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16. Mai 2012 11:05 Uhr

Relegationsspiel

Hertha diskutiert über Protest – Fortuna sieht sich als Aufsteiger

Legt Hertha BSC Berlin Protest gegen die Wertung des Relegationsspiels in Düsseldorf ein? Das behält sich der sportlich abgestiegene Bundesligist vor – die Bedenkzeit läuft. Düsseldorf dagegen sieht sich als Aufsteiger.

Beim Stand von 2:2 im Relegationsduell zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin stürmten Hunderte Düsseldorfer Fans das Spielfeld, obwohl die Partie noch lief. Nach einer 20-minütigen Unterbrechung pfiff Schiedsrichter Wolfgang Stark die Begegnung noch einmal an. Es blieb beim 2:2. Da Düsseldorf das Hinspiel mit 2:1 gewonnen hatte, ist die Fortuna damit aufgestiegen, Hertha BSC Berlin dagegen muss den Gang in die zweite Liga antreten. Es sei denn, die Berliner legen Protest gegen die Wertung des Spiels ein und haben damit Erfolg. Über sportrechtliche Schritte wolle der Verein am Mittwochnachmittag diskutieren, sagte Herthas Anwalt Christoph Schickhardt. Formal gesehen sei bis Donnerstag Zeit, um Einspruch einzulegen. Unabhängig davon hat der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Ermittlungen wegen der Vorkommnisse in Düsseldorf aufgenommen. Das bestätigte der DFB am Mittwochmorgen. Schon während der regulären Spielzeit musste die Begegnung zweimal für mehrere Minuten unterbrochen werden, weil auf den Rängen Feuerwerkskörper gezündet und auf den Platz geworfen worden waren. Das Spiel stand deshalb kurz vor dem Abbruch.

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"Ich gehe fest davon aus, dass wir aufgestiegen sind". Wolf Werner, Manager von Fortuna Düsseldorf

Fortuna Düsseldorf ist fest davon überzeugt, nicht nachträglich am grünen Tisch den Aufstieg noch abgesprochen zu bekommen oder eventuell ein Wiederholungsspiel bestreiten zu müssen. "Ich gehe fest davon aus, dass wir aufgestiegen sind", sagte Fortuna-Manager Wolf Werner am Mittwoch im ARD-Morgenmagazin. "Die Fans sind nach einem geglaubten Abpfiff auf das Spielfeld gelaufen. Das sind unschöne Szenen, die sind unnötig", meinte Werner. Aber der Schiedsrichter habe für die letzten 90 Sekunden die Begegnung wieder angepfiffen. "Der Spielablauf kann nicht infrage gestellt werden."

Hertha-Anwalt: Polizei fürchtete ein "Blutbad"

Kritik übte Werner an der Aussage von Schickhardt in derselben Sendung, dass das Spiel nur auf Anraten der Polizei fortgesetzt worden sei, weil diese ansonsten "ein Blutbad" befürchtet habe. "Ich finde das total überzogen", sagte Werner. Den Vorwurf, dass es zu wenig Ordner im Stadion gegen habe, wies er zurück. "Es war eine Unzahl von Ordnern da. Die Massen dieser Form waren nicht zu bändigen gewesen", so Werner. "Ich weise darauf hin, dass es hier nicht um Gewalt gegangen ist, sondern um die Freude, weil die Fans glaubten, das Spiel sei abgepfiffen."

Polizeigewerkschaft fordert Punktabzüge als Sanktion

Als Reaktion auf die Tumulte in Düsseldorf hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Punktabzüge für Vereine vorgeschlagen, deren Fans sich nicht an die Regeln halten. Nach Auffassung der GdP zeigten die bisher verhängten Sanktionen wie Stadionverbote und Geldstrafen für die Vereine kaum Wirkung. Der GdP-Vorsitzende Bernhard Witthaut sagte: ""Erst wenn die Fans begreifen, dass ihre unbeherrschten Gewaltausbrüche zu Punktabzügen bei ihrem Lieblingsverein und somit im schlimmsten Fall zum Abstieg führen können, dürfte die Gewalt eingrenzbar sein."

