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10. April 2010
WOCHENSPIEGEL: Genervt
Ja, Fotografen nerven. Vor allem bei klassischen Konzerten. Sie trampeln zwischen Zuschauern und Musikern herum, sie lassen die Verschlüsse ihrer Kameras auch mal in den pianissimo-Passagen klicken und verwandeln mit dem Stroboskoplicht ihrer Blitze den Konzertsaal in eine Disko. Der Verfasser dieser Zeilen gehört dazu – und kann sich in den Lebenslauf schreiben, dass er schon mal wegen der Knipserei von Udo Jürgens persönlich gemaßregelt wurde. Trotzdem möchte er an dieser Stelle eine Lanze brechen: Fotografen wollen Veranstaltungen nicht stören, sondern dokumentieren – mit guten Bildern. Die sind nicht zu machen, wenn man verschämt aus der letzten Reihe fotografiert. Das Klack-Klack-Klack muss manchmal einfach sein, um beispielsweise einen besonderen Ausdruck im Gesicht des Musikers festzuhalten. Zugegeben: Es gibt auch Kollegen, die es ein wenig übertreiben. Der Einsatz von Blitzlicht ist dann nicht zu umgehen, wenn die Bühne schlecht ausgeleuchtet ist und das vorhandene Licht für ein kontrastreiches Foto nicht ausreicht. Wenn das Licht beispielsweise nur von oben kommt, haben die Musiker ganz schnell Augenringe und sehen aus, als ob sie die letzten Nächte durchgemacht hätten. Wer will sich das in der Zeitung ansehen? Danke für’s Verständnis.
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Am Ende, gestand der Zunftarchivar, kam er sich vor wie die "Kate Moss von Endingen." Mehrere Stunden hatten Wolfgang Koch und seine Jokili-Kollegen dem Modefotografen Axel Hoedt vor zwei Jahren Porträt gestanden, auf weißer Leinwand in der Endinger Kornhalle. Vor einem Jahr wurden die Fotos dann in Hamburger ZEIT-Magazin gedruckt – das Endinger Stadttier war ebenso zu sehen wie die Drahtmaske eines Alt-Jokili und andere Fasnetsfiguren aus dem süddeutschen Raum. Die Porträtserie "Furchtbar komisch" schlug Wellen: Der gebürtige Staufener Hoedt, der mittlerweile in London lebt, wurde jetzt dafür mit dem Lead-Award in Gold ausgezeichnet, einer Art Oscar der deutschen Kreativszene. Mit dem echten Model Kate Moss wäre auch nicht mehr drin gewesen.
Autor: pam
