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07. Februar 2012
Kirche soll stark machen für Begegnung mit Menschen
Beim Patrozinium St. Brigitta in Niederschopfheim betont Pfarrer Bernhard Pfaff Bedeutung des kirchlichen Lebens.
HOHBERG-NIEDERSCHOPFHEIM (rte). In der Kirche geht es nicht um ästhetische Rituale, auch nicht um interessante Predigten oder Aktionen; es zählt in erster Linie die Begegnung zwischen Gott und Mensch. Diese Botschaft hat Pfarrer Bernhard Pfaff in den Mittelpunkt des Festgottesdienstes zum Patrozinium der Kirche St. Brigitta gestellt. Die Chorgemeinschaft Hohberg unter der Leitung von Agnes Bánrévy sorgte mit Mozarts Krönungsmesse für den musikalischen Rahmen. Es war eine beeindruckende und bewegende Leistung von Chor und den vier Solisten Svea Schildknecht (Sopran), Monika Wartmann-Bührer (Alt), Clemens Flämig (Tenor) und Clemens Morgenthaler (Bass).
"Wir freuen uns natürlich über die Musik im Gottesdienst", führte Pfaff aus, aber auch darin bestehe nicht das Wesentliche des Glaubens. Das sei vielmehr die ursprünglich "Herrenmahl" genannte Messfeier. Bernhard Pfaff berichtete von der Urkirche, und wie im Jahr 304 in Nordafrika 49 Christen hingerichtet wurden, weil sie das kaiserliche Verbot missachteten und die Messe feierten. Warum sie das Dekret nicht befolgten? "Weil wir ohne das Herrenmahl nicht sein können", so stehe es im überlieferten Protokoll. "Es ging damals um alles, Sein oder Nichtsein", sagte Pfarrer Pfaff. Und heute? Die Zahl der Gottesdienstbesucher sei an normalen Sonntagen sehr dürftig, und in naher Zukunft gebe es in der großen Seelsorgeeinheit Hohberg, Schutterwald und Neuried für 14 000 Katholiken nur zwei Priester; in ferner Zukunft wohl nur noch einen. "Heute meinen die Verantwortlichen, dass nur ehelose studierte Männer die Messe feiern können", sagte Pfaff, bei den Urchristen hätten das auch Frauen gemacht; nachzulesen im Römerbrief.
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Die Wertschätzung der Messfeier sei bei den Verantwortlichen nicht sehr hoch. Früher war es noch eine Todsünde, am Sonntag nicht in die Kirche zu gehen, das sei zwar "verhältnismäßig dumm", aber es zeige immerhin, welchen Stellenwert die Messe hatte. Appelle helfen da nicht, so Pfaff, es sei wichtiger, sich in Erinnerung zu rufen, was die Kernbotschaft des Christentums sei. Er nannte vier wesentliche Punkte: Es müsse zu Anfang "Der Herr ist mit euch" heißen, fälschlicherweise sei das mit "sei bei euch" übersetzt worden. Es gehe ja nicht darum, Gott eine Anweisung zu geben sondern um Jesu Gegenwart im Gottesdienst. Pfaff sprach vom "Unsinn" des "Allerheiligsten", das könne nie eine Sache sein sondern immer eine lebendige Begegnung. Drittens bete der Pfarrer nicht für die, sondern mit der Gemeinde, besser sei ohnehin ein Gebet ohne Worte. Und letztlich sei auch die Formulierung "das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird", missverständlich übersetzt. Leider würden Pfarrer nicht oft genug den Originaltext auf verschiedene Bedeutungsebenen abklopfen. Das Wort "soma" bedeute eben nicht Leib, sondern Person. "Wir brauchen keine Ästhetik der heiligen Riten", vielmehr solle die Kommunion, die Gemeinschaft in der Kirche für die Begegnung mit anderen Menschen stark machen, besonders für die mit allen Menschen, "die meine Hilfe brauchen", schloss Bernhard Pfaff.
Autor: rte
