Vom Breisgau nach Bangladesh

Ilona Hüge

Von Ilona Hüge

Fr, 26. September 2014

Herbolzheim

Ansgar Mager verlässt die Sozialstation Sankt Franziskus und geht für die Weltgesundheitsorganisation nach Asien.

HERBOLZHEIM. Ansgar Mager, Pflegedienstleiter seit 2002 und zusätzlich seit 2008 Geschäftsführer der Sozialstation Sankt Franziskus unterer Breisgau, hat seinen letzten Arbeitstag hinter sich. Er verlässt Herbolzheim für die Mitarbeit an einem Projekt der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Bangladesh. Mager wurde am Donnerstag vom Vorstand mit Dank und Anerkennung verabschiedet.

Ansgar Mager (54) begann 2002 seinen Dienst bei der Sozialstation Sankt Franziskus als Pflegedienstleiter. Neu war damals ein Mann auf dieser Position unter den Mitarbeiterinnen, und er sollte zunächst einmal Ruhe in den Betrieb bringen, erinnerte sich der Vorstandsvorsitzende Dieter Bodemer bei der Verabschiedung. Mager trat mit einem Programm an: Er wollte für Wirtschaftlichkeit sorgen, die Mitarbeiter weiterbilden und das Leitbild verwirklichen. "Das ist Ihnen ausgezeichnet gelungen", sagte Bodemer.

Die Sozialstation veränderte sich unter Magers Leitung, der ab 2008 zusätzlich die Aufgabe des Geschäftsführers übernahm. Er führte Qualitätssicherung, Berichtswesen, Controlling und die mobile Datenerfassung ein. Er baute das Wundmanagement auf, sorgte für den Einstieg in Kinästhetik und Palliativpflege, betreute den Ausbildungsbetrieb der Sozialstation und kümmerte sich genau so um die Begleitung des ehrenamtlichen Helferkreises. Er tat das stets bescheiden, zuverlässig und fair, Mitarbeiter orientiert und belastbar, wie ihm der Vorstandsvorsitzende Bodemer bescheinigte. "Seine Leitungstätigkeit ist maßgeblich am Erfolg der Sozialstation beteiligt", dankte er dem scheidenden Geschäftsführer.

Unter Ansgar Mager hat sich der Umsatz verdoppelt, die Sozialstation wurde wirtschaftlich konsolidiert. Eine Revision des Erzbischöflichen Ordinariats bestätigte das: Die Sozialstation arbeitet ausgesprochen gut und gehört zu den "Top Ten im Erzbistum Freiburg", sagte Bodemer. Seit einem Jahr ist aus der katholischen eine ökumenische Sozialstation geworden, die mit dem Caritasverband und dem Diözesanverband zusammenarbeitet.

"Wir verlieren Sie sehr ungern", sagte Bodemer. Mager hat sich für die Mitarbeit an einem Projekt in Bangladesh entschieden. Er wird zunächst für ein halbes Jahr mit seiner Frau nach Mati gehen, um dort ganz konkret die Ziele der Weltgesundheitsorganisation – "weniger Hunger, mehr Hygiene" – umzusetzen. Für diese Tätigkeit wünschten ihm die Vorstandsmitglieder und Pfarrer Martin Sauer (Herbolzheim) und Frank Martin (Kenzingen) sowie die Mitarbeiter Erfolg und persönliche Erfüllung.

Die Nachfolge ist geregelt: Die Pflegedienstleitung übernimmt jetzt in voller Verantwortung die bisherige Stellvertreterin Erika Schweizer. Als Geschäftsführerin stellte der Vorstand die Betriebswirtin Nathalie Müller (40) ein. Sie stammt aus Freiburg, studierte dort Betriebswirtschaft, arbeitete zehn Jahre als Abteilungsleiterin für Projektmanagement Logistik und Business-Development in Stuttgart und wohnt seit drei Jahren in Kenzingen.