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Autor: dapd


17 Kommentare

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Lars Golly

Registriert seit: 09.07.2009

Kommentare: 46

16. Mai 2012 - 11:40 Uhr

Diese Vollpfosten von Düsseldorf-"Fans"! Wie doof kann man eigentlich sein. Wenn ein Verein nicht verhindern kann, dass unzählige Leute über den Zaun steigen und das Spielfeld stürmen muss die DFL reagieren. Ich finde, dass der Fortuna pauschal 10 Punkte vor der nächsten Saison abgezogen werden sollten!

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Arno Ruesch

Registriert seit: 22.03.2011

Kommentare: 84

16. Mai 2012 - 11:45 Uhr

Punktabzug könnte in der Tat ein scharfes und probates Mittel sein. Auch bei Verkehrsverstössen schmerzen die Punkte in Flensburg (irgendwann) mehr als 50 Euro Strafe zu zahlen....

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Thomas Gatz

Registriert seit: 11.05.2011

Kommentare: 25

16. Mai 2012 - 11:52 Uhr

@ Lars Golly: Dann muss jedem Deutschen Meister, außer Bayern München, beinahe jedem Aufsteiger, auch Freiburg, dieses Urteil auch zuteil werden! Außerdem will Relegation doch genau diese Art von Emotionen produzieren! Das dass dann nicht ganz nach Drehbuch funktioniert ist menschlich!

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Marita Hennemann

Registriert seit: 15.11.2009

Kommentare: 25

16. Mai 2012 - 11:52 Uhr

Punkteabzug ist schwierig, wenn die gegnerischen Fans sich unter die echten Fans mischen und Randale machen, nur um sie zu schädigen...

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Michael Basket  

Michael Basket

Registriert seit: 30.07.2009

Kommentare: 1208

16. Mai 2012 - 12:01 Uhr

@ Frau Hennemann: Laut Satzung ist immer der Heimverein für die Sicherheit verantwortlich. Fogendes Beispiel (zugegebenermaßean aus der Kreisliga B) Saison 2010/11 in Bötzingen gegen den SV Ebnet: In der 89. Min., beim Stand von 9:1(!!!) für Bötzingen, stürmten Ebneter Zuschauer den Platz, weil einer Ihrer Spieler gefpult wurde. Sie wollten dem Bötzinger Spieler deswegen an den Kragen. Der Schiedsrichter brach daraufhin das Spiel sofort ab. Der Verband wertete darauf hin das Spiel mit 2:2 Toren, aber 0 Punkte für BEIDE Vereine. Begründung: Die Zuschauer waren zwar aus Ebnet (daher 0 Pkt. für den Gast), jedoch muss der Heimverein (Bötzingen) für die Sicherheit sorgen. Daher ist auch Bötzingen mit 0 Punkten zu bestrafen... Noch Fragen? Wie gesagt, es war die 89. min. und es stand 9:1 für Bötzingen.......

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David Bär  

David Bär

Registriert seit: 17.11.2011

Kommentare: 49

16. Mai 2012 - 12:02 Uhr

Aus dem Berlin-Block fliegen Bengalos auf das Spielfeld. Hätte der Schiri hier bereits abgebrochen, wäre das Spiel 3:0 für Fortuna gewertet worden. Berlin soll froh sein, überhaupt nochmal die Chance bekommen zu haben, weiterspielen zu dürfen. Das Spiel wurde regulär zu Ende geführt. Berlins Einspruch wird keine Chance haben!
Ich würde die Fans nicht als Vollpfosten bezeichnen. Hier war einfach zu viel Emotion drin. Und wenn einer losrennt, weil er denkt, es wäre der Abpfiff gewesen, dann rennen nun mal alle... Eine "Todesgefahr", die der Berliner Anwalt nun vorbringt, gab es mit Sicherheit nicht.

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Dominik Kinsky

Registriert seit: 07.11.2009

Kommentare: 214

16. Mai 2012 - 12:14 Uhr

Die Schuld liegt doch eindeutig bei der DFL, man bedenke nur es käme zu einem Relegationsspiel HSV-Pauli das durch eine fragwürdige Entscheidung entschieden wird. Wie sollen ein paar Ordner die teilweise echte Leichtgewichte sind dann die Fans in Schach halten?
Man sollte aus diesem Spiel die Lehren ziehen, hohe Geldstrafen, ein Spiel ohne Fans und Abschaffung der Relegation. Sportlich gesehen sollte sich aber nichts ändern denn Berlin hatte 36 Spiele um den Abstieg zu verhindern sich dann auf 90 Sekunden zu berufen wäre traurig.

