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26. Februar 2010

Hochschule Kehl ist echte Bürgermeisterschmiede

Mittlerweile sind bereits acht Kehler Absolventen aus dem Jahrgang 2006 zu Rathauschefs gewählt worden.

  1. thomas schäfer Foto: fh kehl

KEHL (BZ). Am 7. Februar wurden Damian Komor (in Mainhardt) und Thomas Schäfer (in Hemmingen/Raum Stuttgart) zum Bürgermeister gewählt. Damit sind es bereits acht neue Bürgermeister, die 2006 ihren Abschluss an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl gemacht haben. "Die Hochschule Kehl ist eben eine echte Bürgermeisterschmiede", sagt Thomas Schäfer (28).

Die Gründe für den Erfolg der Kehler Verwaltungswirte? "An der Hochschule Kehl wird man zum Generalisten ausgebildet, der genauso gut über den Haushaltsplan wie über Fragen der Bauleitplanung Bescheid weiß." Damian Komor stimmt ihm zu: "Genau so breit muss ein Bürgermeister in seinem Amt aufgestellt sein." Schäfer und Komor hat nach neigenen Angaben vor allem der Praxisbezug beim Studium in Kehl in ihrem Ziel, Bürgermeister zu werden, bestärkt und beeinflusst. "Während des Studiums trifft man an der Hochschule viele Praktiker, aktive und ehemalige Bürgermeister, die begeistert von ihrer Arbeit berichten", so Schäfer. Außerdem seien den Studenten in den Bürgermeisterseminaren und Veranstaltungen im Wahlpflichtfach Kommunalpolitik Fertigkeiten vermittelt worden, die im Wahlkampf und darüber hinaus hilfreich waren. So wurden Vorstellungsreden geübt, Podiumsdiskussionen durchgeführt und die Vorgehensweise im Wahlkampf analysiert.

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Rund 85 Prozent der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in Baden-Württemberg sind Absolventen der beiden Hochschulen für öffentliche Verwaltung in Kehl und Ludwigsburg beziehungsweise deren Vorgängereinrichtungen. Aus der Ausbildung zum gehobenen Verwaltungsdienst sind bisher bereits zwei Ministerpräsidenten (Lothar Späth und Erwin Teufel), mehrere Landräte (auch der früherer Ortenauer Landrat Klaus Brodbeck), Oberbürgermeister und zahlreiche Bürgermeister wie Thomas Schäfer, Daniel Komor und auch Daniel Steiner – seit 31. Januar Bürgermeister in Wolpertswende – hervorgegangen. "Ich glaube, dass es vor allem in kleineren Gemeinden nach wie vor darauf ankommt, dass Verwaltungsfachleute an der Spitze der Verwaltung stehen", sagt Steiner. Komor kann das bestätigen: "Ich glaube, dass der Beruf und die Ausbildung eines Kandidaten für die Bürger, vor allem im ländlichen Raum, eine ganz wichtige Rolle spielen."

Auch Prof. Paul Witt, Rektor der Hochschule Kehl, stimmt zu: "Die Bürger in Baden-Württemberg wählen bevorzugt Bürgermeister, die in ihrer Ausbildung optimal auf das Bürgermeisteramt vorbereitet wurden." So seien die Absolventen der beiden Hochschulen für öffentliche Verwaltung kraft Urkunde (Diplomverwaltungswirt und künftig Bachelor) in den Augen der Wähler fachlich kompetent".

Seit vielen Jahren bereitet Witt selbst seine Studenten in Seminaren über das Berufsbild des Bürgermeisters in Baden-Württemberg auf dieses besondere Amt vor. Hierbei bringen verschiedene Bürgermeister aus der Region den Studenten das Berufsbild mit allen Chancen und Anforderungen näher." Darüber hinaus bietet die Hochschule Kehl in Zusammenarbeit mit der Kehler Akademie seit vielen Jahren ein Seminar für Bürgermeisterkandidaten an, das vertiefte Kenntnisse in Wahlkampfführung und Vorbereitung einer Kandidatur beinhaltet.

Prof. Witt ist sich sicher: "Alle diese Maßnahmen machen aus der Hochschule Kehl in der Summe tatsächlich eine Bürgermeisterschmiede."

Autor: bz