Lachende Kinderstimmen bei minus zehn Grad

Dieter Maurer

Von Dieter Maurer

Sa, 21. Januar 2017

Hinterzarten

50 Jungen und Mädchen der Carl-Ludwig-Magon-Schule vergnügen sich beim ersten Pistenbully-Cup im Pulverschnee.

BREITNAU. Hochbetrieb herrschte am Freitagmorgen auf der schneebedeckten Wiese neben dem Funpark in Breitnau. Bei minus zehn Grad Celsius, Sonnenschein und Pulverschnee vergnügten sich mehr als 50 Schüler der Carl-Ludwig-Magon-Schule (CaLuMa) in zwei Gruppen beim ersten Pistenbully Cup. Der Cup ist kein Wettkampf im herkömmlichen Sinn, sondern will Kindern mit viel Spaß zeigen, wie schön Bewegung in winterlicher Natur sein kann: "Das haben wir voll erreicht", freute sich Philipp Rießle, einer der Beauftragten der Skiverbände Baden-Württemberg (SBW) für die Region Hochschwarzwald.

Wie so viele Sportorganisationen wollen auch die Skiverbände den Nachwuchs für ihre Sportarten gewinnen. Ein im Vorjahr erdachtes Konzept wird erstmals in diesem Winter umgesetzt. Gefördert wird die Aktion von der in Laupheim ansässigen Firma Kässbohrer, Hersteller der Pisten Bullys und SBW Werbepartner. Die Skiverbände stellen ausreichend Miniskier aus Plastik zur Verfügung, die mit normalen Schuhen gefahren werden können. Ansprechpartner sind in erster Linie Grundschulen und Kindergärten.

Am frühen Freitagmorgen begannen der Sportwart für Skispringen und Nordische Kombination der Skizunft Breitnau, Franz Lickert sowie Trainerlegende Albert Zähringer mit dem Anlegen einer Loipe sowie dem Bau von zwei kleinen Schneeschanzen. Um 9 Uhr hieß Rießle die Schüler der Klassen drei und vier mit Rektorin Carina Bach und zwei weiteren Lehrkräften willkommen. Später folgten die Klassen eins und zwei. Alle waren bestens ausgestattet mit Skihosen und -jacken sowie wärmenden Mützen und Handschuhen.

Nach dem Anschnallen der Miniski gab es zur Melodie "Wo ist die Kokosnuss", ein paar Aufwärmübungen wie Hüftkreisen und Hüpfen. Beim Laufen wie Pinguine mussten die Kinder die Skispitzen zusammenhalten, danach die Skienden. Großes Vergnügen bereitete, das Fangen spielen. Anschließend absolvierten die Mädchen und Jungen, die mit einigen Hindernissen gespickte Rundloipe und hüpften über die kleinen Schneeschanzen. Die dabei entstandenen "Badewannen" schaufelte Albert Zähringer schnell gleich wieder zu. Um eine gewisse Ordnung zu gewährleisten, vertraute Rießle auf einen kleinen pädagogischen Kniff. Ein Pfiff von ihm bedeutete "alle bleiben wie eingefroren stehen", zwei Pfiffe "alle kommen zu mir."

Ein lautes "Hallo" gab es, als Philipp Rießle ein Plakat mit dem Konterfei seines jüngeren Bruders Fabian zeigte. Natürlich erkannten die Breitnauer Kinder den Teamweltmeister von Falun 2015 und zweifachen Medaillengewinner bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi. Aber auch Philipp selbst war einst ein erfolgreicher Kombinierer. Der 31-Jährige war Deutscher Jugendmeister und Teilnehmer an einer Juniorenweltmeisterschaft. Zudem startete er im Continental-Cup. Heute ist er ein enger Vertrauter und wichtiger Ratgeber seines erfolgreichen Bruders sowie Nachwuchstrainer beim Skiverband Schwarzwald. Seit drei Jahren unterrichtet er als Lehrer an der Grundschule Bräunlingen, der ein Förderzentrum für Hören und Sprechen angegliedert ist.

"Skifahren gehört zu unserer Kultur im Hochschwarzwald. Wir möchten möglichst vielen Kindern, den Kontakt mit Ski und Schnee ermöglichen", zog der aus St. Märgen stammende Philipp Rießle eine zufriedenstellende Bilanz: "Das ist uns heute gelungen. Der Sinn der Aktion ist erfüllt." Nach dem Auftakt in Breitnau sind Veranstaltungen in St. Märgen, St. Peter und Waldau geplant. Eine Art Finale für Kinder, die am Skispringen viel Freude haben, soll am 11. März im Adler-Skistadion in Hinterzarten stattfinden.