Aus verrückter Idee wird ermutigende Erfahrung

kss

Von kss

Mi, 20. Juli 2011

Herrischried

80 Besucher kamen zum Open-Air-Kino beim Gugelturm.

HERRISCHRIED (kss). Mehr als 80 Besucher konnte das erste Open-Air-Kino von "Mutabor" am Samstagabend unterhalb des Gugelturms verzeichnen. "Ein schöner Erfolg, der den Verein hoffentlich dazu anspornen wird, dieses Angebot zu wiederholen", meinte Herrischrieds Bürgermeister Christof Berger anerkennend. Junge wie auch ältere Zuschauer fanden Filmauswahl und Ambiente gleichermaßen gelungen, wie die zahlreichen positiven Rückmeldungen am Ende dieses Filmabends bewiesen.

"Eine schönere Kino-Atmosphäre könnte ich mir nicht vorstellen", brachte es Claudia Nissen, die bei der Vorbereitung federführend war, auf den Punkt. Das Experiment, im ländlichen Raum mit einem ausgezeichneten Film unterhaltend zum Denken anzuregen, sei als rundum gelungen zu betrachten. Dem Vorsitzenden Bernhard Bauer-Ewert gefiel vor allem die Zusammensetzung des Publikums. "Es ist uns diesmal gelungen, viele Jugendliche, einige Familien und die kritisch-engagierte Erwachsenen-Szene anzusprechen. Sowohl die Zusammenarbeit im Vorstandsteam als auch die Kooperation mit der Gemeinde und Forstbehörden hat aus einer verrückten Idee eine ermutigende Erfahrung werden lassen. Wir werden sicher den eingeschlagenen Weg weiter gehen", meinte er zuversichtlich.

Die Zuschauer hatten einige hundert Meter Fußweg zu bewältigen, um sich danach auf Meterstücken von Fichtenstämmen im Wald niederzulassen. Die besondere Kinoatmosphäre wurde von frischer Abendluft und frisch zubereitetem Popcorn bei eher hausgemachter als perfekter Präsentationstechnik und hin und wieder einem Blick auf den zwischen den Bäumen hervorschauenden Mond geschaffen. Eine Urlauberfamilie aus dem Weserbergland schätzte gerade diese Einfachheit und prinzipiell die Idee und den Mut, Kino auf diese Weise zu interpretieren. Der Film hieß "Vincent will meer", die Geschichte von drei ausgerissenen Insassen einer psychiatrischen Klinik, die auf ihrer abenteuerlichen Reise im gestohlenen Auto dem Zuschauer durch Entwicklungen in der Gruppe immer mehr ans Herz wachsen. Zwei junge Waldkinobesucherinnen fanden den Film denn auch gerade hinsichtlich der Denkweise "behinderter" Menschen interessant und aufschlussreich.