Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

10. Juli 2017

Angebote von kurios bis kostbar

WIR WAR’S BEIM... Straßenflohmarkt in Heuweiler? 50 Haushalte beteiligten sich an der Aktion, die zum zweiten Mal stattfand.

  1. Goldene Schrauben einer Märchenbahn, kunterbunte Kinderbücher und eine mexikanische Katze: Das und vieles mehr gab es in Heuweiler. Foto: Andrea Steinhart

  2. Foto: Andrea Steinhart

  3. Foto: Andrea Steinhart

HEUWEILER. Am Samstag hat in Heuweiler die zweite Entrümpelung von Kellern, Speichern, Garagen und Kinderzimmern stattgefunden: Einen Tag lang war die Gemeinde ein großer Marktplatz für Second-Hand-Artikel. Am Dorfflohmarkt beteiligten sich rund 50 Haushalte.

Die Stände
Der Seilerhof mit seinem herrlichen Blumenschmuck bot ein schönes Ambiente zu den Verkaufstischen davor, auf denen allerlei Krimskrams lag. Aber auch edles Porzellan mit Goldrand wurde feilgeboten. Gefallen haben den vielen Besuchern auch Stände, die Abkühlung versprachen, etwa in Kellern und Garagen. Weitere Anbieter zeigten ihre Waren in Hinterhöfen, Gärten, Hofeinfahrten oder direkt vor den Häusern.

Kurioser Trödel
Wer braucht schon eine balinesische Tempeltür? "Der Vorbesitzer unseres Hauses hat sie sich anfertigen lassen – bei uns steht sie seit Jahren im Keller", erzählte der Verkäufer. Die eigentümliche rote Katze einer anderen Anbieterin stammte aus einem Mexikourlaub. An ihrem Stand gab es zudem einen mit Korallen besetzten Tontopf, der in Portugal offenbar als Oktopusfalle gedient hatte. Original japanische Schulmützen wurden am nächsten Stand verkauft. Bei Männern beliebt waren Modellautos ebenso wie Plakate mit Autogrammen von Rennfahrern. Ein Käufer, der es auf die Autos abgesehen hatte, kam extra aus Furtwangen angereist. "Ich sammle vieles – Modellautos auch." Neben den Spielzeugautos konnte man auch goldene Schrauben kaufen. "Die stammen von meinem Schwiegervater, der im Europa-Park den Märchenwald gebaut hat", erzählte der Anbieter.

Werbung


Lieblingsstücke
Aus alten Bändern von VHS-Kassetten waren die Handtaschen gehäkelt, die an einem Stand an der Dorfstraße verkauft wurden. Die Bastlerin fertigt auch Taschen aus Kaffeetüten und Schokoladenpapier an.

In der Tiefgarage an der Gundelfinger-Straße gab es wahre Kostbarkeiten: Stolas – gestrickt aus dünnen Seidenfäden oder Kaschmirwolle. An den filigranen Mustern konnte man sich nicht stattsehen. Fast überall gab es Kleidungsstücke: pinke Mädchenkleider, Winterjacken oder hübsche Blusen. Aber nicht nur die Erwachsenen hatten Spaß am Handeln und Verkaufen, auch viele Kinder machten mit. Sie boten Bücher und Spielsachen, Action-Helden aus Plastik und Gummi, Puppen und Puppenstuben an.

Die lustigsten Verkäufer
"Soll ich die Mona Lisa küssen?" So mancher Heuweilermer wurde für einen Tag zum gewieften Händler, der einem Fischverkäufer im Hamburg in nichts nachstand. Auch Verkäufer mit coolen Sonnenbrillen und andere, die Sonderkonditionen versprachen, gab es am Samstag.

Was es sonst noch gab
Bürgermeister Raphael Walz ließ es sich nicht nehmen, beim Dorfflohmarkt mitzumachen. Mit dem elektrisch betriebenen Renault Twizy chauffierte er die Kunden von Vorderheuweiler nach Hinterheuweiler. Immer wenn jemand an den Haltestellen des "Orangen Punkts" stand, hielt er an. Allerdings gab es in dem kleinen Auto nur Platz für eine weitere Person. Mehr Sitzplätze gab es in der Pferdekutsche, die ebenfalls dafür sorgte, dass die Flohmarktbesucher mobil waren. Erfrischungen gab es an den Verpflegungsständen oder im Bürgercafé. Manakish, eine Art syrische Pizza, gab es am Imbiss-Stand an der Kandelstraße, der Gehrihof lockte mit einer Weinverkostung.

Autor: Andrea Steinhart