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21. Oktober 2013

"Vermisst: Siegfried Kuschel"

BZ-INTERVIEW mit Gundelfinger Hauptkommissar Michael Nowak zu Suchaktion seit zwei Wochen.

  1. Michael NowakPolizeihauptkommissar (PHK), Leiter Pp Gundelfingen Foto: Andrea Steinhart

GUNDELFINGEN/HEUWEILER. Seit Tagen suchen Polizisten, Feuerwehrleute, Rettungshundestaffel, Bergwacht und Hubschrauber nach dem 74-jährigen Siegfried Kuschel – und viele Nachbarn. Über den Fall sprach Andrea Steinhart mit Michael Nowak, Polizeihauptkommissar und Leiter des Polizeiposten Gundelfingen.

BZ: Herr Nowak, seit dem 7. Oktober wird der 74-jährige Siegfried Kuschel aus Heuweiler vermisst? Was wurde von Ihrer Seite bereits unternommen?

Nowak: Gleich am Abend des Verschwindens ist von den Erstkräften der Kriminalpolizei und des Polizeireviers Freiburg–Nord und der Hundestaffel eine umfangreiche Suche eingeleitet worden. Angefangen vom Anwesen des Vermissten bis in den Nahbereich und der vermuteten Wegstrecke wurde umfassend mittels Polizeihunden, Flächensuchhunden des DRK und einem Polizeihubschrauber gesucht. Noch in der Nacht kam ein Personenspürhund des DRK zum Einsatz. Am Tag nach dem Verschwinden wurden in Denzlingen, Glottertal, Heuweiler und Gundelfingen durch Feuerwehr und Polizei Lautsprecherdurchsagen durchgeführt, um die Bevölkerung zu sensibilisieren. Die von der Familie gleich erstellten Handzettel mit dem Foto des Gesuchten, wurden dankenswerter Weise sofort von den örtlichen Feuerwehren in Gundelfingen, Wildtal, Heuweiler und Glottertal in Geschäften und an örtlichen Treffpunkten verteilt und ausgehängt.

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BZ: Und die Tage danach?

Nowak: In den folgenden Tagen wurde die Suche nach Maßgabe der eingegangenen Hinweise erweitert und intensiviert. In Folge kam der Polizeihubschrauber noch weitere drei Mal, davon einmal im Bereich St. Märgen und St. Peter, zum Einsatz. Zusammen mit sehr engagierten Heuweiler Bürgern und der dortigen Feuerwehr unter der Leitung von Hubert Wiehle wurden alle Anwesen im Ort aufgesucht und auch die Hinterhöfe, die Gartenhäuser, die Bachläufe, Gräben und Böschungen in Augenschein genommen.

"Leider ergaben sich bis jetzt keine neuen

Suchansätze"

Die Bürger von Heuweiler haben uns von Anfang an bei den Suchmaßnahmen stark unterstützt. Es folgten dann noch insgesamt drei Hundesucheinsätze, zuletzt am vergangenen Montag mit insgesamt über 50 eingesetzten Kräften von DRK, Rettungshundestaffel, Feuerwehr und Polizei, welche leider alle ergebnislos blieben. Auch die Bergwacht Schwarzwald war zwei Mal bei der Suche im schwierigen Gelände und bei entfernt gelegenen Waldhütten- und Unterständen im erweiterten Bereich eingesetzt worden. Zwei Mal kamen aus Lahr die Bereitschaftspolizei. Sie haben dichtes, schwieriges Waldgelände, rund um Heuweiler durchsucht. Sogar Wildbeobachtungskameras wurden durch die Jagdberechtigten überprüft. Leider ergaben sich bis jetzt keine weiteren neuen Suchansätze.

BZ: Wie können die Bürger helfen?

Nowak: Die Bürger haben uns bereits sehr stark unterstützt. Ich appelliere, dass man sich die Fahndungsfotos und die Beschreibung von Siegfried Kuschel genau anschaut und einfach mit offenen Augen durch die Welt geht. Wir erhoffen uns immer noch Hinweise über den Verbleib des Gesuchten.

BZ: Mit was rechnen Sie?

Nowak: Wir sind nach wie vor der Hoffnung, dass wir Siegfried Kuschel wohlbehalten auffinden und in Obhut nehmen können, beispielsweise deshalb, weil er sich vielleicht krankheitsbedingt in einen Zug gesetzt hat, im Bundesgebiet unterwegs ist und bislang nirgends aufgefallen ist.

Autor: ast