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04. Februar 2012

Debatte um Zukunft des Schwesternhauses

Hohbergs Seniorenbeauftragte im Pfarrgemeinderat Hofweier.

  1. Unklarheit in Hofweier, wie das Schwesternhaus der Pfarrkirche künftig genutzt werden soll. Foto: renate tebbel

HOHBERG-HOFWEIER (rte). Wie soll es weitergehen mit dem Schwesternhaus der Pfarrkirche Hofweier? Darüber hat der Pfarrgemeinderat unter dem Vorsitz von Paul Baumann kontrovers diskutiert. Vor 20 Jahren wurde das Haus in der Reisengasse mit Fördergeldern saniert und an Spätaussiedler vermietet, nach Ablauf dieser Frist kann jetzt die Pfarrgemeinde entscheiden, wie das historische Gebäude genutzt beziehungsweise an wen es verkauft werden soll.

"Wir sind seit einem Jahr dran", eröffnete Baumann die Diskussion, aus Zeitgründen wolle er indes der Sache in der Sitzung keinen breiten Raum geben. Auf Einladung des Pfarrgemeinderates sollte die Seniorenbeauftragte der Gemeinde Hohberg, Angela Mutzig, ihre Ideen zu einer künftigen caritativen Nutzung des Gebäudes vorstellen. Baumann wandte ein, dass der Stiftungsrat des Schwesternhauses mitzureden habe. "Wir gehören alle zum Stiftungsrat", meldeten sich die Pfarrgemeinderäte zu Wort. Angela Mutzig meinte, es sei nun an der Zeit, "Nägel mit Köpfen" zu machen, es sei sinnvoll, nach Projektpartnern zu suchen: "Das ist mir ein großes Anliegen: Es war immer ein caritatives, soziales Haus, wir sollten den Charakter des Hauses erhalten."

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Das um 1800 gebaute Haus wurde 1887 ein Mutterhaus der barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Freiburg, zwei Schwestern kümmerten sich um häusliche Krankenpflege in Hofweier. 1904 wird der Vinzentiusverein gegründet. Fünf Jahre später erwirbt die Kirchengemeinde das Haus, an Stelle des Ökonomiegebäudes wird mit einer Spende des Namensgebers von 50 000 Euro der Georg-Ehret-Kindergarten gebaut. 1989 wird die Schwesternstation aufgelöst, das Haus wird umgebaut zu einem Mehrfamilienhaus.

Mutzig berichtete, dass sie im Gespräch mit dem Bürgermeister sei und mit Architekt Fred Gresens Kontakt aufgenommen habe. Bei diesen Gesprächen sei deutlich geworden, dass das Schwesternhaus einen Wert von 250 000 Euro habe. Das sei aber das "unterste Limit" , sagte Paul Baumann, ursprünglich habe man bei 300 000 gelegen, wobei die Pfarrgemeinde das Geld dringend zur Sanierung des Pfarrsaals benötige. Man müsse diese beiden Anliegen nicht in Zusammenhang bringen, argumentierte die Seniorenbeauftragte: "Das Haus dient seit 100 Jahren einem sozialen Zweck, und das soll so bleiben", betonte Mutzig. Sie wolle wissen, ob ihr Anliegen von der katholischen Pfarrgemeinde mitgetragen würde, es gehe um die Tradition der Einrichtung.

Es sei aber nirgends urkundlich festgehalten, dass das Schwesternhaus in aller Zukunft einem sozialen Zweck dienen müsse, kam es aus dem Pfarrgemeinderat. Pfarrer Bernhard Dorner griff schlichtend ein. Er schlug vor, bei einem gemeinsamen Termin die Angelegenheit zu klären. "Wir brauchen mehr Zeit", so der Pfarrer. Der Termin ist für 23. Februar, 19 Uhr, im Pfarrsaal Hofweier anberaumt.

Autor: rte