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19. Juni 2012

Heizzentrale soll bei der Sägerei Hättich entstehen

Energiegenossenschaft löst Standortfrage / Fernwärmeprojekt erfordert Investition von 3,2 Millionen Euro / Mehr Abnehmer.

ST. MÄRGEN. Die Heizzentrale für die geplante Fernwärmeversorgung soll bei der Sägerei Hättich entstehen. Das gaben Adalbert Heitzmann und Josef Saier, die Vorsitzenden der neu gegründeten Energiegenossenschaft, bei einer Informationsveranstaltung mit Ingenieur Arnold Berghoff zum Stand der Dinge am Freitagabend in der Schwarzwaldhalle bekannt. Mehr als 150 Interessenten haben ihren Anschlusswillen bekundet und die Wärmelieferverträge erhalten, Abgabefrist ist Ende Juni.

Als ideal bezeichnen die beiden Vorsitzenden den ausgewählten Standort für die Heizzentrale. Sie soll auf dem Gelände der Sägerei Hättich entstehen, deren Betrieb Ende des Jahres ausläuft. Dann wird das Sägegebäude abgerissen und an derselben Stelle ein neues Gebäude errichtet. "Das ist ein Glücksfall", meinte Josef Saier, "die Topografie ist wie gemacht dafür". Das Grundstück hat die passende Größe und liegt verkehrsgünstig an der Wagensteigstraße. Zudem befindet es sich im Gewerbegebiet, so dass eine Baugenehmigung leichter zu erhalten ist; es muss nur eine Nutzungsänderung in bereits bebautem Gebiet beantragt werden.

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Informiert wurden die Anwesenden über die neusten Zahlen und den vorgesehenen Zeitplan. Die voraussichtliche Investitionssumme liegt nun bei rund 3,2 Millionen Euro. Finanziert werden soll die Investition über Geschäftsguthaben der Mitglieder (225 000 Euro), Zuschüsse (318 000 Euro) und ein Bankdarlehen (knapp 2,7 Millionen Euro). Sollten alle 151 Interessenten, die bisher dem Anschluss zugestimmt haben, ihren Vertrag unterschreiben, wird eine Anschlussleistung von 3020 Kilowatt und eine verkaufte Wärmemenge von 5800 Megawattstunden erreicht. Das würde einen Jahresumsatz von 468 000 Euro ergeben und damit ausreichen, um Schulden und Zinsen zu tilgen, die Kosten zu bezahlen und Rücklagen zu bilden. Die Finanzierung ist auf 19 Jahre angelegt.

Wohl alle öffentlichen Gebäude schließen an

Voraussichtlich schließen alle öffentlichen Gebäude samt Kirche und Hotels an, auch die "Goldene Krone", die vor nicht ganz zehn Jahren ihre Pelletsheizung in Betrieb genommen hat. Gut möglich ist, dass weitere Abnehmer hinzukommen. Am Ende der Versammlung bekundete gleich einer sein Interesse, und, wie Heitzmann sagte, kämen immer wieder auch Leute zu den Veranstaltungen, die eigentlich abgelehnt hätten. So mancher habe es sich inzwischen anders überlegt.

Weitere Themen waren die Modalitäten für die Mitgliedschaft in der Genossenschaft, die Geschäftsanteile, die Kosten und Zuschüsse für den einzelnen Hausbesitzer und die Energie- und Bezugspreise.

Abgabetermin für die Verträge ist Ende Juni. Heitzmann und Saier pochen auf diesen Termin, damit der weitere Zeitplan eingehalten werden kann. Derzeit werden noch individuelle Fälle geklärt, die Verantwortlichen haben sich bereits mehrere Häuser angeschaut. Für die Planung ist das nächste halbe Jahr vorgesehen. Anfang nächsten Jahres soll, sobald die Witterung es zulässt, mit den Bauarbeiten begonnen werden. Zeitweise wird es mindestens drei Baustellen im Ort geben, wobei auf die Belange des Tourismus soweit wie möglich Rücksicht genommen wird. Es ist den Vorsitzenden wichtig, dass das Projekt zeitnah umgesetzt wird. Heitzmann: "Es muss eine Dynamik rein, dass es wieder fertig wird und Ruhe einkehrt im Dorf."

Autor: Alexandra Wehrle


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