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18. September 2011 21:23 Uhr

Bürgermeisterwahl in Höchenschwand

Schelte fürs Volk und Lob für den Chef

Die Höchenschwander haben Bürgermeister Stefan Dorfmeister gestern mit 92,2 Prozent der abgegebenen Stimmen wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 38,9 Prozent, wobei in den Wahlbezirken Amrigschwand und Tiefenhäusern deutlich mehr Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben als im Kernort.

  1. Stefan Dorfmeister ist weitere acht Jahre Bürgermeister der Gemeinde Höchenschwand Foto: Kathrin Blum

  2. Die Chöre sangen für den Wiedergewählten Foto: Kathrin Blum

  3. Die Trachtenkapellen spielten das Badnerlied. Foto: Kathrin Blum

616 Wähler gaben Dorfmeister am Sonntag ihre Stimme, 50 Stimmen waren ungültig, 52 entfielen auf andere Personen. Stefan Dorfmeister bedankte sich für das Vertrauen mit den Worten: "Ich bin jetzt mal ganz Politiker: Vor acht Jahren haben mich 56,7 Prozent gewählt, heute 92 – wenn das kein Erfolg ist." Er sei stolz darauf, Höchenschwands Bürgermeister zu sein. Und er werde auch in den kommenden acht Jahren ein Rathauschef mit Ecken und Kanten bleiben. "Ich habe nicht den Anspruch, es allen recht zu machen." Er werde auch mal daneben schießen, "aber gar nicht schießen ist noch schlechter". Dorfmeister dankte den Bürgern nicht nur für die Wiederwahl, sondern auch für den Rückhalt in schwierigen privaten Zeiten.

Sein Stellvertreter Frank Porten gratulierte dem Wiedergewählten als Erster und wünschte für die nächste Periode alles Gute. Landrat Tilman Bollacher kommentierte das Wahlergebnis mit den Worten: "Sie und Ihre Arbeit sind hier angesehen." Es hätten mehr Wähler sein können, trotzdem lobte er die Wahlbeteiligung als "ordentlich". Das Selbstverständnis der Höchenschwander sei gesund, noch nie habe er es erlebt, dass Vereine und Gemeinde für eine Wahlfeier ein richtiges Programm ausgearbeitet hätten. Er wünschte Dorfmeister eine glückliche Hand, "damit es sich auch künftig lohnt, hier zu arbeiten, zu leben und Urlaub zu machen". Ihn selbst reize es immer, wenn er auf dem Weg zu Terminen an Höchenschwand vorbeifahre, anzuhalten und auszusteigen.

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Für die Bürgermeister der Region ergriff Bonndorfs Stadtoberhaupt Michael Scharf das Wort. Er meinte schmunzelnd: "Die Bürger am Himmel haben ihren Dorfmeister wiedergewählt." Und mit Anspielung auf vier Rathauschefs in der Nachbarschaft: "Stefan, verzeih mir dieses Wortspiel, aber sonst werden hier immer nur Kaiser gewählt."

Dorfmeisters Vorgänger Werner Rautenberg gratulierte dem Wiedergewählten, kritisierte aber gleichzeitig die Höchenschwander: "Das Wahlvolk wird immer fauler." Bei seinen Wiederwahlen vor 16 und 24 Jahren sei die Beteiligung noch deutlich höher gewesen. "Aber es ist wie beim Pfarrer in der Kirche: Die, die ich tadeln möchte, sind nicht hier." Nichtsdestotrotz solle Dorfmeister den Abend genießen, die Bürger könnten es auch, schließlich gebe es Freibier.

Etliche Vereine haben die Wahlparty im Haus des Gastes mitgestaltet. Die beiden Trachtenkapellen Höchenschwand und Amrigschwand-Tiefenhäusern eröffneten den Abend, abwechselnd dirigiert von Martin Zumkeller und Thomas Baumgartner, der gemischte Chor Amrigschwand und der Kirchenchor sangen unter der Leitung von Gisela Satzer, am Klavier begleitet von Franziska Rogg. Auch die Feuerwehr gratulierte in ihrer Ausgehuniform und die Trachtentanzgruppe Amrigschwand-Tiefenhäusern tanzte für den neuen und alten Gemeindechef. Der lud alle Bürger herzlich zum Feiern ein, "obwohl morgen Montag ist und viele arbeiten müssen", und fügte hinzu: "Ich allerdings bleibe morgen zuhause."

Autor: Kathrin Blum