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Jens Müller-Storz  

Jens Müller-Storz

Registriert seit: 04.07.2011

Kommentare: 633

16. Mai 2012 - 12:28 Uhr

Wenn nach diesem Spiel noch irgendwer zu mir sagt, dass das abbrennen von Pyrotechnik in Fußballstadien sicher realisierbar ist, dem muss ich ins Gesicht lachen.

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Walter Haberer

Registriert seit: 22.07.2010

Kommentare: 1754

16. Mai 2012 - 12:59 Uhr

Man fragt sich, wie sich Menschen im normalen Leben aufführen, die sich im Fussballstadion wie das wilde Vieh gebärden. Kann es wirklich sein, dass man nicht nur seinen Verstand, sondern auch seine Menschlichkeit am Eingang des Stadions abgibt? Der Auflauf der Masse Mensch war ja nicht der einzige „Höhepunkt“ an diesem Abend. Zuvor wurden unter Inkaufnahme von Verletzten und Toten aus der Zuschauermenge heraus Feuerwerkskörper auf das Spielfeld geworfen und das auch noch fortgesetzt, als dadurch sichtbar Brände entfacht worden waren. Man redet in diesem Zusammenhang von Fans oder „Fankultur“, von einem Phänomen, auf das man (psychologisch) eingehen müsse.
Halt, hier geht es um nichts anderes als um schlimme Gewaltkriminalität. Gegen die hilft die Polizei und das Strafrecht, nicht aber ein „Verständnis“, das zu immer neuen derartigen gemeingefährlichen Taten nur anstachelt oder unterschwellig den Chaoten das Recht einräumt, über die Leistung der Spieler „empört“ zu sein. Ich will gar nicht so sehr darauf eingehen, dass die Krawallmacher schon äusserlich nicht den Eindruck erwecken, sportlich so leistungsorientiert zu sein, dass sie solche Leistungen von anderen einfordern dürften. Aber auch nur darüber nachzudenken, inwieweit es verständlich sei, dass „Fans“ aus „Frust“ eine Geschäftsstelle stürmen wie einen Tag zuvor in Karlsruhe, birgt schon die Anstiftung zum Landfriedensbruch in sich. Wen wundert es auch noch, dass Fussballspiele, ja Spiele sind es immer noch, regelrecht zu bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen führen, wenn man den Jubel der Reporter über „kampfbetontes“ Spiel (gemeint ist reich an Fouls) und über die Stimmung der Zuschauer (gemeint ist das ohrenbetäubende Gebrüll und die lautstarken Beleidigungen des Gegners) hört.
Wie zu der Cäsaren Zeiten im Colosseum im alten Rom betrachtet man offenbar Fussballer als Gladiatoren und den Grad der Blutrünstigkeit der Menge als Mass für den Erfolg ihrer Darbietungen. Und oberstes Gebot ist „lass die Sau raus!“.

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Ammar Ulabi™  

Ammar Ulabi™

Registriert seit: 08.05.2009

Kommentare: 4019

16. Mai 2012 - 13:16 Uhr

Auch hierher passt's hin (Übernahme "von drüben"):

Die ganze Relegation ist ein Schwachsinn ohne Ende und spiegelt nur die elendige Gier nach noch mehr Geld und Einnahmen von einigen Wenigen wider.

Es ist (massen-)psychologisch völlig falsch, "Endspiele" zu generieren, bei denen nicht beide Kontrahenten gewinnen können, denn der eine gewinnt nichts, er bewahrt allenfalls seinen schon vorhandenen Status.

Meine Forderungen daher:
Entweder zurück zur 3-Mannschaftenregelung für Auf- und Abstiege, dann bleiben es saisonale Wettkämpfe unter "Gleichgesinnten" bzw. "Gleichbetroffenen" oder aber - um der lieben "Gier" dann doch irgendwie gerecht zu werden - Einführung von mehr englischen Wochen während den Spielzeiten, dadurch mehr Zeitgewinn für die Einführung von gesonderten Play-offs am Saisonende, kleine Miniturniere also, wo noch gerechnet und taktiert werden kann.

