Hilfe für 200 Flüchtlinge

Karin Reimold

Von Karin Reimold

Fr, 17. November 2017

Offenburg

Flüchtlingshilfe Rebland zieht Drei-Jahres-Bilanz / Heute beeindruckende Struktur an Hilfsangeboten.

OFFENBURG. Wohnungssuche, Deutschunterricht und Kontakte zur Arbeitswelt – mehr als 200 Flüchtlinge konnten inzwischen von der ehrenamtlichen Arbeit der Flüchtlingshilfe Rebland profitieren. Am Dienstag feierte der Verein sein dreijähriges Bestehen. Die Initiatoren können heute auf eine beeindruckende Struktur an Hilfsangeboten blicken.

"Als wir vor drei Jahren die Flüchtlingshilfe gründeten, wollten wir die ankommenden Menschen eigentlich nur in Empfang nehmen und ihnen bei den ersten Schritten helfen", eröffnete der Vorsitzende Heribert Schramm die Feierstunde im Weingut Renner in Fessenbach. Es war die Idee des Ortschaftsrats von Zell-Weierbach gemeinsam mit den Ortsvorstehern Trudpert Hurst (Rammersweier) Paul Litterst (Fessenbach) sowie dem Pfarrer Daniel Ahrnke und Pfarrgemeinderat Bernd Gorißen. Aus diesem überschaubaren Helferkreis entwickelte sich rasch und nachhaltig ein ganzes Netzwerk, das seinen Aktionsbereich auf ganz Offenburg und in Einzelfällen sogar darüber hinaus ausgedehnt hat. "Es konnten mehr als 100 Helfer mobilisiert werden. Dazu gibt es einen Lenkungskreis aus zwölf Menschen, die die Arbeit koordinieren", sagt Schramm. Richtige Anlaufstellen sind entstanden. Etwa für die Anerkennung von Zeugnissen aus den Herkunftsländern, Hausaufgabenbetreuung, Patenschaften, Sachspenden und Handwerkerdienste, Wohnungssuche und Deutschunterricht. "Anfangs hatten wir 20 Sprachkurse. Jetzt sind es noch drei Angebote", erzählt er. Denn mittlerweile habe die Stadt nachgezogen und Sprachkurse professionalisiert.

"Unser Vorteil ist, dass wir uns schon vor der großen Flüchtlingswelle zusammengetan haben", sagt der Vorsitzende.

In Sachen Organisation anderen weit voraus

In Sachen Organisation war die Flüchtlingshilfe Rebland anderen weit voraus. "Wir haben die Dinge einfach angepackt", sagt Mitbegründer Paul Litterst. Er freut sich über das nachhaltige Projekt. Anekdoten über kulturelle Unterschiede, die sich bei der Zusammenarbeit mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern schließlich zeigen, weiß er viele zu erzählen.

Erfahrungen austauschen, sich kennenlernen – der Gesprächsstoff ging an diesem Abend sicherlich nicht aus. Bei einem von den Ortschaften spendierten Buffet trafen viele der Helfer zusammen. Etwa Schreiner, die fleißig Möbel für die Wohnungen der Flüchtlinge anpassen oder Koordinatoren für Sachspenden, wie auch Hubert-Burda-Grundschul-Rektor Patrick Scharte mit seinen Kollegen. "Wir bekommen von der Flüchtlingshilfe konkret Bescheid, was genau gerade benötigt wird. Das gebe ich dann den Elternvertretern weiter", erzählt der Leiter. Wenn es um die Wohnungssuche geht, dann ist Gerhard Hund der richtige Ansprechpartner. "Wir haben bisher 55 Umzüge durchgeführt. Von der Gemeinschaftsunterkunft in die Anschlussunterkunft", sagt der Apotheker. Dabei war die Situation auf dem freien Wohnungsmarkt anfangs gut zu handhaben, meint er. Doch jetzt seien vor allem Ein-Zimmer-Wohnungen Mangelware. Zudem steige das Kontingent an Flüchtlingen, die jede Gemeinde aufnehmen soll. "Im Januar 2017 waren es 80 plus Familienzuzug, 2018 sollen es 300 Menschen sein, für die eine Anschlussunterkunft gefunden werden muss." Dabei zählt die Flüchtlingshilfe Rebland auch auf die Unterstützung der Stadt. Man habe Wünsche geäußert, etwa zu einer Lagermöglichkeit, um Möbel und Haushaltsdinge unterbringen zu können – ein Anliegen, das ebenso im Interesse aller sein dürfte, wie eine weiterhin gute Zusammenarbeit. "Schließlich haben wir auch der Stadt die Arbeit teilweise abgenommen", sagt Hund.