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10. Februar 2012
Noch viele offene Fragen
Fusion der Feuerwehren Niedergebisbach und Hornberg ist noch nicht in trockenen Tüchern.
HERRISCHRIED. Der Herrischrieder Gemeinderat gab am Montag mit einer Änderung der Feuerwehrsatzung grünes Licht für die Zusammenlegung der Abteilungen Niedergebisbach und Hornberg. Bevor die geänderte Satzung mit Ausweisung von fünf statt bisher sechs Abteilungen durch eine Veröffentlichung rechtswirksam wird, soll am 2. März die Fusion mit der Wahl einer neuen Abteilungsführung vollzogen werden.
Die Gründung der Feuerwehr Niedergebisbach-Hornberg findet auf Wunsch der Beteiligten in einem Wehrhaldener Gasthof – also auf neutralem Boden statt. Der Hintergrund : In vielen Fragen zur Feuerwehrausstattung und zum Standort des Einsatzzentrums sind sich die Mannschaften noch nicht einig. Dies hob in der Gemeinderatsdiskussion bereits vor der Satzungsänderung Peter Huber als Gemeinderat und früherer Hornberger Abteilungskommandant hervor.Wegen der unterschiedlichen Auffassungen zur künftigen Abteilungsstruktur hatte Huber den Antrag gestellt, die Satzungsänderung erst nach der Fusionsversammlung am 2. März zu beschließen. Bei drei Zustimmungen und drei Ablehnungen fand der Antrag keine Mehrheit im Ratsrund. Wie Bürgermeister Christof Berger gingen mehrere Räte davon aus, dass beide Abteilungen ihre in mehreren Sitzungen vorberatenen Fusionspläne auch realisieren und Konflikte gemeinsam unter neuer Führung lösen werden. Sollten dennoch in der Fusionsversammlung unüberbrückbare Konflikte das Projekt in Frage stellen, könne die noch nicht rechtswirksam gewordene neue Feuerwehrsatzung jederzeit vom Gemeinderat zurückgenommen werden, signalisierte Berger Anpassungsbereitschaft.
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Gegenüber der Badischen Zeitung betonten Bürgermeister Berger, Gesamtkommandant Christian Dröse, Niedergebisbachs langjähriger Abteilungskommandant Eugen Gerspach und der derzeitige kommissarische Hornberger Abteilungskommandant Reinhard Maier, dass eine Abteilungsfusion vor allem für die Aufrechterhaltung des Brandschutzes im abgelegenen Ortsteil Hornberg langfristig unumgänglich ist. "In mehreren Sitzungen des vergangenen Jahres waren sich alle Wehrvertreter einig, dass der demographische Wandel und die berufliche Mobilität der jüngeren Feuerwehrmänner die Einsatzstärke an Werktagen schwächen und eine Fusion allen nützt", berichtete Dröse. Er setzt zudem auf ein neues ortsteilübergreifendes Denken der jüngeren Generation, die in einer fusionierten Abteilung durch gemeinsame Proben und Einsätze so zusammenwächst, dass sie Konflikte bei der Wahl des Einsatzzentrums und der Fahrzeugausstattung bewältigt. Derzeit gibt es in den Abteilungen von Niedergebisbach und Hornberg noch unterschiedliche Vorstellungen über den besten gemeinsamen Ausrückestandort.
Die derzeit noch kontrovers diskutierte Frage, ob das Gerätehaus der Feuerwehr Hornberg in Obergebisbach oder das Gerätehaus der Niedergebisbacher Wehr der beste Standort für das Einsatzzentrum ist, wird für die Gemeinde auch von den Plänen des Schluchseewerks zum Bau des Pumpspeicherwerks Atdorf beeinflusst. Sollte das Projekt realisiert werden, kämen auf die Feuerwehr neue Anforderungen während der Bauzeit hinzu. "Dabei geht es nicht nur um Brandbekämpfungen, sondern auch um die Rettung von Verunglückten mit einer modernen und schnell zum Einsatzort gebrachten Rettungstechnik", betonte Dröse.
Für ihn spricht beim Bau des Beckens vieles dafür, in Baustellennähe ein größeres Hilfeleistungsfahrzeug mit Rettungstechnik zu stationieren. Die notwendigen Anschaffungen und baulichen Maßnahmen könnten mit finanzieller Hilfe des Schluchseewerkes realisiert werden.
Autor: Wolfgang Adam
