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13. März 2010

WOCHENSPIEGEL: Warmgehalten

Das heutige Berufsleben stellt immer härtere Anforderungen: Abi mit 17, Doktor mit 27, dazwischen noch ein Jahr Wirtschaftspraktikum in Nanjing und ein Jahr Entwicklungshilfe in Namibia. Das Vereinsleben wird aber auch immer fordernder – vor allem, wenn es um mehr geht als bloße Freizeitgestaltung. Die Vorstandsmitglieder der Bürgerinitiative Bürgerprotest Bahn (BI) können davon ein Lied singen: Arbeit, Arbeit, Arbeit. Ausschussitzungen, Akten, Aktionen gegen die DB Projektbau. Das Ganze ist so aufreibend, dass prominente Bahnprotestler öfter mal aus beruflichen oder zeitlichen Gründen ihren Rücktritt erklären. Roland Diehl, Sprecher des Dachverbandes der Bürgerinitiativen am Oberrhein (IG Bohr), hat dieses Problem nicht – er ist Rentner. "Es ist schon eine sehr große Belastung, wenn man nebenher noch einen Beruf ausüben muss", sagte er beim Treffen in Herbolzheim. Die Initiativen planen langfristig und so versprach er Uwe Haller, der den BI-Vorstand verließ: "Wir halten Ihnen den Sitz bei der IG Bohr warm, denn irgendwann sind Sie auch Pensionär."

Ausgeplaudert

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Vor einer Woche war der Innenminister des Landes zu Besuch in Endingen. Heribert Rech eilte ins Rathaus, dann ohne Pause zu den Parteifreunden ins Bürgerhaus – und hatte erst einmal Hunger. Der Minister verspeiste Würstchen und hatte danach jede Menge Zeit. Er blieb bis zum Ende des Kreisparteitags und dehnte den Besuch noch aus. In der nächst gelegenen Kneipe, gleich beim Bürgerhaus um die Ecke, war es offenbar so gemütlich, dass der Minister bis weit nach Mitternacht blieb. Wie es in Endingen die Runde machte, genossen das alle – mit Ausnahme von Rechs Bodyguards. Der Innenminister gehört zu den beiden Regierungsverantwortlichen, die rund um die Uhr Personenschutz dabei haben. Der andere ist übrigens der Ministerpräsident. Warum das so ist, ließ sich bei Rechs Rede im Bürgerhaus unschwer erahnen. Er plauderte vor den Parteifreunden aus seinem Arbeitsleben als oberster Dienstherr der Polizei, und dazu gehört dann etwa die Beschäftigung mit solchen Kunden wie den "Sauerland-Terroristen". Rechs überaus spannender Darstellung ließ sich entnehmen, dass sie auch von Baden-Württembergs Spezialkräften überwacht wurden.

Rangezoomt

Apropos Überwachung: Ein großes Suchmaschinenunternehmen fotografiert am Boden alles, um es online verfügbar zu machen. Dessen Luftaufnahmen dagegen sind gerade im ländlichen Raum ganz und gar nicht aktuell. Die BUND-Gruppe Herbolzheim nutzt deshalb den kostenlosen und öffentlich zugänglichen Dienst der Geodateninfrastruktur Baden-Württemberg, um aktuelle Einblicke von oben zu bekommen. Ein Teil dieses Dienstes ist der so genannte Geodatenviewer, eine Satellitenbildsammlung. Auf dem Kartenmaterial kann in Herbolzheim beispielsweise mühelos der Tagbruch im Berg, die beginnenden Abrissarbeiten am Krankenhaus oder der Golfplatz gefunden werden. Eine nette Alternative, die einen Klick wert ist.





Autor: pam