Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

14. Juli 2011

Neuer Wind im alten Hof

Franz Thoma verkauft die beliebte Veranstaltungsstätte Henslerhof an eine spanische Familie.

  1. Alexandre und Vivien Alborna von Laufenberg sind von Barcelona in den Hochschwarzwald gezogen und haben von Franz Thoma den denkmalgeschützten Henslerhof im Seebachtal übernommen. Foto: T. Winckelmann

HINTERZARTEN. Jahrelang sei er von der Gemeinde Hinterzarten hingehalten und vertröstet worden, erklärt der Unternehmer und Gastronom Franz Thoma. Bereits vor zwei Jahren zog er einen Schlussstrich unter seine Pläne, mit einem Chaletdorf am Mühlacker die Existenz seines Catering-Unternehmens abzusichern. Jetzt hatte er mit dem bereits damals angekündigten Verkauf des Henslerhofes Erfolg: Die beliebte Tagungs- und Veranstaltungsstätte im Seebachtal wird künftig von der aus Spanien stammenden Familie Alborna von Laufenberg betrieben.

Der denkmalgeschützte Schwarzwaldhof kann weiterhin für Hochzeiten, große Familienfeiern, für Tagungen und Firmenveranstaltungen gebucht werden. Für die Ausrichtung kann auf einheimische Catering-Firmen oder auf eigene Lieferanten zurückgegriffen werden. Thoma unterstützt die neuen Eigentümer noch während einer Übergangszeit mit seinem Fachwissen und vor allem seinen Kontakten zu potenziellen Kunden, Lieferanten und Musikgruppen.

"Wir lieben diesen Teil Deutschlands", sagen Alexandre und Vivien Alborna von Laufenberg und haben keine Bedenken, dass der lange Hochschwarzwaldwinter ihnen zu schaffen machen könnte. Für alle Fälle behalten sie ihren Wohnsitz in Barcelona bei, dort befindet sich auch der Sitz ihrer Firma. Schon seit mehreren Jahren suchte das Paar, das sein Geld unter der Marke "MinTalc" mit dem weltweiten Vertrieb von Mineralien verdient, einen alten Schwarzwaldhof als Ferien- und Ruhesitz. Eine Voraussetzung war dabei auch, dass das Anwesen in überschaubarer Entfernung zum Flugplatz Basel liegt, da Alexandre Alborna von hier aus weiter seine Firma steuern und Reisen in alle Welt antreten möchte. Über einen Makler stießen sie auf den Henslerhof und kamen in Kontakt mit Franz Thoma. Bei diesen Gesprächen reifte Idee, das denkmalgeschützte Haus nicht nur als Wohnung zu verwenden, sondern die Veranstaltungsstätte im bisherigen Umfang weiterzuführen. Dass der ungewöhnliche Raum für Feiern und Tagungen nach wie vor gefragt ist, zeigt die Tatsache, dass teils schon bis ins nächste Jahr Veranstaltungen von Firmen und Privatleuten gebucht wurden.

Werbung


Der Henslerhof stammt aus dem Jahr 1562. 1998 übernahm ihn Franz Thoma, 1999 wurde das Schwarzwaldhaus aufwendig restauriert. Bis zu 150 Veranstaltungen fanden jährlich in und rund um das alte Gebäude statt. 2007 stellte Thoma der Gemeinde sein Konzept für eine Bebauung des benachbarten Mühlackers mit kleinen Ferienhäusern vor. Bis heute ist jedoch die dafür erforderliche Fortschreibung des Flächennutzungsplanes nicht erfolgt. Für Franz Thoma war dies – gemäß seinem Motto, "nie stehen bleiben oder ankommen", der Grund, sich vom Henslerhof und von Hinterzarten ganz zurückzuziehen. Er will sich auf neue Aufgabenfelder und auf sein Engagement auf dem Feldberg und im Badeparadies in Titisee konzentrieren und eventuell auch neue Herausforderungen im Ausland suchen.

Autor: Thomas Winckelmann