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15. November 2011
"Brandstiftung" im "Grünen Baum"
Nachbarwehren aus Gundelfingen, Denzlingen und Glottertal eilten zur Übung nach Heuweiler samt DRK Glottertal und Malteser.
HEUWEILER. Ein brennender Gasthof, zehn von Rauch eingesperrte Personen und dies im ländlichen Heuweiler: Dieses Szenario forderte alle umliegenden Feuerwehren am Samstagnachmittag zum Einsatz – allerdings nur zu einer Übung.
Um 16.05 Uhr ertönte die Sirene in Heuweiler und kurze Zeit später waren bereits die ersten Feuerwehrfahrzeuge mit Blaulicht am Einsatzort. Brand im Gasthaus Grüner Baum lautete der Notruf, den Bürgermeister Reinhard Bentler um 16 Uhr absetzte. Aus allen Fenstern des Gasthofs quoll dicker beißender Rauch. An den Fenstern standen hilfeschreiend die Eingesperrten.Als Erster traf Einsatzleiter Hubert Wiehle am Brandort ein und erkundete die Lage. Ihm oblag die schwierige Aufgabe, einen Überblick zu gewinnen, die nötige Verstärkung anzufunken und alles zu organisieren. Mit einer scheinbaren Ruhe ging er ans Werk. "Hektik ist das Schlimmste, denn dann passieren Fehler", erklärt er später. In schneller Folge trafen kurz darauf insgesamt acht Feuerwehrfahrzeuge, Drehleiter und Schlauchwagen der Feuerwehr Heuweiler, Gundelfingen-Wildtal, Glottertal und Denzlingen ein. Eingeteilt war die Feuerwehr in fünf Gruppen mit drei unterschiedlichen Funkleitungen, damit es keine Überschneidungen gab. Die Moderation der Geschehnisse übernahm Richard Flamm von der Glottertäler Feuerwehr. Etwas abseits hatte sich die Einsatzleitung installiert. Hier liefen alle Informationen zusammen und die Einsätze der verschiedenen Trupps wurden von hier aus von Hubert Wiehle koordiniert.
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Bei diesem fiktiven Brand, der durch eine Explosion im Keller des Hotels ausgebrochen sein soll, galt es vor allem, die Personen mit Rauchgasvergiftung zu retten. Die ersten Opfer bargen die Heuweiler und Glottertäler Feuerwehrleute gleich auf dem Weg in das Gasthaus. Die Atemschutzträger, die grundsätzlich im Doppelpack unterwegs sind, wurden mit Personennotruf und zusätzlich einem Seil gesichert. Nach ihrem jeweils zeitlich begrenzten Einsatz war eine Ruhezeit am Fahrzeug angesetzt.
Inzwischen trafen die Maltester Heuweiler und die DRK Glottertal ein. Sie errichteten Zelte auf dem gegenüberliegenden Parkplatz. Hier erfolgte die Trennung von schweren, mittleren und leichten Fällen. Die Einsatzleitung der Sanitätstrupps hatte Tobias Werner übernommen. Der Maltester-Arzt Claudius Stahl untersuchte die Verletzten und gab rasche Anweisungen. Dabei reichten die Verletzungen von Schock über Kreislaufkollaps bis hin zu Rauchgasvergiftung und Verbrennungen.
Während die ersten Opfer schon versorgt wurden, machten sich die Gundelfinger Feuerwehrleute daran, über Steckleitern ins Gebäude zu kommen. Im ersten Obergeschoss galt es, weitere Frauen und Männer zu retten. Die Wildtäler Wehr unterstützte die Männer dabei.
Parallel dazu begannen die Feuerwehrleute aus Denzlingen mittels der großen Drehleiter mit der Brandbekämpfung im Dachgeschoss und mit der Menschenrettung über den Balkon im zweiten Obergeschoss.
Eine Gruppe von Jugendlichen, die sich im hinteren Teil des verrauchten Gebäudes befanden, wurde mit Hilfe einer Fluchthaube herausgeholt. Die insgesamt gut 60 Feuerwehrleute hatten alle Hände voll zu tun. Gegen 17.15 Uhr hieß es schließlich "Feuer aus", alle vermissten Personen waren gerettet.
Nach dem Einsatz zeigte sich Hubert Wiehle zufrieden: "Es ist recht ruhig gearbeitet worden, alle vermissten Personen wurden gerettet, und die Zusammenarbeit unter den Feuerwehren war gut." Letzteres konnte auch Kommandant Klaus Ruf von der Glottertäler Feuerwehr und der stellvertretende Kommandant Christian Schlenk von der Denzlinger Wehr bestätigen, wenn auch beide betonten, dass die Kommunikation über Funk verbessert und die unterschiedlichen Vorgehensweisen besser abgestimmt werden müssten.
Bürgermeister Bentler bedankte sich bei allen an der Übung beteiligten Frauen und Männer. "Die gute Zusammenarbeit der Wehren, der Malteser und des Roten Kreuzes trägt zu einer gewissen Beruhigung bei." Am Ende wurden Clemens Dilger und Manfred Scherzinger nach erfolgreichen beendeten Lehrgängen befördert.
Autor: Andrea Steinhart


