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27. Januar 2012
Wegbereiter des Skifahrens
Die Skischule Thoma in Hinterzarten feiert am Samstag ihr 75-jähriges Bestehen.
HINTERZARTEN. Es gab Zeiten, da prägten weder Skipisten noch Skilifte das Bild des Schwarzwalds, und der Skisport war bei weitem nicht so verbreitet wie heute. In dieser Zeit gründete der skibegeisterte Albert Thoma Senior 1937 als einer der ersten Skilehrer im Schwarzwald die Skischule Thoma in Hinterzarten, deren Bestehen sich am Wochenende zum 75. Mal jährt.
Hinterzarten verfügte schon damals über ein funktionierendes Hotel- und Gaststättengewerbe und war als Urlaubsort beliebt wie heute. Zum Skifahren kamen jedoch die Wenigsten. Daher verwundert es nicht, dass Albert Thoma anfangs vor allem Einzelgäste in die Geheimnisse des "Pflug- und Stemmbogens" einwies. "Der Druck war damals bei weitem nicht so hoch wie heute", erinnert sich sein Sohn, Ottmar Thoma, mittlerweile Inhaber der Skischule Thoma.Bis 1957 unterrichtete Albert Thoma Senior alleine in seiner Skischule, erst danach kamen weitere Skilehrer hinzu. Obwohl die Gemeinde anfangs skeptisch war, gelang es Thoma, unter anderem durch die Unterstützung von Sepp Hettich und durch den Skisprung-Olympiasieg seines Sohnes Georg Thoma, den Namen der Skischule erfolgreich zu verbreiten. Bald stießen nicht nur die Söhne Georg und Ottmar zum Team der Skischullehrer hinzu, sondern auch Tochter Veronika, die in der Männerdomäne der Skilehrer eine große Ausnahme darstellte und die bis heute in der Skischule tätig ist.
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Der Hinterzartener Kesslerhanglift genügte irgendwann den hohen Ansprüchen der Skischule nicht mehr, und so reifte die Idee eines weiteren Lifts. Die Brüder Franz, Georg, Ottmar und Albert Thoma Junior erbauten 1967 den Georg-Thoma-Lift, den Windeckkopf- und Familienlift und legten somit das Fundament der heute noch sichtbaren Wintersportbegeisterung im Ort. Die Skilifte werden heute vom ältesten Bruder Franz geleitet, der auch gleichzeitig die größte Flutlichtanlage im Schwarzwald betreibt.
Ein Zeichen für die gewachsene Akzeptanz der Skischule stellte die Zusammenarbeit der Landwirte von Scherzingerhof, Kingenhof, Gaiserhof und Michelthomeles-Hof dar, ohne deren Zustimmung die Lifte nie hätten gebaut werden können. Die Wintersportwelle der 70er-Jahre führte dazu, dass neben der alpinen Skischule, die heute von Ottmar Thoma geleitet wird, eine von Georg Thoma geführte Langlaufschule entstand, denn damals hieß es: "LLL – Langläufer leben länger".
Der Urvater der Skischule, Albert Thoma Senior, verließ den Betrieb 1975 altersbedingt, der Nachwuchs stand mit Gundolf, Sohn von Ottmar Thoma, aber bereits in den Startlöchern. Die milden Winter führten zu dem Entschluss, dass der ehemalige Weltcup-Skirennläufer Gundolf Thoma auf dem Feldberg, mit der Unterstützung des Hoteliers Thomas Banhardt und der Gemeinde Feldberg, eine weitere Skischule eröffnete.
"Man kann sich der Jugend und der Technik nicht verschließen", resümiert Ottmar Thoma die 80er- und 90er-Jahre, in denen die ersten Snowboards die Pisten eroberten. Mit den Jahren entwickelten sich sowohl Ausrüstung als auch Fahrtechnik enorm weiter: Parallelschwung, Wedeln und schnelle Kurzschwünge waren in den 70er- und 80er-Jahren auf der Piste angesagt, heute dominiert "carving". Und auch der Unterricht hat sich verändert: "Bei meinem Vater durfte man nach sechs Tagen Unterricht immer noch nicht an den Lift", erinnert sich Thoma. Sein Sohn Gundolf hingegen entwickelte eine Methode, mit der Anfänger an einem Tag das Skifahren lernen können.
Mit einer Mischung aus erfahrenen Skilehrern, wie beispielsweise Ulrich Tritschler, der seit über 20 Jahren in der Skischule ausbildet, aber auch jungen, begeisterten Nachwuchsskilehrern, schafft es die Skischule, sämtliche Herausforderungen zu meistern."Natürlich hätten wir die Belastungen über die ganzen Jahre und Jahrzehnte nicht ohne die Unterstützung unserer Frauen Margret und Elisabeth gemeistert", lobt Ottmar Thoma seine Frau und seine Schwiegertochter. Mit den Töchtern von Gundolf Thoma steht schon die vierte Generation am Start.
Gefeiert wird das Jubiläum am Samstag, 28. Januar, von 19 Uhr an im Kurhaus Hinterzarten. Die Besucher erwartet eine Ski-Modenschau, Live-Musik und musikalisch-kabarettistische Einlagen von Martin Wangler. Der Eintritt ist frei, jedoch wird um Anmeldung gebeten (info@thoma-skischule.de). Die Familie freut sich besonders auf die ehemaligen Skilehrer, die in vergangenen Jahrzehnten für sie tätig waren.
Autor: Christian John
