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16. Oktober 2010
Start in ein spannendes Abenteuer
Die 18-jährige Abiturientin Katharina Winterhalder kümmert sich im kenianischen Hochland acht Monate lang um Waisenkinder.
HINTERZARTEN. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, das spannende Abenteuer kann beginnen. Am Dienstag, 19. Oktober, startet Katharina Winterhalder vom Forsthaus in der Bisten in Hinterzarten nach Nyahururu im Hochland von Kenia. Acht Monate durchläuft die 18-jährige Abiturienten dort ein freiwilligen sozialen Dienst im "Children’s Home", einem von der Kirche getragenen Waisenhaus für Kinder bis 18 Jahre. Sie freut sich auf die neue Aufgabe: "Es wird sicher eine schwierige, aber interessante Herausforderung."
Ein Problem hat sie bereits gelöst: "Im Flugzeug sind nur 20 Kilo Gepäck erlaubt." Dementsprechend sorgfältig musste sie ihren Koffer packen. Neben passender Kleidung ist eine medizinische Grundausstattung dabei: "Für alle Fälle." In den letzten Wochen hatte sie per Internet viel Kontakt mit Pfarrer Geoffrey N Gichucki, Vater von drei Söhnen im Alter von fünf, acht und elf Jahren: "Er will mich wie eine Tochter in seine Familie aufnehmen." Inzwischen darf sie ihn Jeff nennen. Im Vordergrund steht der Unterricht an der Primary-School: "Aber ich werde mich auch um ältere Menschen kümmern." In der knappen Freizeit kann sie mit den Gastgebern bei Safaris wildlebende Tiere erleben.Werbung
Anregungen erhielt Katharina Winterhalder bei einem Drei-Tage-Praktikum an der Grundschule Hinterzarten. Die Pädagoginnen Ute Sauerland und Katja Koloczek-Goldschmidt sowie die Schüler der zweiten Klasse zeigten ihr zahlreiche Spiele, für die kaum Materialien benötigt werden. Zudem lernten sie gemeinsam einige englische Lieder: "Ich will mit den afrikanischen Kindern spielen und singen." Möglichst auch mal in deutscher Sprache. Gut ankommen könnte der Fasnachts-Hit "Heut ist so ein schöner Tag" mit den vielen lustigen Bewegungen. Für die Weihnachtszeit möchte sie gerne "Stille Nacht" einüben.
Überwältigt ist Katharina Winterhalder von der Hilfsbereitschaft vieler Menschen. Immerhin musste sie mindestens 1000 Euro für die Vermittlung des sozialen Jahrs aufbringen. Zudem hatte sie viele Kosten zu tragen. Ihre Aufrufe hatten Erfolg: "Dass die Leute so positiv reagieren, hätte ich nicht gedacht." Ihr besonderer Dank gilt den Geistlichen der katholischen und evangelischen Kirche, Lorenz Seiser und Erik Stier.
Zur Vorbereitung auf ihre neue Aufgabe brachte sie sich mit Hilfe des Wörterbuchs einige Brocken Suaheli bei: Hallo – Jambo, Auf Wiedersehen – Kwaherini, Guten Tag – Habari gani – guten Tag.
Am Dienstag heißt es dann Abschied nehmen, auf Suaheli "Baadaye tutaonana" ("Bis bald"). Vater Eugen, selbst ein erfahrener Afrika-Kenner, der schon Südafrika, Namibia, Botswana und andere Staaten bereiste, wird zusammen mit Mutter Angelika und Bruder Matthias sowie einigen Schulfreundinnen aus Kirchzarten Katharina zum Flughafen Mulhouse begleiten. Von dort geht es um 19.10 Uhr mit Easy Jet nach London, wo sie ihr in der englischen Hauptstadt lebenden Onkel Hans-Peter Laubis auf dem Flughafen Heathrow abholt. Einen Tag verbringt sie in der Hauptstadt. Mit der Fluggesellschaft Virgin Atlantic Airways startet sie am Mittwoch, 21 Uhr in Richtung Nairobi. Nach 7000 Flugkilometern landet sie am Donnerstag gegen 7.50 Uhr auf dem Airport Jomo Kenyatta, benannt nach dem ersten Ministerpräsidenten nach der Unabhängigkeit von Kenia im Jahr 1963. Kenyatta wurde 1964 nach der Proklamation von Kenia zur Republik zum Staatspräsidenten gekürt. Er starb im Alter von 85 Jahren 1978 in Mombasa.
Pfarrer Geoffrey N Gichucki wird die junge Deutsche abholen und in das zweieinhalb Autostunden entfernte Nayhururu chauffieren. Die Schwarzwälderin ist gespannt auf die andere Lebensweise, die Sitten und Gebräuche und auf das Essen: "Ich habe großen Respekt vor anderen Kulturen." In Nyahururu leben fast nur Schwarze: "Im Kinderheim bin ich sicher die einzige weiße Frau."
Autor: Dieter Maurer
