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29. November 2011
Hochschwarzwald zwischen Klischee und Wirklichkeit
Bildhauer Wolfgang Eckert und Malerin Julia Elsässer-Eckert stellen eine Auswahl ihrer Werke im Skimuseum in Hinterzarten vor.
HINTERZARTEN. Die Ausgestaltung von Kirchen in Süddeutschland steht im Mittelpunkt des Schaffens von Julia Elsässer-Eckert und Wolfgang Eckert aus dem Furtwanger Ortsteil Unterbregenbach. Das seit 1994 verheiratete Künstlerpaar zeigt derzeit Landschaftsdarstellungen im Hochschwarzwald und Figurenbilder im Spannungsfeld zwischen Klischee und Wirklichkeit im Schwarzwälder Skimuseum in Hinterzarten. Der menschliche Kopf in unterschiedlichen Materialien ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit von Wolfgang Eckert. Noch bis 26. Februar sind neben Porträts und Tierplastiken auch kleinere Figurenensembles zu sehen.
Bei der Vernissage freute sich Bürgermeister Klaus-Michael Tatsch, zugleich Vorsitzendes des Fördervereins Skimuseum, "über diese faszinierenden Schau." Die Galerie im Hugenhof verbinde Kunst und Sport "in einer hervorragenden Kultur-Symbiose." Museumsleiterin Brigitte von Savigny stellte das Künstlerpaar vor.
Wolfgang Eckert, 1964 in Furtwangen geboren, erwarb 1985 seinen Gesellenbrief als Steinhauer. Von 1989 bis 1995 studierte bei den Professoren Eduardo Paolozzi und Hans Ladner an der Kunstakademie München. 1990 war er Preisträger der Dannerstiftung und von 1994 an Meisterschüler.
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Im selben Jahr heiratete er die aus München stammende Julia Elsässer. Das Künstlerpaar richtete in Furtwangen ein Atelier ein. Wolfgang Eckert widmete sich der architekturbezogenen Gestaltung von Sakralräumen und beteiligte sich an zahlreichen Ausstellungen, etwa 2007 an "Martin Walser und die Kunst" der Städtischen Galerie Überlingen. In diesem Jahr schuf er ein Porträtrelief von Papst Benedikt XVI., das im Freiburger Münster zu sehen ist. Im Frühjahr gestaltete er die Ausstellung "Totentanz" im Deutschen Uhrenmuseum Furtwangen.
Julia Elsässer-Eckert hat seit 1988 den Gesellenbrief als Fassmalerin und Vergolderin. 1989 wurde sie an der Kunstakademie München aufgenommen. In der Klasse für Malerei bei Professor Weißhaar, der einen Lehrstuhl für christliche Kunst, farbliches und räumliches Gestalten von Kulträumen inne hatte, wurde sie 1995 Meisterschülerin. Im selben Jahr erhielt sie den Kunstförderpreis des Landkreises Fürstenfeldbruck. Die Malerin erhielt viele öffentliche Aufträge für Kirchen und Kapellen und war an zahlreichen Ausstellungen beteiligt, etwa in Bernau, Donaueschingen, Freiburg und Villingen.
Arno Zahlauer, einst Privatsekretär von Erzbischof Oskar Saier und seit 2006 Direktor des Geistlichen Zentrums St. Peter, näherte sich in seiner Einführung in die Ausstellung unter dem Titel "Vom Lesen der Wirklichkeit" den Kunstobjekten sehr feinfühlig. Gerade die kraftvollen und dynamischen Gemälde von Julia Elsässer-Eckert "lehren uns die Wirklichkeit zu lesen. Sie können nähren, erwärmen und sogar berauschen", führte er aus. Dies gelte auch für Bildhauer Wolfgang Eckert: "Er schafft keine Gesichter, sondern Gesichterlandschaften von großer Individualität."
Wolfgang Eckert hat eine Skulptur des Kunstbildhauers Franz Gutmann ausgestellt. Der 83-jährige Professor aus dem Münstertal fand den Bronzekopf "viel zu groß." Gutmann studierte zunächst in Freiburg Theologie, wechselte dann an die Freiburger Außenstelle der Staatlichen Akademie der Künste Karlsruhe und später an die Kunstakademie Düsseldorf. 2002 wurde er habilitiert. Mit knapp 80 Jahren schuf er eines seiner Hauptwerke, den neuen Altarraum im Freiburger Münster. Mit 83 Jahren überließ er von wenigen Wochen seiner Heimatgemeinde Münstertal eine Jakobus-Skulptur für die Aula der Abt-Columban-Schule. Gutmann, dessen Vorfahren aus Kärnten stammen, erzählte in launigen Worten von seinen ganz persönlichen Eindrücken vom Besuch von Papst Benedikt XVI. in Freiburg.
Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung von Elias Eckert, Sohn des Künstlerpaars, und seiner Geigenlehrerin Claudia Winker (Furtwangen).
Autor: Dieter Maurer
