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25. März 2017

Die Geschichten hinter dem Kreuz

Themenwoche in Heuweiler mit drei Veranstaltungen.

  1. Vor dem Kreuz am Dorfplatz (von links): Raphael Reichenbach, Ferdinand Elighofer und Hubert Blattmann Foto: Gabriele Fässler

HEUWEILER. In und um Heuweiler prägen mehr als 20 Hof- und Wegkreuze sowie Kleindenkmäler das Ortsbild. Als christliches Symbol für das Leiden und die Auferstehung Christi erinnern Kreuze an individuelle Schicksale von Menschen aus dem Dorf. Das Kreuz steht nun im Mittelpunkt einer Heuweiler Themenwoche. Zwischen dem 30. März und dem 9. April gibt es drei Veranstaltungen mit unterschiedlichen Zugängen. Den Impuls lieferten die Vorbereitungen für eine Fotoausstellung zum Thema "Kreuze und Kleindenkmäler", aus der auch ein Buch entstanden ist.

Die Familie Schwehr vom Alt-Vogtshof stiftete im Jahr 1919 das Kreuz am Dorfplatz zum Gedenken an Georg Schwehr. Der Hoferbe und Mesner in der St.-Remigus-Kirche fiel als Soldat im Ersten Weltkrieg am 5. Februar 1915 bei der Lorettoschlacht in Nordfrankreich. Bis zum Jahr 1984 fanden sich an diesem Kreuz die Trauergemeinden zur Einsegnung ihrer Verstorbenen zusammen. Und bei der Flurprozession an Christi Himmelfahrt machten die Gläubigen beim Alt-Vogtshof-Kreuz Station.

Der in Heuweiler geborene und aufgewachsene Landwirt Hubert Blattmann hat zahlreiche Ansichten der Kreuze und des Dorfes festgehalten. Der Fotoapparat ist sein ständiger Begleiter. "Es war mein Wunsch, eine Bilderausstellung zu den Kreuzen und Kleindenkmälern zu gestalten", sagt er. "Warum denn nur eine Ausstellung, die wieder abgebaut wird?", dachte sich der in der AG Kultur der Bürgerrunde engagierte Raphael Reichenbach. Er schlug vor, gleich ein Buch daraus zu machen und übernahm Konzept und Gestaltung des im Rombach-Verlag erschienenen Buchs. Reichenbach: "Auf diese Weise können wir das Wissen um die Geschichten hinter den Kreuzen und Denkmälern für die Nachwelt erhalten."

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So etwa das Wissen um das tragische Schicksal von Johannes Sailer und seiner Tochter Marie. Der im Jahr 1772 geborene Dorfschullehrer war wegen seiner fundierten Kenntnisse auf dem Gebiet der Imkerei weithin als "Bienenvater" bekannt. An der Stelle, wo heute das Feldeleweg-Kreuz beim alten Sportplatz steht, wurden Johannes Sailer und seine Tochter am 18. Juli 1844 vom Blitz erschlagen.

Ferdinand Elighofer lieferte das entsprechende Hintergrundwissen zum Buch. Der Heimatkundler aus Heuweiler kennt die Hintergründe zu den behandelten Kreuzen und Kleindenkmälern wie kaum ein anderer. Präsentiert wird das Buch am 29. April, verbunden mit einer Vernissage zur Fotoausstellung der Kreuze und Kleindenkmäler. Veranstalter ist der Arbeitskreis Kultur der Bürgerrunde Heuweiler.

Mit einem Vortrag unter der Überschrift "Kreuzestheologie – Ärgernis und Herausforderung: Was uns das Kreuz heute sagt" hat auch das Bildungswerk der Pfarrgemeinde St. Remigius das Thema aufgegriffen. Referent ist Ulrich Ruh aus Elzach. Der Theologe, Publizist und ehemalige Chefredakteur der Monatszeitschrift Herder Korrespondenz beleuchtet unterschiedliche Interpretationen des Kreuzestodes Jesu‘. Dabei geht er auf den Kreuzestod als Sühneleistung für die Sünden der Menschheit ein, als Offenbarung der Liebe Gottes oder als Mitleiden Gottes mit den Menschen.

Einen musikalischen Zugang zum Thema eröffnet der Kirchenchor von St. Remigius. "Im Kreuz ist Heil" lautet die Überschrift des Passionskonzerts am 2. April unter der Leitung von Katharina Hermann. Der um Projektsänger erweiterte Chor singt etwa Werke von Josef Gabriel Rheinberger, Melchior Frank und Johann Sebastian Bach. Begleitet wird er von Michael Hermann an der Orgel. Außerdem wird ein Querflötenensemble zu hören sein.

Die Themenwoche: Den Auftakt bildet der Vortrag "Kreuzestheologie – Ärgernis und Herausforderung: Was uns das Kreuz heute sagt" am Donnerstag, 30. März, um 20 Uhr im Gemeindehaus Heuweiler. Das Passionskonzert "Im Kreuz ist Heil" findet am Sonntag, 2. April, um 17 Uhr in der Kirche St. Remigius statt. Den Abschluss bildet die Vernissage und Buchvorstellung "Kreuze und Kleindenkmäler in Heuweiler" am Sonntag, 9. April, um 15 Uhr im Gemeindehaus.

Autor: Gabriele Fässler