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18. März 2011
Geräusche aus dem Leben
Trotz Anwohnerbeschwerden bleiben die Öffnungszeiten für das DFB-Spielfeld wie gehabt.
HINTERZARTEN. Die Öffnungszeiten für das DFB-Spielfeld im Ortszentrum bleiben unverändert. Dies teilte Bürgermeister Klaus-Michael Tatsch dem Gemeinderat unter "Bekanntgaben" in jüngster Sitzung mit. Ein Antrag, das Thema in einem eigenen Tagesordnungspunkt zu beraten, lehnte das Gremium mit sechs gegen fünf Stimmen ab.
Bei der Eröffnung des DFB-Minispielfelds im Mitte September 2008 bekundete der damalige Bürgermeister Hansjörg Eckert: "Damit geht für uns ein großer Wunsch in Erfüllung." Rektorin Anja Eckert fügte hinzu: "Das Spielfeld passt gut zu unserer Schule mit Bewegungsprofil."Hinterzarten hatte im Nachgang zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 eines von 1000 DFB-Spielfelder ergattert. Der Bau wurde vom Verein "Knete für Knilche" sowie aus dem Jugendfonds unterstützt. Fortan wurde das Spielfeld gerne genutzt, zumeist von Kindern, zuweilen aber auch von Jugendlichen. Im Mai 2009 fand ein Integrationsturnier für junge Fußballer statt. 23 Mannschaften waren angetreten.
Schon im Sommer 2009 gab es erste Klagen. Anwohner beschwerten sich bei der Gemeinde über den Lärm und forderten den Einhalt der kurörtlichen Ruhezeiten. In dem Schreiben hieß es: "Die Lärmbelästigung durch den Spielbetrieb – selbst bei geschlossenen Fenstern – ist ins Unerträgliche gestiegen." Der damalige Bürgermeister Eckert und der Gemeinderat beschlossen einen Kompromiss. Gestattet wurde das Spielen von 8 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 21 Uhr beziehungsweise bis zum Einbruch der Dunkelheit. Dies galt auch für die Nachmittage an Sonn- und Feiertagen. Wegen der Fahrschüler gab es eine kleine Ausnahme: von 13 bis 13.30 Uhr durfte mit einem Softball gekickt werden.
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In der Sitzung am 22. Februar hatte Gemeinderat Bernd Goette das Thema erneut angesprochen und die Klagen von Anwohnern vorgebracht: "Zumindest an Sonntagnachmittagen sollte das Fußballspielen dort verboten werden. Die Anwohner müssen einen lärmfreien Nachmittag in der Woche haben."
Bürgermeister Tatsch teilte unter Bekanntgaben dem Gemeinderat jetzt mit, dass es bei den im August 2009 beschlossenen Öffnungszeiten bleibe. An Sonn- und Feiertagen darf das Spielfeld von 15 bis 21 Uhr beziehungsweise Einbruch der Dunkelheit genutzt werden. Der Bürgermeister berief sich dabei auch auf Urteile von Verwaltungsgerichten, wonach Kinderlärm nicht gleich zu setzen sei mit Immissionen von Verkehr oder Industrie.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) erklärte zum Thema: "Mit dem neuen Gesetz zur Privilegierung des Kinderlärms setzen wir ein klares gesetzgeberisches Signal für eine kinderfreundliche Gesellschaft." Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) ging auf das Weinen, Schreien und Lachen von Kindern ein: "Das sind Geräusche, die das Leben macht – und niemand von uns war als Kind anders." Kinderlärm sei Teil der kindlichen Entwicklung und müsse als solcher von der Gesellschaft hingenommen werden.
Gemeinderätin Sylvia Schnur zeigte Verständnis für die Anwohner: "Aber wir können das Mini-Spielfeld auch sonntags nicht sperren." Henrik Tritschler mahnte die Kontrolle der genehmigten Öffnungszeiten an. Christel Faller meinte: "Auch Kinder müssen lernen, dass sie mal ruhig sein müssen." Goette fand es bedauerlich, dass Anwohner ausgelacht werden, wenn sie zu große Lautstärke persönlich anmahnen. Tatsch sagte eine Kontrolle der Einhaltung der Ruhezeiten zu.
Ratsmitglied Wolfgang Speth sprach ein grundsätzliches Thema an. Seiner Meinung nach würden zu viele Themen unter "Bekanntgaben" behandelt und dann abgehakt: "Da bleibt keine Zeit, sich intensiv mit der Sache auseinander zu setzen und eine eigene fundierte Meinung zu bilden."
Autor: Dieter Maurer
