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11. Juli 2011
Wieder wird eine Pfarrstelle frei
Noch ein Abschied in Hinterzarten / Der evangelische Pfarrer Erik Stier wechselt im September an das Kant-Gymnasium in Weil .
HINTERZARTEN/BREITNAU/TITISEE/FELDBERG (ma). Pfarrer Erik Stier verlässt den Hochschwarzwald. Der 48-jährige Geistliche wechselt zum 1. September als hauptamtlicher Religionslehrer an das Kant-Gymnasium in Weil. Die 30000 Einwohner zählende Stadt am Rhein gehört zum Kirchenbezirk Markgräfler Land. Nach dem seit Monaten bekannten Weggang des katholischen Pfarrers Lorenz Seiser Mitte August nach Baden-Baden verliert der Hochschwarzwald innerhalb kurzer Zeit einen zweiten beliebten Seelsorger.
Erik Stier hatte am 3. Oktober 1999 die Nachfolge von Ekkehard Zitt in der Jakobuspfarrei Hinterzarten-Breitnau angetreten. Der gebürtige Heidelberger war davor fünf Jahre im Markgräfler Land tätig. Gerade in der Kurseelsorge sah er in der touristisch geprägten Region eine neue Herausforderung. In den zwölf Jahren seines Wirkens förderte er die Ökumene und unterstützte viele soziale Projekte. Seit einigen Jahren zeichnet er auch für die Andreasgemeinde Titisee-Feldberg zuständig. "Ich habe schon lange mit einer Anstellung als hauptamtlicher Religionslehrer geliebäugelt," erzählte Stier. Mit einem so raschen Wechsel habe er aber nicht gerechnet. Doch als beim Kant-Gymnasium eine solche Stelle frei wurde und diese von der Landeskirche ausgeschrieben wurde, habe er sich beworben. "Mit 48 Jahren ist es für mich noch einmal eine neue Herausforderung," sagte Stier. Zudem seien solche Stellen eine Rarität. Er arbeite sehr gerne mit Schülern: "Da fühle ich den Puls der Zeit." Stier betonte auch: "Es war eine völlig freie Entscheidung. Ich wurde von niemandem gedrängt." Das naturwissenschaftlich ausgerichtete Kant-Gymnasium im Dreiländereck zählt 1200 Schüler und fast 100 Lehrer.
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Am 21. Juni geboren, wuchs Stier in Eschelbronn im nördlichen Kraichgau auf. Nach Studien in Heidelberg, Göttingen und Tübingen, betreute er von 1994 an die Pfarrgemeinden Auggen und Schliengen. Im Hochschwarzwald wirkte er auch als Bezirks-Diakoniepfarrer. Seine Gattin Heike Stier gründete in Hinterzarten eine von vielen Müttern geschätzte Krabbelgruppe für Kleinkinder. In den letzten Monaten half die gelernte Erzieherin zudem im Kindergarten "St. Theresa" in Breitnau aus. Die Töchter Luisa (18), Johanna (16), Marlene (12) und Linda (9) besuchen alle das St. Ursula Gymnasium in Freiburg. Heike und Erik Stier suchen deshalb eine Wohnmöglichkeit im Raum Bad Krozingen/Müllheim, sozusagen auf halber Strecke zwischen Weil und Freiburg.
Erik Stier wird noch bis Ende August seine ganze Kraft für die Jakobus- und Andreaspfarrei einsetzen. Die offizielle Verabschiedung ist für Sonntag, 11. September, terminiert. Die Stelle im Hochschwarzwald ist ausgeschrieben. Bezirkskirchenrat und Dekan Hans-Joachim Zobel will Ende Juli über die Vertretung in der Zeit der Vakanz informieren. "Abschied heißt auch Loslassen," blickt Erik Stier voraus. In den zwölf Jahren habe er viele Kinder getauft, konfirmiert und unterrichtet sowie Erwachsene getraut: "Da wachsen viele Bindungen. Diese zu beenden, das tut schon weh."
Autor: ma
