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15. Dezember 2010

Beratung gegen das Scheitern im Beruf

An der Hauptschule Hinterzarten-Breitnau bietet jetzt ein Berufseinstiegsberater seine Dienste an.

  1. Gerhard Dietsche, Berufseinstiegsbegleiter, hat seine Tätigkeit an der Hauptschule Hinterzarten-Breitnau aufgenommen. Unser Bild zeigt ihn zusammen mit Klassenlehrerin Marita Person, Berufsberater Daniel Keller und Konrektorin Friederike Lanz. Foto: DIETER MAURER

HINTERZARTEN/BREITNAU. Was 1984 mit einem berufspraktischen Jahr für elf Schüler begann, ist heute ein Netzwerk mit über 400 Mitarbeitern an 49 Standorten in Baden-Württemberg. Die Organisation BBQ Berufliche Bildung GmbH unterstützt Mädchen und Jungen beim Wechsel von der Schule zu einem Arbeitsplatz in der Wirtschaft. Bereits seit Februar 2009 findet die Berufseinstiegsbegleitung an der Sommerbergschule in Lenzkirch statt. Jetzt profitieren auch die Schulen in Löffingen und Hinterzarten von dem Programm.

Am Montag besprachen Diplomsozialarbeiter und Betriebswirt Gerhard Dietsche aus Lenzkirch und Diplomverwaltungswirt Daniel Keller, Berufsberater bei der Bundesagentur für Arbeit in Freiburg, mit der stellvertretenden Schulleiterin Friederike Lanz und der für die Klasse zuständigen Lehrerin Marita Person das weitere Vorgehen. Gerhard Dietsche, zuvor einige Jahre in der staatlichen Suchtarbeit und dem freien Bildungs- und Schulwesen tätig, startete in Hinterzarten am 29. November. Er stellte sich Lehrern und Schülern vor und bezog ein eigenes Büro im ehemaligen Elternsprechzimmer. Jeweils montags von 9 bis 13 Uhr steht er als Ansprechpartner zur Verfügung. Die BBQ Berufliche Bildung ist ein Tochterunternehmen des Bildungswerks der baden-württembergischen Wirtschaft. Der gemeinnützige Bildungsträger unterstützt förderungsbedürftige Schüler beim Erreichen des Schulabschlusses, der Berufsorientierung und Berufswahl, der Eingliederung in eine Ausbildung oder auch bei der Wahl einer weiterführenden Schule.

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Zur Stabilisierung der Ausbildungsverhältnisse werden die Jugendlichen sowohl in der Schule als auch während der ersten Monate der Ausbildung vom Berufseinstiegsbegleiter betreut. Immerhin brechen durchschnittlich 25 Prozent der Schulabgänger ihr Ausbildungsverhältnis im ersten Jahr ab, im Bereich Gastronomie sind es sogar 48 Prozent. Daniel Keller: "Prävention ist hier besser als später Lohnersatzleistungen zu bezahlen." Mit dem neuen Angebot werden die Chancen auf einen Übergang ins Erwerbsleben verbessert und Ausbildungsabbrüchen vorgebeugt. Der Berufsberater sieht im Angebot von BBQ keine Konkurrenz "sondern eine sinnvolle Ergänzung." Die Bundesagentur für Arbeit biete zwar ebenfalls eine Einstiegsbegleitung: "Aber wir können diese Aufgabe nicht in dieser Intensität wahrnehmen."

"Eine tolle Unterstützung der pädagogischen Arbeit"

Für seine Arbeit sieht Gerhard Dietsche drei wesentliche Säulen: Aufbau einer persönlichen Beziehung zu den Schülern. Hinzu komme eine enge Kooperation und ein ständiger Austausch mit Lehrern und Eltern. Die dritte Säule sei ein Netzwerk. In Hinterzarten sei mit den Bildungspartnerschaften zu einheimischen Betrieben bereits ein Grundstein gelegt. Mit einbezogen werde auch die Kommune als Schulträger. Die Berufseinstiegsbegleitung beginnt in der Vorabgangsklasse und endet nach den ersten zwölf Monaten der Ausbildung. Dietsche: "Immerhin müssen sich die Mädchen und Jungen zwischen 350 dualen Ausbildungsberufen, zahlreichen fachschulischen Ausbildungslehrgängen und einer kaum überschaubaren Zahl an Studiengängen entscheiden."

Konrektorin Friederike Lanz freut sich über das neue Angebot: "Das ist eine tolle Unterstützung unserer pädagogischen Arbeit." Die Hauptschule Hinterzarten-Breitnau lege schon seit Jahren viel Wert auf Orientierungshilfen bei der Berufswahl. 2008 erhielt die Schule das "Berufswahl-Siegel Baden-Württemberg". Mit der Dachdeckerei Metzler und dem Hotel Kesslermühle pflegt die Schule Bildungspartnerschaften. Zudem beteiligte sich die Schule an der Initiative "Lust auf Ausbildung" des Landratsamts Breisgau-Hochschwarzwald. In der Klasse acht absolvieren die Schüler ein Bewerbungstraining mit außerschulischen Experten und Fachleute aus der Region stellen den Jugendlichen ihre Berufe vor.

Autor: Dieter Maurer