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30. Mai 2017

Hochkarätige Blasmusik und Platzkonzerte

Mit einem hervorragenden Galakonzert, ökumenischem Gottesdienst, städtischem Empfang und Platzkonzerten feierte der OBV sein Jubiläum in Elzach.

  1. Das königliche Klangensemble, Koninklijke Harmonie O & U aus Beek en Donk (Holland), spielte in der Steinberghalle auf. Foto: Kurt Meier

  2. Ein Orchester mit Weltniveau: Das Landesblasorchester mit Dirigent Björn Bus. Foto: Kurt Meier

ELZACH. Es war ein prall gefülltes Wochenende, das das kleine Nikolausstädtchen Elzach anlässlich des Jubiläums "125 Jahre Oberbadischer Blasmusikverband (OBV)" erlebte. Zwischen Festbankett am Freitag und Jubiläumsumzug am Sonntag lag im wahrsten Sinne des Wortes Musik in der Luft. "Wir bringen das Städtchen zu klingen!" – ein Versprechen, das mehr als wahr gemacht wurde.

Rund 20 Musikkapellen aus allen Regionen des Verbandsgebietes des OBV konzertierten am Samstag und Sonntag unter freiem Himmel in Elzachs Stadtzentrum. Dafür hatten die heimischen Musikvereine vier Plätze hergerichtet. Am lauschigsten war es auf dem Nikolausplatz, der mit seinen Bäumen schattige Wohltat vor der sengenden Hitze bot und auf dem die Stadtmusik Elzach bewirtete. Auch der Bürgerhofplatz, den der Musikverein Katzenmoos hergerichtet hatte, versprühte sein besonderes Flair. Auf dem Bärenplatz bewirtete die Trachtenkapelle Oberprechtal und auf dem Schulplatz hatte der Musikverein Yach dafür gesorgt, dass Pavillons und Sonnenschirmen für kühlen Schatten sorgen. Blasmusik in allen Variationen gab’s zu erleben. Am Samstagnachmittag machten sich die Zuhörer leider rar. Die Kapellen spielten vor teilweise nur spärlich besetzten Reihen. Ganz anders war die Resonanz dann Sonntag. Schon bald nach Konzertbeginn füllten sich die Sitze und Plätze mit erwartungsfrohen Gästen von nah und fern.

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Galakonzert in der Steinberghalle

Am Samstag wurde Blasmusik auf Weltniveau dargeboten. Auf Einladung des OBV war das Landesblasorchester Baden-Württemberg (LBO) in die Steinberghalle nach Prechtal gekommen. 1978 war dieses Auswahlorchester vom Blasmusikverband Baden Württemberg gegründet worden, um die sinfonische Blasmusik weiter zu entwickeln. Schon mehrfach nahm das LBO am "World Music Contest", quasi den Weltfestspielen der Blasmusik, im holländischen Kerkrade teil. Als einziges deutsches Orchester, das in der Konzertklasse antritt, will es seine Erfolge dieses Jahr wiederholen, mit einem völlig neuen Programm. Unter Leitung seines jungen Dirigenten Björn Bus wurde ein rund einstündiges Werk einstudiert, das in Prechtal seine Uraufführung feierte. Dabei stehen nicht einzelne Musikstücke im Mittelpunkt, sondern ein Gesamtwerk. Sagen aus der griechischen Mythologie wurden musikalisch in die heutige Zeit übertragen – mit aller Tragik unseres aktuellen Weltgeschehens. Denn der Partner des Landesblasorchesters ist das Kinderhilfswerk UNICEF. Für dessen Anliegen macht sich das LBO stark, will auf die Not der Kinder in der Welt mit seiner Musik aufmerksam machen. Begleitet von einprägsamen Bildern präsentierte das Orchester ein unter die Haut gehendes Musikerlebnis, das im wahrsten Sinne des Wortes Emotionen wie selten weckte. Dass da ausnahmslos hervorragende Könner am Werk sind, die mit einer unglaublichen Intensität spielten, war von der ersten bis zu letzten Note zu spüren. Entsprechend frenetisch fiel der Schlussapplaus aus. Minutenlang gab’s stehende Ovationen.

Nach der Pause präsentierte sich die "Königliche Harmonie", ein 1891 gegründetes Blasorchester aus dem Musikland Holland. Das von Fried Dobbelstein dirigierte Orchester spielt in der höchsten Klasse der Blasmusik, der "Konzert Division", und feiert seit seinem Bestehen viele nationale und internationale Erfolge. Auf Einladung des LBO waren die holländischen Musiker nun nach Prechtal gekommen und begeisterten das Publikum mit einem sehr anspruchsvollen, aber auch unterhaltsamen Konzert. In dessen Mittelpunkt stand der Soloauftritt von Robbert Vos auf dem Euphonium. Er gilt als einer der besten Musiker der Niederlande und stellte diesen Ruf bei seinem Auftritt, bei dem das Publikum auf eine Zugabe bestand, nachdrücklich unter Beweis.

Öffentliche Probe, Gottesdienst und Empfang

Nachmittags hatte das LBO heimische Musikerinnen und Musiker zu seiner öffentlichen Probe in die Steinberghalle eingeladen. Rund zwei Dutzend Blasmusiker nutzten die Gelegenheit, Einblicke in die Arbeit eines Auswahlorchesters zu bekommen. Einige von ihnen durften auch einen Probenzyklus gemeinsam mit dem Orchester aktiv miterleben.

Der Sonntag begann mit dem ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Nikolaus. Pfarrerin Barbara Müller-Gärtner und Dekan Hans-Jürgen Decker hatten dazu einen ganz besonderen Gast eingeladen: "Frau Musica", dargestellt von Pastoralreferentin Barbara Löffelbein. In einem Dreiergespräch gingen sie auf die Ursprünge der Musik und ihre Bedeutung auch im heutigen Leben ein. Für die feierliche musikalische Umrahmung sorgte eine Bläserformation mit Musikern aus den Musikvereinen Katzenmoos, Ober- und Niederwinden, Bleibach und Simonswald, die von Karl Fischer dirigiert wurde. Einmal im Jahr, immer am 15. August, tritt diese Formation beim Wallfahrtsgottesdienst auf dem Hörnleberg auf, um die Kräuterweihe mitzugestalten. Woher auch ihr Name, die "Krieterbuschele-Musikanten", kommt.

Nicht nur den OBV, auch die Stadtverwaltung und die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, stellte das Festwochenende vor große Herausforderungen. Dies wurde beim Empfang der Stadt Elzach im Bürgerzentrum "Ladhof" vor dem großen Festumzug (BZ berichtete) deutlich. Viele Ehrengäste aus Politik und Gesellschaft, sowie Verantwortliche der teilnehmenden Musikvereine waren dort zusammengekommen. Dass der Festumzug bei "Kaiserwetter" stattfand, freute nicht nur Bürgermeister Roland Tibi. Er erläuterte den zahlreichen Gästen die historische Bedeutung des Ladhofs und die Zukunftspläne, die die Stadt Elzach damit verfolgt. "Mit diesem Festwochenende setzen wir einen ganz besonderen Meilenstein in der Geschichte des OBV", stellte dessen Präsident Harald Bobeth fest und dankte für das gute Miteinander: "Wir haben hier viel Gastfreundschaft genossen!"

Autor: Kurt Meier