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11. Juli 2010 15:11 Uhr

Feuerwehr im Dauereinsatz

Herbolzheim: Unwetter sorgt für 63 Einsätze

Ein schweres Unwetter hielt in der Nacht zum Sonntag die Einsatzkräfte vor allem in Herbolzheim und dem Bleichtal in Atem. Die Gesamtwehr Herbolzheim war von späten Samstagabend an rund fünf Stunden lang im Dauereinsatz. Personen wurden offenbar nicht verletzt.

  1. Aufräumen am Morgen danach: Ein Fahrzeug der Herbolzheimer Feuerwehr liefert das Wasser zum Reinigen der freigeräumten Straßen. Foto: Feuerwehr Herbolzheim

  2. Die Wassermassen haben kräftig am Ufer bei der erst vor kurzem installierten Fußgängerbrücke im Bleichtal genagt. Foto: Feuerwehr Herbolzheim

  3. Im Bachbett eine braune Brühe, am Ufer Reste der Schlammmassen, die das Unwetter durch die Straßen geschwemmt hatte. Foto: Feuerwehr Herbolzheim

  4. Aufräumen am Morgen danach: Reste der Schlammmassen, die das Unwetter durch die Straßen geschwemmt hatte. Foto: Feuerwehr Herbolzheim

  5. Aufräumen am Morgen danach: So wie die Dreschergasse in Broggingen waren vorübergehend mehrere Straßen und Weg von Erdrutschen blockiert. Foto: Feuerwehr Herbolzheim

  6. Aufräumen am Morgen danach: Ein Fahrzeug der Herbolzheimer Feuerwehr liefert das Wasser zum Reinigen der freigeräumten Straßen. Foto: Feuerwehr Herbolzheim

  7. Am Morgen danach: Das Regenrückhaltebecken bei Broggingen ist voll. Foto: Tanja Renter

  8. Erdrutsche wie hier an der Dreschergasse in Broggingen forderten am Sonntag auch den städtischen Bauhof. Foto: Tanja Renter

  9. Aufräumen am Morgen danach: Schlamm und Geröll am Straßenrand im Bleichtal Foto: Feuerwehr Herbolzheim

HERBOLZHEIM/ NÖRDLICHER BREISGAU. In der Integrierten Leitstelle in Emmendingen sah man das Unheil quasi "live" im Wetter-Radar kommen. Am späten Samstagabend – das WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft war kaum abgepfiffen – bildete sich eine Gewitterzelle am Himmel über dem Landkreis. Die Feuerwehr rückte zu ersten Einsätzen in Teningen und Emmendingen aus, berichtet Roland Schmucker, Leiter der Emmendinger Leitstelle, am Tag danach. Doch dann zog das Unwetter Richtung Ortenau und entlud sich mit voller Wucht über Herbolzheim und dem Bleichtal – mit starkem Hagelschlag und massiven Niederschlägen.

Was sich Beobachtern vom Kaiserstuhl aus als spektakuläres Wetterschauspiel am nordöstlichen Nachthimmel präsentierte, war für die Herbolzheimer Feuerwehr harte Arbeit. In knapp einer Stunde wurden Wassermengen von 55 Litern auf den Quadratmeter gemessen, berichtet Gesamtwehrkommandant Martin Hämmerle. Folge des Starkregens: Binnen weniger Minuten wurden rund 30 Einsätze über die Integrierte Leitstelle in Emmendingen gemeldet. Angesichts dieser Situation wurde die Gesamtwehr Herbolzheim einschließlich der Abteilungen Wagenstadt, Bleichheim, Broggingen und Tutschfelden alarmiert.

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Auch in der Leitstelle selbst war Verstärkung nötig, um die Arbeit bewältigen zu können. Während dort Kreisbrandmeister Jörg Berger die Arbeit der Wehren koordinierte, wurde im Gerätehaus Herbolzheim die Einsatzleitung eingerichtet. Hier wurde aufgenommen und koordiniert, was die Leitstelle, aber auch Passanten meldeten.

Die Regenfälle sorgten dafür, dass viele Keller voll liefen, berichtet Hämmerle. Zwischen 10 und 50 Zentimeter hoch stand das Wasser in den Kellern, die mit Tauchpumpen leergepumpt wurden. Die Wassermassen überfluteten viele Straßen. Weil die Kanalisation das viele Wasnicht schlucken konnte, wurden Gullydeckel herausgedrückt. Die Bahnunterführung an der Rheinhausenstraße war für mehr als zwei Stunden für den Verkehr voll gesperrt; hier musste die Feuerwehr mehrere Autos aus dem Wasser bergen. Durch den starken Wind wurden Gegenstände umhergeschleudert und Dekorationsmaterial vom vergangenen Stadtfest abgerissen. Mancherorts rutschten Böschungen ab und blockierten Straßen und Wege. Bis drei Uhr morgens hatten die Feuerwehrleute in Herbolzheim alle Hände voll zu tun, gegen vier Uhr früh endete die Einsatzbereitschaft für die rund 50 Helfer mit ihren elf Fahrzeugen.

Stark gefordert war Schmucker zufolge auch die Polizei im ganzen Landkreis. Im Einsatz war auch der Herbolzheimer Bauhof, der am Sonntag die Aufräum- und Reinigungsarbeiten fortsetzte. Sichtbare Schäden hinterließen die Wassermassen unter anderem bei der neuen Fußgängerbrücke im Bleichtal. Schlamm und Geröll zeigen bei Tageslicht, wo sich nachts die braunen Fluten durch die Straßen ergossen. Dass nicht noch mehr passierte, dafür sorgten Schutzeinrichtungen wie das Brogginger Rückhaltebecken.

Autor: Martin Wendel