Ein Dankeschön an Luther

Andrea Strumberger

Von Andrea Strumberger

Di, 28. November 2017

Herbolzheim

Schüler der Elisa-Schule in Tutschfelden führen ein szenisches Singspiel über den Reformator auf.

HERBOLZHEIM-TUTSCHFELDEN. Nach neun Monaten Vorbereitung fand am Sonntag in Tutschfelden die Aufführung des szenischen Singspiels "Martin Luther" statt. Das Projekt der Elisa-Schule zog ein breites Publikum an. Abwechselnd sangen, musizierten und schauspielerten die Schüler die Geschichte und die Botschaft des Reformators. Selbstgenähte Kostüme, ein detailliertes Bühnenbild und Instrumente unterstützten die Vorstellung.

"Jeder hat eine Rolle übernommen", sagte Schulleiterin Sylvia Clemens. Schüler, die seit vielen Jahren Instrumente spielen, habe man gut einbauen können, so die Schulleiterin. Darunter waren Xylophone, Trompeten, Flöten, Geigen und das Klavier. Einige Schüler waren sowohl in einer schauspielerischen als auch einer musikalischen Rolle zu sehen.

In dem Singspiel erzählte die Großmutter ihrer Enkelin und deren Freundinnen, wie Martin Luther gegen den Ablasshandel und gegen das Gottesbild, das die Kirche vermittelte, protestiert hatte. Auch dass er die Bibel in die Volkssprache übersetzt hatte und den Menschen somit Zugang zu dem Wort Gottes gewährte, war Thema des Stücks. So seien nach und nach die evangelische und weitere Kirchen entstanden, wie die Adventisten, zu der auch die Elisa-Schule gehöre.

"Die Reformation liegt uns am Herzen", sagte die Schulleiterin, besonders zum 500. Jubiläum. Genauso habe man zeigen wollen, dass es hier eine kleine Schule mit rund 60 Schülern gebe, um Danke zu sagen, so Clemens. Die Aufführung sei gleichzeitig von Kindern für Kinder und für die Kommune, den Ortschaftsrat, die Gemeinschaft und die Bürger, erklärt sie. Die Schulleiterin wies auch auf einen aktuell laufenden Förderwettbewerb der Sparda-Bank hin, bei dem man für die Schule abstimmen könne. Mit einer möglichen Förderung könnte die Schule unter anderem Hochbeete für ihren Garten anschaffen.

"Es war eine richtig gute Zeit, die uns als Schule zusammengeschweißt hat", sagte Sylvia Clemens. Alles sei in Eigenregie geschaffen worden – bis auf das Tor, an welches Luther in dem Stück die 95 Thesen gegen den Ablasshandel nagelte. "Wir haben uns bemüht, das Schlosstor aus Wittenberg zu bekommen", sagte die Schulleiterin im Scherz. Stattdessen habe der Heimatverein Tutschfelden ein fast 400 Jahre altes Tor bereitgestellt. Siebtklässler nähten die Kostüme, im Chor sangen Schüler von der zweiten bis zur zehnten Klasse. Die Musik war von Ingo Bredenbach, der Text von Anna Magdalena Bredenbach. Eva Paul übernahm die Leitung und Günter Preuß die Ergänzungen und das Arrangement. "Ich habe immer noch Gänsehaut", sagte die Schulleiterin nach der Vorstellung. Auch das Publikum erlebte es ähnlich und brachte das mit großem Beifall zum Ausdruck.