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08. Dezember 2011

Das Ausland im Visier

Der Infotag der HTG gibt Information, Beratung und Einschätzungen für die künftigen Arbeitsfelder.

  1. Die Vorzüge der Hochschwarzwald-Card beschrieb HTG-Mitarbeiterin Eva Winterhalter. Sie erläuterte den Vermietern auch die Handhabung der Software. Foto: dieter maurer

HOCHSCHWARZWALD. "Zum Kuckuck – ist das schön hier" prangte es von einem Plakat auf der Bühne. Die großen schwarzen Buchstaben auf dem für die Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) typischen roten Untergrund verwiesen auf die Vorzüge eines Urlaubs im Hochschwarzwald. Der Kurhaussaal war am Dienstag eine einzige Werbeplattform. Aber es standen nicht Gäste, sondern Vermieter im Mittelpunkt. Sie konnten sich über alle Vorzüge der Urlaubsregion, das neue Gastgeberverzeichnis, Erkenntnisse im Auslandsmarketing sowie geplante Neuheiten informieren.

Vorgestellt wurden die Sommer- und Winter-Aktivitäten, das Umfeld für Tagungen, Kongresse und Incentives, Gesundheit und Wellness, Familienferien sowie die Produktbereiche Wandern, Kommunikation, Kunst und Kultur. HTG-Geschäftsführer Thorsten Rudolph ging auf den Verlauf des Jahres 2011 ein: "Der kurze Winter hatte einen massiven Rückgang zur Folge. Aber das hervorragende Frühjahr und der Sommer konnten dies ausgleichen." Ende Oktober zählte die HTG in den elf Mitgliedsgemeinden ein Plus von 4,5 Prozent bei den Ankünften und 2,5 Prozent bei den Übernachtungen: "Bis zum Jahresende werden wir sogar noch zulegen."

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Neue Angebote der Hochschwarzwald-Card

Einen großen Anteil am Erfolg schreibt Rudolph der Hochschwarzwald-Card zu. In den ersten zehn Monaten des Jahres hätten 150 000 Gäste mit 800 000 Übernachtungen 420 000 Nutzungen gehabt. Inzwischen machen mehr als 250 Betriebe bei der Karte mit, anfänglich waren es 180 Betriebe. Nach Angaben von Rudolph verzeichneten diese Betriebe bei den Übernachtungen ein durchschnittliches Plus von sieben Prozent: "Und wir entwickeln die Karte ständig weiter." In diesem Winter erhalten Karteninhaber, wie bereits berichtet, an 16 Verleihstationen kostenlos Langlaufausrüstungen. Zu den neuen Attraktionen gehören auch die Fahrt mit der Belchenbahn, Rodeln und Snowtubing im Spaßpark Schluchsee und der Hosentaschen-Ranger am Feldberg.

Zum 1. Januar 2012 kommen mit Häusern und St. Blasien zwei neue Partnergemeinden dazu. Rudolph: "Dann sind wir 13." Häusern verfüge über eine hervorragende Gastronomie, St. Blasien mit dem Dom biete einige kulturelle Trümpfe. Beide Gemeinden sind ebenso wie St. Peter im neuen Katalog 2012 aufgenommen.

Drubba schildert das Interesse der Asiaten

Da nur rund ein Drittel der Deutschen ihren Haupturlaub im Lande verbringen müsse die HTG im Ausland werben. Vorrangige Ziele seien die Schweiz mit dem für die Urlauber günstig Umtauschkurs sowie Frankreich. Auch Spanien und Italien bildeten wichtige Märkte. Rudolph schilderte seine Eindrücke von einer Geschäftsreise durch Asien. Gemeinsam mit der Deutschen Zentrale für Tourismus werbe die HTG in dem wirtschaftlich aufstrebenden Indien. In China gebe es inzwischen eine Million Euro-Millionäre: "Das sind für uns große Chancen. Diese Menschen kommen nicht in Gruppen zu Dumpingpreisen, sondern reisen individuell." Nächste Woche nimmt Rudolph an einem Kongress in den USA teil

Hotelier Thomas Drubba, zusammen mit seiner Familie seit Jahren auf dem internationalen Reisemarkt erfahren, bestätigte Rudolphs Einschätzungen: "Der asiatische Markt hat sich komplett verändert. Die Leute möchten Europa kennenlernen und sind bereit, dafür viel Geld auszugeben." Die deutschen Hotelpreise lägen im Vergleich zur europäischen Konkurrenz "ganz weit unten." Weshalb dann doch viele Asiaten vorzugsweise die Schweiz und Frankreich bereisen, erklärte Rudolph: "Die deutsche Visapolitik ist zu restriktiv. Die andern Nationen sind da liberaler." Asiaten wollen inzwischen zumindest teils europäisch essen: "Wer dann einem Inder den Tee mit Milch serviert, hat gewonnen." Drubba betonte, dass die internationalen Märkte praktisch ganzjährig auf Hochtouren agieren: "Die Chinesen vereisen zum zeitlich stets wechselnden Neujahrsfest, die Thailänder am liebsten im Frühjahr, die Südkoreaner lieben den Sport." Fazit für Rudolph: "Es ist lohnend, sich mit solchen Märkten zu beschäftigen."

Beim Informationstag stellten sich auch die Premium-Partner der HTG vor. Im kleinen Kurhaussaal lief ein kurzweiliger Videofilm über den "Hosentaschen-Ranger" für den Feldberg. Regen Zuspruch fanden die Workshops, hier vor allem das Thema Online-Marketing.

Autor: Dieter Maurer