WOCHENSPIEGEL: Gesichter und Geschichten

Patrik Müller

Von Patrik Müller

Sa, 08. September 2018

Herbolzheim

Kleine Stadt, großer Auftritt: Porträts von mehr als 1000 Endingern sind im deutschen National-Geographic-Magazin abgebildet. In der Titelgeschichte der Septemberausgabe geht es um das Thema Gesicht. Eine Autorin hat zum Beispiel über Jahre ein junges Mädchen begleitet, das sich einer aufwändigen Transplantation unterzieht. Im Heft steht aber auch eine Geschichte darüber, was das Gesicht für die Identität eines Menschen bedeutet. Hier kommen die Endinger ins Spiel: Im Jahr 2015 hat der Künstler Wolf Nkole Helzle 1344 Einwohner fotografiert und die Bilder, unter anderem, mit einer speziellen Software zu einem einzigen Gesicht verschmolzen. Das steht auf einer Doppelseite des Heftes jetzt den Einzelporträts gegenüber. "Mit jedem Blick in ein Augenpaar und jeder Begegnung bekomme ich eine Antwort auf die Frage: Wer sind wir?", zitieren die Redakteure den Künstler. Der Endinger Buchhändler Wolfgang Koch, der damals den Kontakt zu Helzle hergestellt hatte, teilt am Freitagmorgen ein Foto der Doppelseite auf Facebook. "WOW!", schreibt er in Großbuchstaben, "Wahnsinn!"

Einfach wieder aufstehen

Beim Springreitturnier des Reit- und Fahrsportvereins Kenzingen und Umgebung am vergangenen Wochenende waren insbesondere in den unteren Klassen einige spektakuläre Stürze zu beobachten. Zum Beispiel dann, wenn Pferde den Sprung übers Hindernis verweigerten und Reiter über die Köpfe der Tiere abgeworfen wurden. Man mag sich gar nicht vorstellen, welche Show einige hochbezahlte Fußballprofis danach abgezogen hätten. Mit schmerzverzerrtem Gesicht, um Mitleid bettelnd und den sterbenden Schwan mimend, wäre da beim Schiedsrichter die Bestrafung des Gegners – am besten die Rote Karte – eingefordert worden. Bei den jungen Reitern galt der erste Gedanke dem Pferd. Erst beruhigten sie die Tiere. Danach saßen sie sofort wieder auf und machten noch ein, zwei Sprünge, um wieder Sicherheit zu gewinnen. Auch in anderen Sportarten ist es üblich zu versuchen, nach einem Sturz so schnell wie möglich weiterzumachen. Fußballer: Bitte nachmachen!