"Wiedersehenssuppe" soll den Austausch im nächsten Jahr sichern

Karin Stöckl-Steinebrunner

Von Karin Stöckl-Steinebrunner

Sa, 25. August 2018

Herrischried

16 Kinder und Jugendliche waren für eine Woche in Herrischrieds Partnergemeinde Le Castellet in Südfrankreich zu Gast.

HERRISCHRIED / LE CASTELLET (kss). Le Castellet zieht jedes Jahr zum Beginn der Sommerferien eine Gruppe aus Herrischried an. 16 Kinder und Jugendliche sowie sechs Erwachsene hatten von 7. bis 14. August eine kurzweilige und familiäre Ferienwoche bei ihren französischen Freunden. Lediglich zwei Neulinge waren bei dieser Reisegruppe, für Betreuerin Annette Schmalzried ein ganz sicheres Zeichen dafür, dass sich alle Herrischrieder in Le Castellet wie zu Hause fühlen und dort immer wieder mit Begeisterung hinfahren.

"Der Strand ist allen natürlich immer ganz wichtig", erzählt sie, da gäbe es keinerlei Verständigungsprobleme, und weil der Aufenthalt der deutschen Freunde in Le Castellet immer auch bei den Franzosen in die Ferienzeit fällt, können wirklich alle die Unternehmungen gemeinsam genießen. "Die südländische Art der Franzosen führt auch immer dazu, dass die Deutschen viel lockerer sind als sonst", meint sie. Abends wurde meist im Ortsteil Le Plan, der über einen großen Gemeindesaal und den davor sich ausbreitenden "Herrischrieder Platz" verfügt, gegrillt, die französischen Familien brachten Salate, Obst und Käse zum Nachtisch mit, und dann erklang Musik, zu der schnell alle auf den Beinen waren und fröhlich miteinander tanzten. Und sogar der traditionell am Samstagabend besuchte Gottesdienst in Saint Anne sei ganz familiär und persönlich, nicht zuletzt dadurch, dass Bürgermeisterin Nicole Boizis regelmäßig zur Gitarre greift und selbst die Lieder anstimmt.

Für die Erwachsenen ist der Besuch des Wochenmarktes in Sanary immer einer der Höhepunkte der Ferienwoche, während sich in Bandol, das ebenfalls in jedem Jahr zu den Ausflugszielen gehört, jeder aussuchen kann, ob er lieber durch die Stadt bummelt, am Strand etwas trinken geht oder im Meer schwimmt. Am Freitag hatte die Gruppe eine kurzweilige Führung in der Manufaktur und im Museum für Krippenfiguren in Aubagne, und am Samstag stand der Besuch im Vergnügungspark Ok Corral auf dem Programm.

Der Sonntag gehörte wie stets dem Zusammensein mit der Gastfamilie, und zum Abschied am Montagabend gab es nach einem Rundgang in Le Castellet Village die "Wiedersehenssuppe", die garantieren soll, dass der Austausch auch im kommenden Jahr wiederholt werden wird. "Ich finde es sehr schön, dass durch den familiären Umgang miteinander mittlerweile die deutschen Jugendlichen sich auch mehr trauen, ihr Französisch zu benutzen", weiß die Vorsitzende des Verschwisterungsvereins, Barbara Wagner, zu berichten, die zwar diesmal nicht mit dabei war, von Annette Schmalzried aber jeden Tag mit Fotos und Berichten auf dem laufenden gehalten wurde, so dass sie sich fühlte, als wäre sie mitten unter den Reisenden.

Dennis übersetzte aus dem Französischen

Der 13-jährige Dennis etwa hatte während des Museumsbesuchs die Erläuterungen für die Umstehenden übersetzt. Am Abschiedsabend kam einer der französischen Jungen, der sechsjährige Felix, auf ihn zu und erklärte ganz treuherzig auf Französisch: "Ich vermisse dich jetzt schon, wirst du mich auch vermissen?" Und Dennis antwortete ihm mit vollem Ernst: "Ja, ich vermisse dich auch!"