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09. Mai 2011

Trauer

Schulrektorin Anja Eckert stirbt im Alter von 47 Jahren

Tiefe Betroffenheit im Hochschwarzwald: Anja Eckert aus Hinterzarten ist im Alter von 47 Jahren gestorben. Ein schlimmes Leiden hat die Rektorin der Grund-, Haupt- und Werkrealschule Hinterzarten-Breitnau aus dem Leben gerissen.

HINTERZARTEN (ma). Die Nachricht über den Tod der angesehenen Schulleiterin und Mutter zweier Kinder verbreitete sich am Wochenende wie ein Lauffeuer und löste tiefe Bestürzung aus.

Die Beisetzung findet am Dienstag statt. Die Pfarrer der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde, Lorenz Seiser und Erik Stier, die beide an der Schule Unterricht erteilen, halten den um 14 Uhr beginnenden Trauergottesdienst in der Kirche. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Friedhof.

Am 3. September 1963 als Tochter von Carla und Kurt Eckert geboren, besuchte sie das Kreisgymnasium Hochschwarzwald in Titisee-Neustadt, wo sie 1983 das Abitur erfolgreich ablegte. Es folgte das Studium an der Pädagogischen Hochschule Freiburg für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. 1988 schloss sie den ersten Ausbildungsabschnitt mit dem Staatsexamen ab. Ihr Referendariat absolvierte sie an der Grund- und Hauptschule Kehl-Goldscheuer. 1990 erfolgte die Anstellung an der Hauptschule Höchenschwand. Aus familiären Gründen wechselte sie 1995 an die Hebelschule Neustadt. Während eines zweijährigen Erziehungsurlaubs arbeitete sie als Dozentin im Fach Deutsch an der Fachschule für Altenpflege in Friedenweiler.

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An die Grundschule Hinterzarten kam sie im Jahr 2000. Anja Eckert wurde Kooperationslehrerin an den Schnittstellen zwischen Kindergarten und Schule sowie Schule und Verein. Als Mentorin begleitete sie Referendare in der Ausbildungsphase. Im Herbst 2004 trat sie die Nachfolge von Rektor Peter Krampfert an. Sie war die Wunschkandidatin des Staatlichen Schulamts und der Gemeinde. Mit der Leitung der Unterrichtsstätte übernahm sie eine große Herausforderung, musste sie doch gleich den neuen Bildungsplan umsetzen.

Im Herbst 2004 trat sie die Nachfolge von Peter Krampfert an

In den folgenden Jahren prägte die junge Rektorin die Schule und setzte viele neue Impulse. Die "Teamplayerin" erarbeitete in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Kollegium und den Eltern Schwerpunkte, die sich in drei Leitgedanken widerspiegelten: miteinander-füreinander, schülerorientierter Unterricht und bewegte Schule. Sie förderte eine positive Konfliktkultur, in der soziale Kompetenzen, Zivilcourage und Demokratieverständnis nachhaltig erfahrbar gemacht wurden.

Neben dem schülerorientierten Unterricht sorgte die ehemalige Fußballerin des SV Titisee mit Bewegung für einen Ausgleich bei den Kindern. Im Sommer 2008 erhielt die Schule das Boris-Siegel. Dieses Zertifikat bescheinigt eine optimale Vorbereitung der Mädchen und Jungen auf die Berufswelt. Voll stand sie hinter dem gemeinnützigen Verein "Sport und Natur". Ziel des Vereins waren Bewegungs- und Umwelterziehung, die Umsetzung sozialer Projekte sowie die Heranführung an das Ehrenamt.

In Hinterzarten lebte sie zusammen mit Markus Duffner und ihren Söhnen Julian und Luis. Als sie 2010 erkrankte, hofften alle auf eine baldige Genesung. Bis zuletzt bewahrte sie ihr positives Denken. Noch vor wenigen Wochen setzte sie sich in Verhandlungen mit den Gemeinderäten von Hinterzarten und Breitnau sowie dem Staatlichen Schulamt mit aller Kraft für den Erhalt der Hauptschule ein.

In den letzten Tagen verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand dramatisch. In der Nacht zum Samstag verlor sie den Kampf gegen die Krankheit.

Autor: ma