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11. März 2010 14:35 Uhr
Woche des Waldes
Pflanzaktion: 1000 Helfer packen an
Ab Montag findet in Herbolzheim erstmals eine "Woche des Waldes" statt. Bei zwei großen Pflanzaktionen werden voraussichtlich bis zu 1000 Helfer erwartet, die sich um die Wiederaufforstung von rund fünfeinhalb Hektar Waldfläche verdient machen wollen.
HERBOLZHEIM. Bei der Woche des Waldes demonstriert die Forstverwaltung außerdem, wie mit schweren Geräten Holz geerntet, Wege angelegt und Flächen erschlossen werden können – und das durchaus umweltschonend und kostensparend.
Vor zehn Jahren fegte Orkan Lothar übers Land und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Auf vielen der damaligen Kahlflächen hat sich mittlerweile ein junger Baumbewuchs gebildet, die so genannte Naturverjüngung. Doch das hat nicht überall geklappt, vor allem dort nicht, wo wuchernde Brombeeren oder ähnliches Gestrüpp kaum eine vernünftige Vegetation zuließen. Hier müssen die Forstleute nun eingreifen, das Gestrüpp roden und von Hand anpflanzen. Doch das benötigt viele Helfer.Dies brachte Herbolzheims Förster Christian Funke auf die Idee, eine Werbewoche zu veranstalten, in der die Bürger jede Menge Wissen vermittelt bekommen. Außerdem sollten sie die Gelegenheit erhalten, etwas für ihren Wald zu tun, um dazu beizutragen, ihn als Naherholungsgebiet und wertvolle Rohstoffquelle weiter zu erhalten. Die Menschen sollen nach Funkes Vorstellungen auch die Möglichkeit bekommen, Waldarbeit und moderne Formen der Waldbewirtschaftung hautnah mitzuerleben.
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Schulleiter und Lehrer, die Funke angeschrieben hatte, waren begeistert von der Idee und sagten spontan eine Teilnahme mit ihren Klassen zu. "Wir haben eine große Verbundenheit erfahren", sagte Funke in einem Gespräch mit der BZ. So werden zwischen Montag und Mittwoch insgesamt rund 700 Schülerinnen und Schüler aus Grund-, Haupt- und Realschulklassen mit Schulbussen in den Brogginger Wald ausrücken, um jeweils zwischen 9 Uhr und 14 Uhr eine Fläche von 2,5 Hektar zu bepflanzen. Nach einer kurzen theoretischen Einführung durch Christian Funke werden kleine Gruppen gebildet, die unter Anleitung von weiteren Forsthelfern zum Spaten greifen, um 0,8 Hektar mit 2200 Walnussbäumchen und 1,7 Hektar mit jungem Bergahorn aufzuforsten. Das Motto lautet: "Stadtwald Herbolzheim, mit meinem Baum". Nach getaner Arbeit gibt es nicht nur ein stärkendes Vesper für jeden, sondern auch eine Dankesurkunde, die die Patenschaft der Schüler für "ihren" Waldbaum dokumentiert.
Für die kommende Woche sind langsam steigende Temperaturen vorhergesagt, so dass Christian Funke zuversichtlich ist, dass spätestens ab Dienstag alles wie geplant verläuft. Sollte jedoch gefrorener Boden den Tatendrang der jungen Helfer bremsen, wird ihnen statt dessen vorgeführt, wie ein Vollernter wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll eingesetzt werden kann und wo dessen Grenzen sind, die Handarbeit erforderlich machen. Unter dem Titel "Harvestereinsatz – motormanuelle Starkholzernte" sind diese Arbeitsschritte im Rahmen einer Exkursion für Bürger auch am Freitag, 19. März, von 15 bis 18 Uhr zu sehen. Treffpunkt ist das Herbolzheimer Höfle.
Bereits tags zuvor können sich alle Interessierten zwischen 16 Und 18 Uhr ebenfalls ab Höfle ein Bild davon machen, wie ein Räumbagger mit 15-Meter-Arm und Roderechen Flächen von Restholz befreit, und das ausgesprochen bodenschonend. Als eine Besonderheit kündigt Christian Funke die so genannte "Feinerschließung" an. Hier kann man zusehen, wie eine Großfräse im Abstand von etwa 30 Metern Schneisen in Bestände von 5 bis 6 Meter hohen, dicht stehenden Bäumen frisst, damit der Jungwald für die notwendige Pflege und Ausdünnung erschlossen werden kann.
Unter dem Motto "Zehn Jahre nach Lothar" sind alle Bürger zum Abschluss der Waldwoche zu einer Pflanzaktion am Samstag, 20. März, zum Herbolzheimer Höfle eingeladen. "Ich rechne mit etwa 200 Teilnehmern", gibt sich Christian Funke zuversichtlich und hofft auf günstiges Pflanzwetter. Aufgeforstet werden soll eine Fläche von 3 Hektar. Gesetzt werden sollen jeweils rund 3500 Nordmannstannen, Douglasien und Lärchen. Als Dankeschön gibt es für alle ein Vesper. Außerdem können sich die Teilnehmer mit ihrer Unterschrift an einem großen Holzbrett verewigen. Mit dabei sein werden übrigens auch Forstbedienstete aus Frankenberg, (Nordhessen), Hallenberg und Schmalenberg (Nordrhein-Westfalen). Sie hatten damals bei den Aufräumarbeiten nach dem Sturm Lothar in Herbolzheim mit angepackt. Nun wird für sie interessant sein, zu sehen, wie sich der Wald seither entwickelt hat.
Der offizielle Abschluss der Waldwoche findet am Samstag Abend um 20 Uhr im Bürgerhaus in Tutschfelden statt. Bürgermeister Ernst Schilling wird den Helfern danken und sie zu Wein und Musik einladen.
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Autor: Siegfried Gollrad
