37 wollen den Waldkindergarten, 43 wollen ihn nicht

Susanne Gilg

Von Susanne Gilg

Fr, 20. Juli 2018

Hinterzarten

Die Gemeinde Hinterzarten hat eine Umfrage zum Bedarf an Kinderbetreuung im Ort gemacht und die Ergebnisse nun vorgestellt.

HINTERZARTEN. Die Ergebnisse der Bedarfsumfrage zur Kinderbetreuung in Hinterzarten hat Hauptamtsleiter Heiko Wehrle am Dienstagabend in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats vorgestellt. 153 Fragebögen waren verteilt worden, 90 Bögen kamen zurück. "Man sieht an der guten Rücklaufquote, wie aktuell das Thema ist", sagte Wehrle.

So werden 42 Kinder laut den Angaben in den Fragebögen im Kindergarten St. Josef betreut, 48 nicht, 42 sind an einer Betreuung dort interessiert, drei sind nicht interessiert an einer Betreuung. Auf die Frage, ob Interesse an einem Waldkindergarten besteht, antworten 37 mit Ja und 43 mit Nein. Einen Betreuungsumfang von fünf Stunden wünschen sich beim Waldkindergarten 13 Menschen, 15 bevorzugen eine Betreuung von sechs Stunden, vier wollen eine Betreuung von sieben bis acht Stunden. "Bevor das Kind nach Breitnau muss, ja", lautete etwa ein Hinweis im Feld "Wünsche und Anregungen". "Wir würden unser Kind aus dem katholischen Kindergarten herausnehmen", schrieb eine weitere Familie, es brauche eine Indoor-Möglichkeit, in der Höhe sei ein Waldkindergarten nur schwer vorstellbar, hieß es weiter. Außerdem seien vor einer definitiven Entscheidung noch weitere Details nötig, lautete eine weitere Antwort. Die Öffnungszeiten sollten ähnlich wie die der Schule und des Kindergartens St. Josef sein – "sonst ist es für Familien mit mehreren Kindern ungünstig/unmöglich". Wichtig war den Familien auch eine zentrale Lage, die auch im Winter gut erreichbar ist.

Für den Kindergarten St. Josef wünschen sich für die drei- bis sechsjährigen Kinder zehn Familien frühere Öffnungszeiten ab 7 oder 7.15 Uhr, fünf wünschen sich längere Öffnungszeiten im Kindergarten bis 16 oder 16.30 Uhr. 23 sind an einem warmen Mittagessen für ihr Kind interessiert, 34 nicht.

An einer Betreuung für Kinder unter drei Jahren im Kindergarten St. Josef sind 19 Eltern interessiert, für 26 ist sie nicht interessant. Sieben von den Interessierten wünschen sich eine Betreuung von 7.30 bis 12.30 Uhr, acht bevorzugen eine Betreuung von 7.30 bis 14.30 Uhr, eine Familie wünscht sich eine Ganztagesbetreuung.

Bei "Anregungen und Wünsche" plädieren die Eltern für kleinere Gruppen: "Es sollte eine weitere Gruppe eingerichtet werden – egal, ob der Waldkindergarten kommt oder nicht, 25 Kinder in einer Gruppe auf diesem engen Raum sind auf die Dauer einfach zu viel, auch im Regelkindergarten sollte es mehr Waldangebote geben." Langfristiges Denken sei gefragt, heißt es im Antwortbogen. Die Kriterien für die Platzvergabe seien sehr undurchsichtig, was auch zu Missstimmungen im Ort führe, heißt es weiter. Es sollten klare Regeln definiert werden: "Viele fühlen sich benachteiligt, weil jüngere Kinder einen Platz bekommen und man selbst abgewiesen wird – insgesamt würden wir uns flexiblere Betreuungsmodelle wünschen."

Heiko Wehrle informierte darüber, dass in den zurückliegenden Tagen Zusagen für den Kleinkindbereich verschickt worden. "Wir haben im Moment keine Warteliste." Bürgermeister Klaus-Michael Tatsch sagte, dass eine Reduzierung der Gruppengrößen schön wäre. "Doch die Frage ist, was wir uns leisten können und wollen."