Fast-Vollmond versteckt sich hinter den Wolken

Charlotte Fröse

Von Charlotte Fröse

Mo, 27. August 2018

Rickenbach

Bernd Kühnel vom Verein Aktiver Hotzenwald nimmt Wanderer auf eine Reise in die Geschichte des Hotzenwaldes mit.

RICKENBACH (chf). Das Wasser hat auf dem Hotzenwald schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Auch bei der Vollmondwanderung am Freitagabend mit Bernd Kühnel, die unter dem Thema "Geschichte und Geschichten vom Hotzenwald" stand, drehte sich vieles um das Wasser und seine Bedeutung für die Menschen und die Industrie auf dem Hotzenwald, damals wie heute.

Kühnel führte die Zuhörer in seinen ausführlichen Erläuterungen über den Hotzenwald weit zurück in erdgeschichtliche Urzeiten und zeigte dabei Dinge auf, die nicht jeder weiß. Er berichtete zudem über das Leben und Wirken der Kelten, der Römer und der Alemannen. Ebenso beleuchtete Kühnel die aktuelle Zeitgeschichte mit ihrer zunehmenden Industrialisierung.

Neben heiteren und ernsten Anekdoten ließ Kühnel auch kritische Aspekte zu aktuellen Themen, wie etwa zum zwischenzeitlich verworfenen Plan zur Erstellung eines Pumpspeicherwerks in Atdorf, in seine Betrachtungen einfließen. Die Wanderung führte die Teilnehmer ein Stück weit auch auf dem "Hotzenweg", eine vom Autor Roland Weis beschriebene frühgeschichtliche Route vom Hochrhein ins Donaugebiet, in den "Köhlerweg". Die als Wuhren bezeichneten, künstlich von Menschen angelegten Wasserkanäle, sind eine Besonderheit des Hotzenwaldes, auch diesen wurde auf der Wanderung besondere Beachtung geschenkt.

Einerseits dienten die Wuhren den Bauern zur Bewässerung ihrer Wiesen, sie wurden aber auch für den industriellen Betrieb genutzt, etwa zur Betreibung von Mühlen oder Hammerschmieden. Erstmals urkundlich erwähnt wurden die künstlich angelegten Wasserläufe etwa um die Mitte des 15. Jahrhunderts.

"Die Entstehung der Wuhren wirft noch heute Fragen auf", betonte Kühnel, denn es sei nicht wirklich geklärt, wann und von wem diese Kanäle angelegt wurden. Eine weitere Station der Wanderung war beim Energiemuseum in Rickenbach. Bernd Kühnel versteht diesen Spaziergang bei Vollmond, der sich den vielen Teilnehmern der Tour an diesem Abend allerdings nicht wirklich zeigte, nicht als eine abgeschlossene Einheit, vielmehr soll er eine Anregung dazu sein, die Landschaft, die Menschen und deren Geschichte weiter zu erkunden, wie er betont.

Kühnel, ein aktives Mitglied vom Verein Aktiver Hotzenwald und auch beim Kultur uff’m Wald, hatte die Wanderung organisiert. Im nächsten Jahr soll es wieder einen Vollmondspaziergang geben, versprach er.