei nicht für eine flächendeckende Versorgung der E-Mobilität ausgelegt. Aber auch beim Familienbetrieb Mayer spielt die E-Mobilität eine Rolle. Das Autohaus wird spätestens in den nächsten zwei Jahren eine Ladesäule erhalten. Das ist eine Vorgabe des Herstellers BMW für die Servicebetriebe, die auch E-Autos warten wollen.

Nicht nur das klassische E-Auto kann die Alternative für die CO2-freie Zukunft sein. Wasserstoff oder Methanol brachte Christoph Hoffmann ins Spiel. Diese beiden Kraftstoffe – sogenannte X-fuels – könnten grundsätzlich auch an Tankstellen verkauft werden. Dafür könne, so Hoffmann, überschüssige Energie aus Photovoltaik, etwa in der Sahelzone, in Kraftstoff umgewandelt werden, zeichnete er als Zukunftsszenario.

Das Laden einer E-Auto-Batterie dauere noch immer so lange, dass dies an Tankstellen weniger Sinn mache. Teuer ist eine E-Zapfsäule außerdem. Man könne mit Kosten von 100 000 Euro rechnen. Der Bundesverband freier Tankstellen, der bei dem Termin in Heitersheim auch vertreten war, kritisiert die Politik dafür, dass stets Alternativen gefunden würden, diese dann aber durch Besteuerung "kaputt gemacht" würden. Als Beispiel nannte man den sogenannten Bio-Diesel. Für Josef Mayer hingegen macht der Verkauf von Methanol zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn. "Das ist noch nicht aktuell", sagte er.