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22. Mai 2010

Hilfe für ein indisches Mädchen

Sampa, die schwere Verbrennungen erlitt, wird im St.-Elisabethen-Krankenhaus operiert / Helferteam ist auf Spenden angewiesen.

  1. Die schweren Brandwunden sind so vernarbt, dass Sampa die Arme nicht mehr bewegen kann. In Lörrach soll ihr geholfen werden. Ruda Foto: Barbara Ruda

LÖRRACH. Das Elisabethenkrankenhaus Lörrach und die Schopfheimer Sektion von Interplast Germany stellten gestern das gemeinsame humanitäre Projekt "Hilfe für Sampa" vor und wandten sich gleichzeitig mit der dringenden Bitte um Unterstützung an die Öffentlichkeit.

Sampa ist ein zehnjähriges Mädchen aus Westbengalen in der Umgebung von Kalkutta in Indien, das schon einen jahrelangen Leidensweg hinter sich hat. Im Alter von etwa vier Jahren war sie in eine offene Feuerstelle gestürzt und hatte sich dabei schwere Brandverletzungen am Oberkörper und an beiden Armen zugezogen. Da die Arme ohne medizinische Erstversorgung mit ausgedehnten Vernarbungen abgeheilt sind, sind sie völlig funktionslos. Sampa ist rund um die Uhr auf fremde Hilfe angewiesen, kann nicht selbst essen, sich nicht waschen und anziehen. Wahrscheinlich hatte die Kleine ein Kunststoffhemd an, als sie verbrannte, wie Sektionsleiter Dr. Günter Zabel annimmt.

Dem Schopfheimer Arzt wurde Sampa bei seinem bis dato letzten Einsatz für die Vereinigung plastischer Chirurgen im Shree Jain Hospital in Howrah vorgestellt. Vor Ort konnte er dem Mädchen nicht helfen, weil die notwendigen Operationen zur Wiederherstellung der Armbeweglichkeit zu umfassend sind. Deshalb kam er mit der Bitte um eine Kooperation auf das Elisabethen-Krankenhaus zu.

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Die Klinik unterstützt das große Engagement von Interplast sowieso schon, indem sie immer wieder Mitarbeiter für Einsätze freistellt, wie Verwaltungschef Andreas Heuser beim gestrigen Pressegespräch berichtete. Nun sollen die vier bis sechs nötigen Eingriffe, um Sampras Arme vom Oberkörper zu trennen, in Lörrach vorgenommen werden. Das Team von Interplast, das kinderchirurgische Team um Dr. Tobias Berberich und die Anästhesieabteilung des St. Elisabethenkrankenhauses unter Leitung von Chefarzt Dr. Walter Heindl werden sie durchführen und die intensive Versorgung des Mädchens während dieser Zeit gewährleisten. "Das passt in unser Leitbild", sagte Oberin Annemunda, "Unser Ziel ist es, allen zu helfen, die sonst keine Hilfe erwarten können oder dürfen." Das Aktionskomitee Kind im Krankenhaus wird sich einbringen, wo immer es gebraucht wird. Das versprach Landesvorsitzende Monika Werner. Insgesamt, so Heuser, sei mit einer Behandlungsdauer von insgesamt drei bis vier Monaten zu rechnen.

Um dieses humanitäre Projekt zu bewältigen, das grob geschätzt etwa 50 000 Euro kosten wird, rufen die Beteiligten Firmen, Privatleute und Unternehmen zu Spenden auf. Des weiteren wird für die Zeit des Aufenthalts von Sampa und ihrem Vater in Lörrach eine Gastfamilie gesucht. Beide werden Ende Juli erwartet, wenn mit den Visa alles klappt. Gesucht wird eine passende Familie, womöglich aus dem indischen Kulturraum. "Wir freuen uns über jede Familie", so die einhellige Meinung.

Ansprechpartner: Dr. Günter Zabel, 07622/1215 und Dr. Tobias Berberich, 07621/171-4046; Spendenkonto: Interplast Germany Sektion Schopfheim, Sparkasse Schopfheim-Zell, BLZ 68351557, Kto. 3197779,Stichwort "Hilfe für Sampa"

Autor: Barbara Ruda