Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
23. Dezember 2011
Vorsicht trotz guter Zahlen
In Herrischried sieht der Haushalt für das Jahr 2012 besser aus als zwischenzeitlich gedacht.
HERRISCHRIED. Woher kommt das Geld einer Gemeinde und wofür wird es ausgegeben? Herrischrieds Rechnungsamtsleiter Roland Frank gab zu dieser Frage am Montag in der Gemeinderatssitzung bis ins kleinste Detail reichende Antworten. Für die aufschlussreiche Vorstellung der neuen Haushaltsdaten erntete der Kämmerer einen anerkennenden Applaus. Das vorberatene Zahlenwerk bot in sich auch keinen Anlass zur Missstimmung: Laut Frank wird der auslaufende Etat 2011 besser als Anfang des Jahres erwartet.
Die neuen Ansätze für laufende Gemeindeausgaben und für Investitionsvorhaben erreichen ein Gesamtvolumen von 7,13 Millionen Euro. Auf den Verwaltungshaushalt entfallen rund 5,4 Millionen Euro, im Vermögensetat wird mit rund 1,8 Millionen Euro gerechnet. Die vom Gemeinderat in der nächsten Sitzung zu beschließende Kreditermächtigung beläuft sich auf 525 000 Euro. Diese Summe könne sich aber noch verkleinern, betonte Frank. Es sei beispielsweise noch nicht sicher, ob für die geplanten Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Niedergebisbacher Kindergartens und des Hogschürer Rathauses schon im kommenden Jahr Kreditmittel abgerufen werden. Als positive Entwicklung bezeichneten es Frank und Bürgermeister Christof Berger, dass für die Finanzierung klimafreundlicher Anlagen die Gemeinde erstmals auch Kreditmittel beziehen darf.Werbung
Für die Investitionen in die Abwasserentsorgung im Bereich Atdorf und für die Wasserversorgung kann die Gemeinde die von Zuschüssen nicht gedeckten Kosten schon lange über Kreditaufnahmen bezahlen. Bei der geplanten Sanierung der Hogschürer Bergstraße kann die Gemeinde mit einer fast kostendeckenden Bezuschussung aus dem Landes-Ausgleichsstock rechnen. 40 Prozent der mit über 400 000 Euro veranschlagten Sanierungskosten entfallen auf die erstmalige Anlegung von Straßenentwässerungskanälen.
Von den in den vergangenen Jahren angesammelten Rücklagen wird die Gemeinde im kommenden Jahr 235 000 Euro für einen Ausgleich eines Defizits im Verwaltungsetat entnehmen müssen. Das Defizit kann sich nach Einschätzung Franks bei höheren Einnahmen aber deutlich verringern. Die optimistischen Steuerschätzungen des Landes und die ebenfalls positiven Prognosen für Landeseinkommen im Jahr 2013 nimmt Frank aber noch mit Vorsicht zur Kenntnis. Die Ansätze für die eigenen Gewerbesteuereinnahmen wurden mit 265 000 Euro ebenfalls vorsichtig kalkuliert. Als besonders erfreulich bezeichnete es Frank, dass von der neuen Landesregierung den Kommunen mehr Geldmittel für die Kindergartenfinanzierung gewährt werden. "Da wurde mal weitsichtig gedacht und eine wichtige Zukunftsaufgabe nicht nur mit Worten unterstützt", merkte Frank zu Verbesserungen beim Kindergarten-Lastenausgleich an.
Verzichten will die Verwaltung auf eine Anhebung der Grundsteuern A und B. Wie berichtet, erhöhen sich die Frischwassergebühren. Mit Mehrausgaben rechnet die Gemeinde bei den Sach- und Personalausgaben. Für den Unterhalt von Gemeindestraßen wurde mit 40 000 Euro ein größerer Betrag als im Vorjahr eingestellt. Die Behebung der als "Giersbacher Pfütze" bezeichneten Straßensenkung will die Gemeinde mit Ausgleichsstockmitteln finanzieren.
Der aktuelle Schuldenstand von Herrischried, so eine Information Franks, liegt bei 1,37 Millionen Euro. Wie Bürgermeister Berger in einem Rückblick auf seine Amtstätigkeit betonte, ist das weniger als vor acht Jahren.
Autor: Wolfgang Adam