Reine Endspiele mit de facto K.O.-System sind nur geeignet, wenn beide Kontrahenten dabei gewinnen können bzw. einer dabei nicht verliert. So wird ein Schuh draus und nicht mit andersartig gelagerten Voraussetzungen bzw. Konsequenzen.

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Roman Weingardt  

Roman Weingardt

Registriert seit: 02.12.2010

Kommentare: 3198

16. Mai 2012 - 13:31 Uhr

Hier mal ein typischer Hertha BSC Fan aus den 70er Jahren:

http://www.youtube.com/watch?v=CPB0B1Bws7o

Tja Leute, da war die Welt noch in Ordnung!

;-)

Alfred Tetzlaff war bekennender Hertha Fan!

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Werner Ketterer  

Werner Ketterer

Registriert seit: 17.06.2009

Kommentare: 266

16. Mai 2012 - 13:56 Uhr

Vielleicht sollten die Fernsehgelder nicht nur nach dem jeweiligen Tabellstand verteilt werden, sondern auch nach der jeweiligen Größe des Polizeieinsatzes.
Vereine, deren Fans permanent für Randale gut sind, bekommen weniger und sind darum von Haus aus bemüht, sich ordentlich um dieses Problem zu kümmern.

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Thomas Amadt

Registriert seit: 16.05.2012

Kommentare: 1

16. Mai 2012 - 14:16 Uhr

Ein Punktabzug ist m.E. nichts sinnvoll da die sog. Fans den Verein vollends in der Hand hätten. Wenn die sog. Fans eine Entscheidung durchsetzen wollten müssten sie nur mit Randalen drohen und somit den Verein mit dem drohenden Punktabzug zu "erpressen".

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Friedhelm Bongard

Registriert seit: 14.09.2009

Kommentare: 52

16. Mai 2012 - 14:33 Uhr

Herr Wolf Werner, offensichtlich leben Sie weit ab von jeglicher Realität. Was da gestern im Düsseldorf Station abging hat mit "normalem" Fanverhalten nicht mehr zu tun. Erwachsene Menschen die sich für Fußball interessieren sollten wissen wann ein Spiel beendet ist. Sie machen den Fehler wie viele in unserer Gesellschaft: Alles wird versucht zu erklären und zu verniedlichen. Die Fans gestern in Düsseldorf waren Randalierer und Gewalttäter - nochmals keine Fans. Und es ist falsch sich mit nicht nachvollziehbaren Entschuldigungen für dieses Verhalten auf die Seite dieser Randalierer zu stellen. Manager die so wie Sie argumentieren haben ebenfalls im Sport nichts zu suchen.

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David Bär  

David Bär

Registriert seit: 17.11.2011

Kommentare: 49

16. Mai 2012 - 14:41 Uhr

Außer den Berlinern hat gestern niemand randaliert!!!

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Dominik Kinsky

Registriert seit: 07.11.2009

Kommentare: 214

16. Mai 2012 - 15:19 Uhr

Herr Bongard, die Platzstürmer als Randalierer zu verunglimpfen ist schlicht lächerlich. Randalierer hätten den Platz nicht umgehend wieder verlassen, nach dem Hinweis das ja noch Zeit sei. Wie sie in den Fernsehaufnahmen sehen ist der Platz binnen 30Sekunden gestürmt und weitere 25Sekunden später rennen die Leute schon zurück zu ihren Tribünen.

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Fritz Meier  

Fritz Meier

Registriert seit: 16.10.2009

Kommentare: 113

16. Mai 2012 - 21:12 Uhr

Warum setzen die keine Sprengstoff/Schwarzpulver-Schnüffelhunde ein für die vielen Bengalos? Können die das Zeug nicht riechen? Jeder, der mit so was erwischt wird, Personalien festhalten, Schwarze Liste. Aber die Eingangskontrollen sind viel zu oberflächlich, zu hektisch. Soll doch der Einlass früher stattfinden.

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