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20. Juli 2012

Spannende Klangwelten

Sun Yiqi (Violine) und William Cuthbertson (Klavier) im Torhaus.

  1. Sun Yiqi Foto: Ilona Hüge

HERBOLZHEIM. Das klassische Konzert mit dem Húdié Duo hat beste Resonanz ausgelöst: Der Abend im Torhaus war ausverkauft. Kein Wunder, denn im Duo spielen Sun Yiqi (Violine) und William Cuthbertson (Klavier).

Beide Musiker traten bereits in Herbolzheim auf und haben ihre Fans. Sun Yiqi hat die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule Freiburg bestanden und wird im Herbst im Förderprogramm für Hochbegabte ihr Studium starten. Sie wohnt bei Gasteltern in Tutschfelden und besuchte im vergangenen Jahr auch einige Zeit das Gymnasium Kenzingen.

William Cuthbertson ist Konzertpianist und Klavierlehrer, lebt in Waldkirch und gilt als Meister der Improvisation.

In Herbolzheim gab es ein Programm mit einer Mischung aus klassischer europäischer und moderner asiatischer Musik. Sun Yiqi, die für die Aufnahme in Freiburg im vergangenen Jahr noch Klarinette und Klavier gelernt hat, fühlte sich mit den klassischen Violinsonaten noch nicht ganz so wohl wie mit den Komponisten ihrer Heimat. Bei der Violinsonate C-Dur zum Auftakt war das zu hören, bei Bachs Partita Nr.2 d-moll und Händels Violinsonate Nr.12 F-Dur war es weniger deutlich. Sun Yiqi klang immer dann am besten, wenn das Stück viel Ausdruck verlangte.

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Ihr großartiges Können zeigte die 17-Jährige im zweiten Teil des Abends. Mit virtuosem Bogeneinsatz ging es quer über alle Saiten, mit kurzen Strichen und höchsten Tönen zu spannenden Klangwelten. Sun Yiqi sagte ihre Stücke im Torhaus selbst an und erläuterte sie ein wenig fürs Publikum. Ein Lied der Uiguren, das den Frühling in Xin Chian rühmt, Filmmelodien aus Japan und natürlich ihr Lieblingsstück, das Lied der Fischer mit der Bitte für einen guten Fang vom chinesischen Komponisten Li Zili, waren dabei.

William Cuthbertson begleitete am Flügel und stellte sich mit Solo-Stücken vor. Im klassischen Teil wählte er eine Arabesque von Debussy und ein Impromptu von Chopin, im zweiten Teil eine orientalische Fantasie von Mili Balakirew.

Er hatte es nicht ganz leicht, sich von der besten Seite zu zeigen. Der kleine Flügel im Torhaus diente früher viele Jahrzehnte dem Gesangverein Concordia. Cuthbertson blieb die nicht ganz einfache Aufgabe, aus diesem Instrument herauszuholen, was möglich ist, und stieß dabei an Grenzen.

Für den herzlichen und anhaltenden Beifall bedankten sich die Musiker mit einer Zugabe aus der Feder von Cuthbertson. Als Húdié Duo werden sie im Oktober die Waldkircher Kulturwochen eröffnen und im November auf Tournee nach England gehen.

Um ein nächstes Konzert in Herbolzheim warb Bürgermeister Schilling mit einem besseren Flügel und der Akustik im Bürgerhaus Tutschfelden.

Autor: Ilona Hüge