XX Cult rockt mit rund 1000 Besuchern beim Stadtgartenfest

Michael Haberer

Von Michael Haberer

Mo, 30. Juli 2018

Herbolzheim

Regio-Coverband mit gestandenen Altrockern und jungen Musikern begeistert mit ihren Interpretationen von Chartbreakern aus Rock und Pop.

HERBOLZHEIM. Zum einen ist es das besondere Flair des Stadtgartens. Zum anderen die sommerliche Samstagabend-Atmosphäre. Zum dritten die eigentümliche Strahlkraft der Regio-Band "XX Cult". Alles zusammen lockt am Abend des Stadtgartenfestes bis zu 1000 Besucher unter die alten Linden. Je dunkler es wird, desto mehr reißt der besondere Mix dieser Cover-Band das Publikum mit.

Die Mischung macht’s bei XX Cult. Zwar sind ihre Akteure noch nicht so alt wie die Rolling Stones. Die machen es vor, wie man betagt ein paar Stunden die Bühne rocken kann. Sie sind auch nur in ihrem zweiten Leben Musiker. Bertold "Beppo" Zahn ist in seinem Alltag Steinmetz und fertigt Grabsteine. Seine in die Jahre gekommene Stimme hat auch etwas Steinernes. "Joe Cocker von Waldkirch" nennen sie ihn und Cockers Reibeisenstimme ist sein Markenzeichen. Wenn er mal zwischen den Sitzreihen tourt oder Kunststücke an der E-Gitarre zeigt, sprüht Zahn vor Energie und Leben.

Der in die Jahre gekommene Gitarrist, der seine Walking Acts auf den Biertischen abzieht, ist zu Beginn des Jahres als Regionaldirektor der Sparkasse Emmendingen in den Ruhestand versetzt worden: Hartmut Ott. 1971 sei er erstmals in Herbolzheim aufgetreten, ruft er dem Publikum zu. Etwa so lange hat der Rheinhausener Banker für die Sparkasse das Geld und das Personal verwaltet und in der Freizeit eine ganz andere Kultur gelebt. Gitarrist Kurt Hannusch hält sich mehr im Hintergrund. Der Bauingenieur verdient seine Brötchen mit Energiesparen. Doch ans Energiesparen denken die reiferen Herren bei ihren dreieinhalb Stunden Rock- und Pop-Klassiker nicht.

Die gereifte Dynamik und besonders die Cocker-Stimme sorgen dafür, dass ihnen die junge Industriekauffrau Lisa-Maria Metzen nicht die Schau stiehlt. Mit ihrer ausdrucksstarken und eindrucksvollen Stimme bringt sich im Stile von Amy Winehouse oder Melissa Etheridge einen ganz anderen Zungenschlag in die Performance einer seit Jahrzehnten rockenden Band. Die Stimmbildung im Emmendinger Musiclab gibt ihrem Talent die besondere Note und dem Konzert einen wichtigen Kontrapunkt, damit auch alle im Publikum, von fünf bis 80, mitgenommen werden. Musiklehrer und Organist Christian Ott, Sohn des Gitarristen, muss sich zwar am Keyboard mit einer Rolle in der Band begnügen, die man erst auf den zweiten Blick wahrnimmt, aber er ist der Profi. Auch der angehende Musikstudent Robin Gerstle bekommt am Schlagwerk nur ab und zu die Möglichkeit, als Solist zu glänzen. Doch das frische Blut in der Band macht sie zum besonderen musikalischen Cocktail. Natürlich sind es auch die Chartbreaker aus Rock und Pop, die das Publikum, das noch ein, zwei Stunden die Musiknacht ohne Musik ausklingen lässt, in den Bann von XX Cult zieht.