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19. Mai 2017

Bleichbach soll naturnah werden

Zweckverband Hochwasserschutz will Planungsangebot einholen.

HERBOLZHEIM. Beim Zweckverband Hochwasserschutz Bleichbach läuft es rund: Die Jahresrechnung 2016 endete mit einem größeren Plus als geplant, der Haushalt 2017 wurde einstimmig von den beiden Verbandsgemeinden Herbolzheim und Kenzingen beschlossen. Beauftragt wurde am Mittwoch ein Gewässerentwicklungsplan: Ob er Verbandsaufgabe ist oder Sache der Stadt Herbolzheim, muss noch geklärt werden.

Die Zahlen des Zweckverbands stellte Verbandsrechner Gerhard Kalt vor. Der Zweckverband Hochwasserschutz Bleichbach hat mit den Rückhaltungen Goldbrunnen, Erlenmatten und Kirnbach ein Anlagenvermögen von rund 11,7 Millionen Euro, die Schulden liegen bei 1,2 Millionen Euro. Die Jahresrechnung 2016 schloss mit weniger Ausgabe im Verwaltungshaushalt: Die Sicherheitsüberprüfung des Rückhaltebeckens Goldbrunnen ist noch nicht abgeschlossen und es gab Einsparungen bei der Unterhaltung der Anlagen. Die beiden Städte erhielten 2016 eine Rückvergütung.

Der Haushaltsplan 2017 sieht außer der Fertigstellung der Sicherheitsprüfung für den Goldbrunnen keine besonderen Maßnahmen vor. Die Arbeiten müssen bis 15. Oktober beendet und abgerechnet sein. Die drei Rückhaltebecken des Zweckverbands und die dazugehörigen technischen Anlagen werden 2017 in gewohntem Umfang unterhalten. "Vorbehaltlich der Wettereignisse werden wir den Pan umsetzen können", sagte der Verbandsvorsitzende, Herbolzheims Bürgermeister Ernst Schilling.

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Beauftragt wurde die Einholung eines Angebots für einen Gewässerentwicklungsplan für den Bleichbach. Von der Quelle bis zur Mündung soll der Bachverlauf unter die Lupe genommen werden. Ziel ist es, ein naturnahes Gewässer zu schaffen. Aufweitungen und Flachwasserzonen bringen nicht nur eine Aufwertung der Landschaft, sondern verringern das Abflussvolumen und können damit die Rückhaltung verbessern. Mit dem Gewässerentwicklungsplan für den Bleichbach steht außerdem eine größere Fläche zur Verfügung, die als Ausgleichsfläche herangezogen werden kann, erläuterte Schilling.

Bei einem Termin im Januar 2017 fand in Herbolzheim eine Informationsveranstaltung zur Gewässerentwicklung statt. Organisiert hatten sie Bündnis 90/Die Grünen. Referenten von Behörden und Fachleute aus den Niederlanden waren gekommen, nur die Verbandsmitglieder waren nicht dabei. Der stellvertretende Verbandsvorsitzende, Kenzingens Bürgermeister Matthias Guderjan, stellte in der Verbandssitzung fest, dass erst einmal überprüft werden müsse, ob der Gewässerentwicklungsplan tatsächlich eine Aufgabe des Zweckverbands ist. Für Schilling steht das fest, weil es dabei auch um die Gewinnung von Rückhalteräumen geht. Wenn es Aufgabe des Verbands sei, werde sich Kenzingen nicht verweigern, sagte Guderjan. Die Verbandsvorsitzenden werden die Zuständigkeit jetzt klären und das Angebot für den Gewässerentwicklungsplan einholen.

Autor: Ilona Hüge